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Projekte | 12.12.2019

Aus IZ50/2019, S. 19

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Mehr Skyline für die Landeshauptstadt

Quelle: KPF Kohn Pedersen Fox Architects
Das Gateway wird 92 m in den Himmel aufragen.

Quelle: KPF Kohn Pedersen Fox Architects

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt hat eine lange Tradition als Hochhausstandort. Jetzt sind die Zeiten günstig, dass Düsseldorf noch eine große Menge mehr an solchen Hochpunkten erhält - sowohl für eine Wohn- als auch zur Büronutzung.

Das erste Bürohaus Deutschlands wurde in Düsseldorf gebaut - und es steht dort noch immer. Das Wilhelm-Marx-Haus an der Heinrich-Heine-Allee stammt aus dem Jahr 1924, verfügt über zwölf oberirdische Geschosse und ragt 57 m in den rheinischen Himmel. Praktisch zeitgleich fanden die Bauarbeiten für das Hansahochhaus in Köln statt, das sogar noch vier Etagen mehr bietet. Allerdings wurde der Düsseldorfer Büroturm ein knappes Jahr früher fertiggestellt.

Dass ausgerechnet jetzt eine Vielzahl neuer Hochhausvorhaben in Düsseldorf begonnen wird, hat allerdings nicht nur Prestigegründe. Gelingt es, die höheren Bau- und Mietkosten für Hochhäuser für die Nutzer darzustellen, so bietet diese Immobilienart insbesondere am Standort Düsseldorf zahlreiche Vorteile. So verzeichnet die Stadt einen stetigen Zuzug an Menschen und Unternehmen. Gleichzeitig ist Düsseldorf mit seiner Fläche von 217,41 km² vergleichsweise klein. Gleichzeitig neuen Wohnraum und Bürofläche zu schaffen lässt also nur eine logische Expansionsmöglichkeit zu: nach oben.

Zwar gab es auch in der Vergangenheit in Düsseldorf mehrere Anläufe, der Verknappung des Büroraums zu begegnen, doch tun sich Gebiete wie der Seestern auch noch nach über 40 Jahren ihres Bestehens schwer, als attraktiv wahrgenommen zu werden. Dementsprechend ist neben der generellen Nachverdichtung die Entwicklung durchmischter Quartiere relevanter denn je - und das sowohl auf horizontaler als auch vertikaler Ebene", findet Sebastian Renke, Associate Director und Teamleader Office Agency bei Savills in Düsseldorf. "Um den Raum nach oben gewinnbringend und angemessen zu nutzen, muss die Hochhausdebatte in Düsseldorf neu geführt werden!"

Dorf an der Düssel oder internationale Metropole?

Was Renke damit meint, ist die grundsätzliche Frage, wie die Stadt Düsseldorf sich für die Zukunft positionieren will: "Dorf an der Düssel oder internationale Metropole?", fasst er zusammen. Dass er die Stadt lieber als internationale Metropole sähe, ist klar. Im aktuellen Wettbewerb der sieben großen deutschen Immobilienhochburgen wären Hochhausentwicklungen durchaus ein Zugpferd für Entscheidungen von Unternehmen, sich nach Düsseldorf zu orientieren.

So ganz ohne Plan ist Düsseldorf in Sachen Hochhäuser nicht - im Gegenteil. Bereits 1994 wurde ein Hochhauskonzept erarbeitet, in dem Zonen mit unterschiedlichen Bauhöhenbeschränkungen ausgewiesen wurde. Das trat zwar nicht in Kraft, führte aber in seiner Weiterentwicklung zum Hochhausrahmenplan aus dem Jahr 2004. Und der wird aktuell wieder überarbeitet. Ein Hochhausbeirat wurde gegründet, der künftig einmal im Quartal tagen und die Politik regelmäßig beraten soll.

Unabhängig von den Vorgaben der Hochhausrahmenplans und den Wünschen der Politik ist bundesweit einheitlich geregelt, was ein Hochhaus ist: nämlich ein Haus, dessen Höhe 22 m über der Geländeoberfläche übersteigt. Wenn diese Grenze überschritten ist, gibt es, zumindest nach oben, baurechtlich keine weiter regelnden Begrifflichkeiten.

Derzeit hat Düsseldorf Hochhäuser jenseits der Grenze von 90 m Höhe. Das Mannesmann-Hochhaus mit 25 Geschossen aus dem Jahr 1955 und das Sky-Office mit 23 Geschossen aus dem Jahr 2009 fallen mit einer Höhe von 89 m knapp nicht mehr in diese Kategorie. 35 Gebäude in der Landeshauptstadt messen mehr als 50 m - darunter auch das eingangs erwähnte Wilhelm-Marx-Haus.

Fünf Hochhäuser über 70 m sind geplant

Aktuell sind sechs Hochhäuser geplant, die weiter als 70 m aufragen sollen - drei davon sind reine Wohnbauten. Da ist das Win Win im Medienhafen, das aus dem Vorhaben Königskinder entstanden ist. Es besteht aus zwei rund 70 m hohen Türmen, die zusammen auf 170 Wohnungen kommen und aktuell im Bau sind. Investor ist die Frankonia Eurobau, die die Einheiten derzeit zu Preisen ab 1,01 Mio. Euro anbietet.

Ebenfalls 70 m hoch wird der Rhein 740 Tower, der zusammen mit dem Wohnbauprojekt Rheinkilometer 740 in Heerdt errichtet wird. Auf dem ehemaligen Krankenhausareal entstehen in dem Turm aus der Feder von J. Mayer H. Architekten 72 Wohnungen.

Das dritte Düsseldorfer Wohnturmprojekt ist das höchste: Der UpperNord Tower entsteht derzeit am Mörsenbroicher Ei und wird 120 m aufragen. Damit wird es das höchste Wohngebäude der Landeshauptstadt. 432 Einheiten sind geplant, von denen in der vierten bis zehnten Etage geförderte Wohnungen entstehen sollen. Mitte 2022 wird als Fertigstellungstermin genannt.

Die Düsseldorfer Skyline wächst - Düsseldorfer Hochhäuser und Hochhausprojekte ab einer Höhe von 90 m.

In unmittelbarer Nachbarschaft, so wurde auf der diesjährigen Expo Real bekanntgegeben, soll der Ando-Tower aus der Feder des gleichnamigen japanischen Architekten entstehen. 125 m hoch, mit 34 Stockwerken und ein Green Building soll das Projekt der EuroAtlantic aus Berlin der erste CO2-neutrale Büroturm der Welt werden.

Mit rund 140 m geistert seit einigen Monaten die Idee des Opernturms durch die Stadt. Düsseldorf könnte seine marode Oper am Rhein durch ein multifunktionales Hochhaus ersetzen. Viel mehr als Gedankenspiele sind das bislang jedoch nicht.

Deutlich konkreter ist das Projekt Gateway mit 92 m Höhe. Das plant der Düsseldorfer Projektentwickler Development Partner am Kennedydamm. Bis die Arbeiten an der Immobilie starten, wird noch einige Zeit vergehen: Noch bis 2021 ist das Umweltministerium Mieter auf der Fläche, auf der dann das Gateway entstehen soll. Frühestens 2024 könnte das Hochhaus am Kennedydamm fertig sein.

Legende:

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