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Politik | 05.12.2019

Aus IZ49/2019, S. 2

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    CSU
  • Personen:
    Horst Seehofer, Anne Katrin Bohle
  • Immobilienart:
    Wohnen

Der Horst kommt nicht

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnen- und bauminister, sagt mit Bild und Wort Termine aus der Wohnimmobilienwirtschaft zu, um dann im allerletzten Moment wieder abzuspringen. Graut ihm derart vor der Mieter- und Vermieterschaft? Da hilft nur eine Konfrontationstherapie!

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Matthes
Jutta Ochs.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Matthes

Der Horst, Herr Seehofer oder aber der Minister, so heißt es je nach Beziehungsstatus beschwichtigend, der hat halt einfach so viel zu tun. Hat er ja auch bestimmt. Inneres ist ein dicker Brocken. Und dann auch noch die Ressorts Bauen und Heimat so irgendwie zwischendurch. Das will ja keiner kleinreden. Aber ist das alles wirklich ein Grund, sich ständig bei Veranstaltungen zum Thema Wohnimmobilien mit Bild und Wortbeitrag anzukündigen und dann kurz vor knapp abzusagen? So gerade wieder geschehen beim Kongress Soziale Stadt sowie jüngst beim Tag der Wohnungswirtschaft in Berlin. Im vergangenen Jahr bei der Expo Real schnüffelte schon das BKA mit den Sprengstoffhunden an den Ständen, um die Sicherheit des Ministers zu garantieren. Der aber dann doch nicht kam. In diesem Jahr hat Seehofer in München leicht variiert. Das sagte er, er könne nicht zur Expo, aber sende seine rechte Wohnungshand, Staatssekretärin Anne Katrin Bohle. Die er dann wegen plötzlicher Unabkömmlichkeit in Berlin alle sorgfältig vorbereiteten Termine absagen ließ.

Die Liste der Seehofer-Absagen in letzter Sekunde ist noch länger. Und das verleitet dazu, der Sache auf den psychologischen Grund zu gehen. Müssen wir davon ausgehen, dass der Minister zwar denkt, dass er da eigentlich hinmüsste. Aber je näher der Termin rückt, umso elender wird es ihm, weil es so grauslig werden könnte, bis er schließlich die Notbremse zieht und noch hastig einen Rückzieher macht?

Man dürfe dem Seehofer Horst nicht unterstellen, dass er keine Liebe zum Thema Wohnen hätte, heißt es aus seiner Partei. Er leide, ähnlich wie übrigens Uli Hoeneß, wenn der Rentner in München keine gescheite Wohnung mehr bezahlen könne. Und das Baukindergeld für junge Familien, das habe er so richtig gerne. Ebenso das erhöhte Wohngeld von 2020 an. Beim ganzen Rest aber, Bremse, Deckel, Kommissionen etc., da gebe es doch ständig nur zermürbenden Ärger. Mit den Ländern, mit den Mietern, mit den Vermietern. Den einen ist es zu viel, den anderen zu wenig. Das Genörgel hört nicht auf. Das hält der Horst Seehofer nicht aus.

So darf es aber nicht weitergehen. Die Verärgerung über das Last-Minute-Cancelling zieht weite Kreise, löst Enttäuschung bis Wut aus. Und kommt Seehofer eines Tages doch mal, dann lachen alle und vermuten, er habe einen Avatar geschickt. Die dringende Empfehlung für die Zukunft lautet: Konfrontieren. Also Zähne zusammenbeißen und vorbeikommen. Wenn es geschafft ist, geht's einem besser. Und die nächsten Male werden einfacher.

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