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Digitales | 05.12.2019

Aus IZ49/2019, S. 16

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Immobilienunternehmen und Proptechs brauchen einander

Immobilienwirtschaft und Proptechs haben sich in den vergangenen Jahren vor allem beschnuppert. Doch das Bedürfnis nach vertiefter Zusammenarbeit nimmt zu, wie zwei Studien zeigen.

Noch gebe es eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Reden über neue Technologien und deren echter Umsetzung, konstatiert Thomas Wenzel vom Beratungsunternehmen Bell Management Consultants (BMC) in seiner Studie über den Nutzen von Proptechs für die Wohnungswirtschaft. Sie trägt den Titel "Residential Proptech-Effects". Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella, kommt in seiner Standortbestimmung "Real Estate & Proptech 2019/2020" zu einem ähnlichen Ergebnis: Eine umfassende Digitalstrategie sei zwar der Wunsch vieler Immobilienunternehmen. "Die Realität indes besteht eher aus einer Aneinanderreihung von Insellösungen." Umso wichtiger sei es, die Zusammenarbeit zwischen etablierten Immobilienunternehmen und Proptechs in einen strukturierten Prozess zu überführen.

Ansätze dazu sind durchaus vorhanden. Für die BMC-Studie etwa wurden 15 große Wohnungsunternehmen befragt. Diese haben sich in den vergangenen drei Jahren im Schnitt mit 16,7 Proptechs intensiv beschäftigt, 4,7 Pilotprojekte durchgeführt und 2,5 konkrete Lösungen implementiert. Unternehmen, die mehr als 25.000 Wohneinheiten verwalten, haben sich zwar deutlich mehr Proptechs angesehen (27) und entsprechende Pilotprojekte realisiert (6), bei der Zahl der Umsetzung liegen sie jedoch gleichauf mit dem Schnitt aller Befragten. Dabei dauerte die Anbindung der Proptech-lösung an die eigene Systemlandschaft im Schnitt vier Monate, zu 71% erwies sich der vom Proptech angegebene Zeithorizont als realistisch. Allerdings beklage die Wohnungswirtschaft häufig eine Unkenntnis seitens der Proptechs über mögliche Beschränkungen ihrer Lösungen in der Unternehmenspraxis, räumt die BMC-Studie ein.

Das könnte damit zu tun haben, dass nur rund 30% der Proptechmitarbeiter Immobilienerfahrung mitbringen, wie die Catella-Studie feststellt. Die Mehrzahl von ihnen sieht daher eine räumliche Nähe zu etablierten Unternehmen sowie den Aufbau von Kooperationen zum wechselseitigen Wissenstransfer als wichtiges Erfolgskriterium an. Catella-Chefresearcher Beyerle stellt fest, dass die Proptechs zwar nicht so disruptiv erscheinen, wie es manche vielleicht erwartet haben. Gleichwohl erhöhe sich der Druck auf Immobilienunternehmen und deren Führungskräfte, ihre Geschäftsmodelle an den Anforderungen der Digitalisierung auszurichten. Mit anderen Worten: Nicht nur die Proptechs brauchen die Projekte mit der Immobilienwirtschaft, auch die Immobilienunternehmen brauchen die Proptechs, um ausgetretene Pfade zu verlassen und die digitale Transformation zu schaffen. Laut BMC-Studie wollen 60% der befragten Wohnungsunternehmen in den kommenden zwei Jahren die Intensität erhöhen, mit der sie sich um Digitalisierung und Proptechs kümmern. Keiner hingegen glaubt, seine Anstrengungen in dieser Hinsicht verringern zu können.

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