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Politik | 14.11.2019

Aus IZ46/2019, S. 23

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau DGfM
  • Personen:
    Horst Seehofer, Peter Hauk, Thomas Möller
  • Immobilienart:
    Wohnen

Zoff wegen Holzbauoffensive

Quelle: Stadtsiedlung Heilbronn
Skaio heißt in Heilbronn der erste Zehngeschosser Deutschlands in Holzhybridbauweise.

Quelle: Stadtsiedlung Heilbronn

Baden-Württemberg. Die grün-schwarze Landesregierung hat vor einem Jahr eine Holzbauoffensive beschlossen. Dagegen laufen seither die Lobbyisten der Bauwirtschaft und der Mauersteinindustrie Sturm und drohen mit einer Klage wegen Wettbewerbsverzerrung.

Baden-Württemberg gehört neben Bayern zu den waldreichsten Bundesländern. Die Landesregierung möchte Holzbauweisen fördern und hat sie zum wichtigen Bestandteil ihres Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts gemacht. In den kommenden fünf Jahren soll der Rohstoff Holz als Baustoff mit rund 16,5 Mio. Euro gefördert werden. Die Details sind in dreizehn sogenannten Innovationspaketen festgelegt. Denn "in Bauwerken verarbeitetes Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft speichert langfristig klimaschädliches Kohlendioxid", sagt Forstminister Peter Hauk (CDU). Daher müsse nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels das Bauen mit Holz vorangetrieben werden. Derzeit liegt laut Hauk die Holzbauquote im Land bei rund 30%.

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) und die Bauminister der Länder wollen die schwierige Umsetzung von mehrgeschossigen Gebäuden in Holzbauweise vereinfachen und die Musterbauordnung ändern, die Grundlage für das Baurecht der Länder ist. Das wurde diesen Oktober auf der Bioökonomie-Aktionswoche namens Bionale in Hannover beschlossen.

Das Land Baden-Württemberg will bei seiner Holzbauoffensive Vorbild sein und kündigt an, als Bauherr Musterbeispiele in moderner Holz- und Holzhybridbauweise zu erstellen. Auch im Bereich serielles Bauen sieht die Landesregierung aufgrund der Standardisierung und kostengünstiger Typologien einen Beitrag zur schnellen Bereitstellung von dringend benötigtem Wohnraum, ebenso bei der Aufstockung von mehrgeschossigen Wohnungsbauten.

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) kritisiert die "einseitige staatliche Förderung der Holzbauweise" und hat juristische Schritte angekündigt. Eine Förderung von Mauerwerkskonstruktionen sei aus ökologischer Sicht ebenso wichtig wie die Förderung von Holzanwendungen. Und die DGfM weist auf die fast 60.000 Arbeitsplätze im Südwesten hin, die durch Mauerwerksbauten gesichert würden. In Gesprächen mit den baupolitischen Sprechern der baden-württembergischen Regierungsfraktionen wurde wieder eine "gleichberechtigte Förderung der Massivbauweise" gefordert. Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, hatte bereits im Frühjahr "eine Versachlichung in der aktuellen Ökobilanz-Debatte der Baustoffe Stein, Holz und Beton" angemahnt.

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