Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Politik | 12.12.2019

Aus IZ50/2019, S. 2

Von Frank Talmon l´Armée

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Semodu
  • Personen:
    Frank Talmon L'Armée
  • Immobilienart:
    Wohnen

Sozialverträglicher Klimaschutz mit Strom

Alle Gebäude in Styropor verpacken, ist nicht die einzige Möglichkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, meint Frank Talmon l'Armée, Vorstand des Münchner Modulbauers Semodu. Strom sei eine gute Alternative.

Quelle: Semodu AG
Frank Talmon l'Armée.

Quelle: Semodu AG

Es liegt auf der Hand, dass in der großen öffentlichen Klimadebatte Immobilieninvestoren künftig immer stärker in den Fokus rücken. Schließlich verursachen Gebäude hierzulande 30% der CO2-Emissionen, womit sie zu den großen Emittenten von Treibhausgas zählen. Um die Klimaziele zu erreichen, steht die Sanierung der Wohnungsbestände ganz oben auf der politischen Agenda.

Wir betreten hier jedoch ein hochemotionales Thema. Schließlich bedeuten Wärmedämmungen in der Regel, dass die Kostenbelastung für Mieter steigt, weil sich solche Dämmvorhaben allein aus der Energieeinsparung nicht refinanzieren lassen. Die Frage nach der klimaneutralen Sanierung birgt enorme gesellschaftliche Sprengkraft. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich Mehrkosten in den kommenden Jahren auf dem Rücken der Mieter immer seltener werden durchsetzen lassen. Auf dem Weg in die Klimaneutralität sollten Immobilien- und Politikexperten daher viel stärker als bislang mit den Ressourcen arbeiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Was aufgrund von Überkapazitäten zu Genüge vorhanden ist, ist nun mal Strom: der kommt heute noch zum großen Teil aus fossilen Energieträgern, wird nach EU-Zielvorgaben künftig jedoch stärker aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Wirtschaftlich und energetisch effizient wäre es daher, den Gebäudebestand so umzurüsten, dass er zum ganz wesentlichen Teil mit Strom beheizt werden kann.

Damit würde man nicht nur für eine bessere Netzauslastung sorgen, sondern könnte zudem auch die Frage der Gebäudekühlung lösen, die angesichts steigender Temperaturen künftig immer drängender wird. Dies hätte zugleich den Charme, dass so nur eine Technik benötigt wird, nämlich eine auf Strom basierte Heizungs- und Kältetechnik. Dieser sukzessive Umbau im Bestand würde auch die Energiewende in einen geregelteren und volkswirtschaftlich schonenderen Ablauf überführen.

Eine solche Umrüstung ist technisch einfach. Im Kern geht es um hochgedämmte Wassertanks, die Wärme lange speichern können und sich in jedem Heizungskeller einbauen lassen. Technisch aufwändiger ist der Batteriespeicher - dieser wird jedoch vielerorts ohnehin notwendig, will man flächendeckend auf Elektromobilität umsteigen. Immobilienentwickler und Bestandshalter haben damit die Möglichkeit, Klimapolitik mit mach- und bezahlbaren Lösungen zu gestalten. Zugleich können sie zeigen, dass gesellschaftliche Verantwortung mehr als eine Worthülse ist.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!