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Märkte | 28.11.2019

Aus IZ48/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Wohnen in Lüneburg wird teurer

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Theda Eggers
Andreas Gnielka, Regina Trope und der neue Marktbericht.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Theda Eggers

Lüneburg. Die Preise für Wohneigentum in der Universitäts- und Hansestadt steigen 2020 wieder stärker, weil das Angebot fehlt und der Zuzug anhält.

Um 29% sind die erzielbaren Kaufpreise für Eigentumswohnungen in der Stadt Lüneburg zwischen 2015 und 2019 gestiegen, die für Einfamilienhäuser um 26%. Nach Zahlen des Marktberichts Lüneburg des Maklerhauses Grossmann & Berger (G&B) wird für 2020 ein weiterer Anstieg um 6,5% auf 2.960 Euro/m² für Eigentumswohnungen und 6,9% auf 3.100 Euro/m² für Einfamilienhäuser erwartet. Das ist ein Zuwachs, der über dem des laufenden Jahres liegt: 4,9% für Wohnungen und 3,9% für Einfamilienhäuser.

"Der Preistrend flacht nicht ab", erklärt Regina Trope, Vertriebsleiterin im G&B-Shop Lüneburg. "Er wird wieder stärker, weil das Angebot fehlt." Andreas Gnielka, Bereichsleiter Wohnimmobilien Bestand/Vermietung und Kapitalanlage, verweist auf Zahlen des Gutachterausschusses Lüneburg. "2016 gab es mit 509 verkauften Eigentumswohnungen und 109 Mio. Euro Umsatz einen Peak - auch durch das Großprojekt Ilmenaugarten auf dem Güterbahnhof. Damit wurde Druck aus dem Kessel genommen." Inzwischen seien die 400 Wohnungen im Ilmenaugarten fast vollständig verkauft und es gebe aktuell kein ähnliches Großprojekt. 2018 wurden 345 Wohnungen für 72 Mio. Euro verkauft.

Das nächste - und möglicherweise letzte - Wohnungsgroßprojekt in Lüneburg ist das Hanseviertel Ost. Auf dem 22 ha großen östlichen Bereich der früheren Schlieffen-Kaserne sollen 650 Wohneinheiten entstehen, davon 210 Sozialwohnungen. Hier wird die Fertigstellung der ersten Wohnungen jedoch frühestens 2022 erwartet. "Für Wohnquartiere dieser Größenordnung fehlt in der Innenstadt Lüneburgs künftig das Flächenpotenzial", erläutert Trope. "Daher sind nur noch kleinere Projekte umsetzbar." So entstehen etwa am Rotenbleicher Weg 71 Wohnungen im Roten Feld - inklusive 30% Sozialwohnungen. 80 Wohnungen werden bahnhofsnah auf dem früheren Areal der Damenmodefabrik Lucia entwickelt.

"Doch diese und andere kleinere Projekte können die Nachfrage nicht befriedigen", so Gnielka. "Deshalb steigen die Preise stärker." So werden im Roten Feld, ein Gründerzeit- und Villenstadtteil, aktuell knapp 4.000 Euro/m² für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser bezahlt. Das größte Potenzial sieht Trope im Stadtteil Mittelfeld, westlich der Innenstadt. Wohnungen und Häuser kosten hier noch unter 2.500 Euro/m². 2020 soll es Richtung 2.700 Euro/m² gehen.

Nachfragedruck und Preisdynamik führen jedoch auch zu Preisschüben in der Lüneburger Nachbarschaft. Hier werden für 2020 Preissteigerungen für Wohnungen und Häuser von über 7% erwartet. Preislich auf Augenhöhe liegt Adendorf, nördlich von Lüneburg an der A 39 Richtung Hamburg, und nur wenig dahinter Bardowick.

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