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Märkte | 21.11.2019

Aus IZ47/2019, S. 2

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Christoph von Schwanenflug
  • Immobilienart:
    Shoppingcenter

Die Mapic und die Deutschen

Einkaufszentren haben große Vermietungsprobleme. Dennoch waren relativ wenige Deutsche auf der größten europäischen Einzelhandelsimmobilienmesse, wundert sich IZ-Redakteur Christoph von Schwanenflug. Gibt es in Cannes gar nichts zu entdecken?

Urheber: Christof Mattes
Christoph von Schwanenflug.

Urheber: Christof Mattes

Eigentlich hätte die Mapic in diesem Jahr einen Besucherrekord vermelden müssen. Die Einkaufsmöglichkeiten im Internet fordern die Eigentümer von Verkaufsflächen auf beispiellose Weise heraus. Müsste eine Messe, die neue stationäre Verkaufs-, Gastronomie- und Entertainmentkonzepte präsentiert, nicht gerade jetzt Zulauf haben? Ist nicht so. 2019 kamen 8.200 Besucher, 300 weniger als im vergangenen Jahr. Es ist wie immer. Messen sind voll, wenn es läuft. Läuft es nicht, ist die Eintrittskarte plötzlich zu teuer.

Deutschland steht mit 300 Besuchern auf Platz sieben der Mapic-Nationenwertung. Hinter Belgien. Dabei würden hiesigen Einkaufszentren Impulse in der Vermietung guttun. TK Maxx, Decathlon, Action, dm, Rossmann, irgendein Lebensmittler, ein Foodcourt: Das ist zugespitzt formuliert das aktuelle Retail-Repertoire unserer Centervermieter. Wenn es bei Mode einen Tacken mehr sein soll, werden Levi's, Tommy Hilfiger und Gant draufgepackt, drei der wahrscheinlich langweiligsten Modekonzepte der Welt. Beim Thema Nutzungsmischung hört die Fantasie bei Büro, Fitness und Coworking auf.

Die schwache Präsenz der Deutschen auf der Mapic hat nichts damit zu tun, dass es mit ECE hierzulande nur einen Centerentwickler von internationalem Format gibt. Frankreich hat auch nur zwei. Es liegt auch nicht daran, dass es zu wenige expansionswillige Einzelhändler oder Gastronomen gäbe. Auch wenn Deutschland zugegeben nicht Italien ist, das weltweit die meisten Einzelhandelsformate exportiert.

Es hängt vielmehr mit der Einstellung zusammen. "Ich war einmal auf der Mipim, das war Freizeit genug", schrieb mir neulich ein Makler, als ich ihn fragte, ob er auf der Mapic sei. Dieser Satz bringt es auf den Punkt. Die Vorstellung, dass man zwischen zwei Terminen ein Glas Weißwein mit Blick aufs Meer trinken könnte, macht diese Messe verdächtig. Dabei würde allein schon ein Bummel über die Rue d‘Antibes mit ihren zahllosen in Deutschland bisher nicht vertretenen Modelabels für einen Ladenvermieter die Reise nach Cannes lohnend machen.

Die Deutschen auf der Mapic: Das ist der Chef eines Entwicklers, der ein Einkaufszentrum für einen dreistelligen Millionenbetrag revitalisieren will, sich aber darüber beschwert, dass die Eintrittskarte für das Abendessen zur Verleihung der Mapic Awards 300 Euro kostet. Da geht er doch lieber zum ECE-Empfang. Da sind Essen und Trinken umsonst. Allerdings trifft man dort auch nur Unternehmen wie KiK, C&A und Foot Locker. Und so sehen viele deutsche Einkaufszentren dann auch aus.

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