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Märkte | 05.12.2019

Aus IZ49/2019, S. 7

Von Daniel Rohrig

In diesem Artikel:

Der Hurra-Faktor und die Netzwerke

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Daniel Rohrig
Innovativ und ungewöhnlich war zweifelsohne die Location: eine evangelische Kirche im Berliner Ortsteil Friedrichshain.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Daniel Rohrig

Veranstaltungen rund um das Thema Innovation laufen auch heutzutage noch Gefahr, sich zu sehr in Floskeln und Plattitüden zu verlieren. Auch der Innovationskongress 2019 der ZIA bildete hierbei leider keine Ausnahme.

Schreiben Sie einen Lebenslauf mit allen Fehltritten in Ihrem Leben", forderte Peter Russo vom Unternehmensberater Goetzpartners die Zuhörer beim ZIA-Innovationskongress in Berlin auf. Warum? "Um festzustellen, was Sie daraus gelernt haben." Das habe man ihm schließlich im Silicon Valley geraten. Und wenn die nicht innovativ sind, wer dann? "Gehen Sie nachmittags Golf spielen." Warum? Zum Netzwerken natürlich. So geht Innovation in Kalifornien. Denn "Digitalisierung ist kein Ziel, sondern ein Mittel", weiß Blackprint-Booster-Chefin Sarah Schlesinger. "Wir müssen aus den Excel-Tabellen rauskommen." Dann wird es auch etwas mit der Innovation. "Vernetzt Euch und entwickelt Schnittstellentechnologien."

Wo nun wirklich "neues Denken" Realität geworden sei, sei der Vermietungsmarktplatz Airbnb. Zumindest, wenn man den Worten vom Gründer des Innovationsberatungsunternehmens phi360, Arndt Pechstein, Glauben schenken mag. Hierzu brauche man keine eigenen Kapazitäten und nutze diejenigen von anderen. Denn es ist so: "Statt der Messgröße IQ brauchen wir WeQ als Vernetzungsleistung."

Eine nicht ganz neue, aber bestimmt aus ihrer Sicht zeitlos innovative Idee gab die FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg in ihrem politischen Grußwort preis: Die Kräfte des freien Marktes würden den Wohnungsmangel und die überteuerten Wohnungspreise in den deutschen Metropolen schon in den Griff bekommen. "Bauen statt klauen", sei die Lösung. Die derzeitige Politik insbesondere des Berliner Senats sei für sie "eine Reise in die Vergangenheit".

Bayer-Innvoationschefin Monika Lessel findet, dass Innovation "nicht immer eruptiv sein" muss. Nur müssten die Branchenvertreter eben aus ihrer Komfortzone kommen. "Wie wäre es mit Wertpapieren ohne Papier?", fragte sie in die Runde.

Genau diese Komfortzone haben die Mitarbeiter der Postbank offenbar bereits vor einigen Jahren verlassen, indem sie den "Hurra-Faktor" bei der Akzeptanz ihrer Angebote im Netz als maßgebliche Größe herangezogen haben. Antje von Loeper vom Innovationssoftwareanbieter Innosabi jedenfalls ist von dieser Idee angetan. Die Bank könne anhand des Klickverhaltens feststellen, wie sehr die Kunden von einem Angebot begeistert sind.

Bei der Zusammenarbeit unter Kollegen müsse der Mensch stärker im Zentrum stehen, findet Personalchef Sinan Eliguel vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer. "Die Baubranche ist derzeit zu objektfokussiert", moniert er. Ralf Dassau von Vattenfall plichtet ihm bei und ergänzt: "Wir müssen die langen und geschlossenen Flure aufbrechen."

In seiner Eröffnungsrede hatte ZIA-Präsident Andreas Mattner das Ziel der Veranstaltung definiert: "Ich hoffe, dass wir am heutigen Tag die vielen Buzzwords im Innovationsbereich mit echten Inhalten füllen können." So wie es aussieht, wurde dieses Ziel leider nicht erreicht.

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