Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 28.11.2019

Aus IZ48/2019, S. 2

Von Andreas Wende

In diesem Artikel:

Loyalität so wertvoll wie Maximalmiete

Ein loyales Verhältnis zwischen Bürovermietern und dem Bestandsmieter zahlt sich nach Ansicht von Andreas Wende, Geschäftsführer von NAI apollo, auf vielfältige Art und Weise aus - auch finanziell.

Quelle: NAI apollo, Urheber: Andreas Wende
Andreas Wende.

Quelle: NAI apollo, Urheber: Andreas Wende

Der Immobilienmarkt feiert ein Rekordjahr nach dem anderen. Seit Jahren kennen Kauf- und Mietpreise nur noch eine Richtung, während die Verfügbarkeit insbesondere an Büroflächen in den Großstädten konstant zurückgeht. Für Vermieter und Eigentümer ergibt sich daraus ein nachvollziehbarer Gedanke: Im Zuge der Gewinnmaximierung werden auslaufende Mietverträge entweder zu besseren Konditionen verlängert oder aber nicht verlängert. Schließlich bringen Mieterwechsel mehr Geld. Aber was ist wirklich entscheidender, die kurzfristig oder langfristig erzielbare Rendite?

Die Antwort darauf fällt nicht leicht. Schließlich sind Asset-Manager durch Markt- und Eigentümerstrukturen grundsätzlich dazu gezwungen, die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Doch ein Mieterwechsel sollte immer nur die letztmögliche Antwort sein. Das hat mehrere Gründe. Mieter, denen im Falle eines auslaufenden Mietvertrags Vertrauen entgegengebracht wurde, bleiben häufig ebenfalls treu - auch in Zeiten einer rückläufigen Mietpreisentwicklung. Und diese könnten in den nächsten Jahren Realität werden. Loyale Mieter springen nicht einfach ab, nur weil der Markt es zulässt. Zudem sinkt die Fluktuation im Bestand, was unvorhersehbare Kosten etwa durch eine Neuvermietung oder etwaigen Leerstand vermeidet. Stabile Mieteinnahmen lassen sich nun mal besser kalkulieren.

Doch es gibt einen weiteren Vorteil, nennen wir ihn einmal "Regulierungsvorbeugung". Während das Thema Gentrifizierung längst in aller, insbesondere wohnungspolitischer Munde ist, nimmt Verdrängung im Büro- und Einzelhandelssektor einen bislang kleinen Stellenwert ein. Doch das ändert sich. Die Berliner Landesregierung etwa hat bereits laut darüber nachgedacht und auch schon gefordert, Gewerbemietverträge zu regulieren. Mieter sollen aus der Sicht der "Spreepolitiker" die Möglichkeit erhalten, auslaufende Mietverträge zu gleichen Konditionen zu verlängern. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Insbesondere in Kiezlagen wurden Bestandsmieter durch solventere Unternehmen verdrängt, die Mieten wurden maximiert. Das ist ein nachvollziehbares gesellschaftliches Ärgernis, das wir auch in anderen Standorten in Deutschland beobachten können - und es könnte unserer Branche auf die Füße fallen. Dem können wir durch Mieterloyalität vorbeugen. Dadurch verbessert sich übrigens auch unser Ruf.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!