Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Projekte | 14.11.2019

Aus IZ46/2019, S. 23

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Ein neues innerstädtisches Gesicht am Bahnhof

Quelle: Blue Estate GmbH
Der Siegerentwurf vereint Wohnen und Arbeiten und schafft einen Boulevard.

Quelle: Blue Estate GmbH

Herrenberg. Die Stadt hat sich für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre eine intensive innerstädtische Entwicklung vorgenommen. 32 Projekte gehören zum Gesamtkonzept. Ein elementarer Baustein ist das BayWa-Areal am Bahnhof.

Das ehemalige BayWa-Areal gehört zu den wichtigsten innerstädtischen Potenzialflächen. Durch die verkehrsgünstige Lage und die Nähe zur Altstadt stand seitens der Stadt schnell fest, dass hier ein urbanes Quartier aus Büros, Gastronomie, Einzelhandel und Wohnen entstehen soll. Auch ein Hotel ist angedacht. Zur Realisierung hatte die Stadt ein Investorenauswahlverfahren ausgelobt.

Als Sieger ging Blue Estate zusammen mit dem Architekturbüro Ackermann und Raff sowie g2 Landschaftsarchitekten hervor (alle aus Stuttgart). Der Entwurf sieht auf dem 7.900 m² großen Grundstück eine Bruttogrundfläche von insgesamt etwa 18.700 m² vor. Davon entfallen 9.250 m² auf die Nutzung Büro und Dienstleistung, ca. 4.880 m² sind fürs Wohnen vorgesehen, 2.900 m² für temporäres Wohnen oder ein Hotel, 1.290 m² für Einzelhandel und 380 m² für gastronomische Nutzungen. Das Quartier erhält eine zweigeschossige Tiefgarage mit etwa 219 Stellplätzen.

Freiräume als zentrales Planungselement

So angenehm eine S-Bahn-Haltestelle quasi vor der Tür für Arbeitnehmer und Bewohner ist, die Abschirmung des Zuglärms für die Bewohner stellte für die Architekten die größte Herausforderung dar. Ein Büroriegel soll die Wohnbebauung und die Freiräume vor Lärm schützen. Dessen Fassade mit ihren Vor- und Rücksprüngen wird gleichsam die neue Visitenkarte der Stadt.

Den Abschluss dieser Bauzeile Richtung Nagolder Straße bildet ein siebengeschossiger schlanker Kopfbau, der als Hotel genutzt werden soll. Wobei darüber der Gemeinderat noch nicht abschließend entschieden hat. Die Hoteliers aus Herrenberg und Umgebung befürchten eine Wettbewerbsverzerrung durch ein Hotel. Uwe Jaggy, geschäftsführender Gesellschafter von Blue Estate, sieht den Entwurf flexibel. Statt eines Hotels könnten auch rund 80 Apartments für Berufspendler entstehen und damit das Thema Wohnen auf Zeit umgesetzt werden.

Entlang der Kalkofenstraße ist eine kammartige Wohnbebauung vorgesehen, die zwei große Wohnhöfe erhält. Laut Entwurf werden 63 Eigentums- und Mietwohnungen mit einem bis vier Zimmern entstehen, 15 davon sozial gebunden. Zur Belebung der Kalkofenstraße schlagen die Architekten eine Einzelhandelsfläche im Sockelgeschoss vor.

Mitten durch das Gelände verläuft ein zentraler Boulevard als Grünachse in Ost-West-Richtung, der an der Nagolder Straße in einen Quartiersplatz mündet. Von dort gibt es eine Sichtachse zur Altstadt mit der Stiftskirche.

Noch diesen Monat will sich der Gemeinderat mit dem Wettbewerbsergebnis befassen. Danach folgen laut Baubürgermeister Tobias Meigel die Kaufverhandlungen für das Grundstück mit dem Wettbewerbsgewinner und die Schaffung des Baurechts. Wann der erste Spatenstich stattfinden kann, steht noch nicht fest.

Bereits 2013 hatte die Stadt das Grundstück mit dem Ziel erworben, dort Wohnen und Arbeiten zu ermöglichen. Das Getreidesilo der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft aus den 1960er Jahren ist längst abgerissen worden. Als es in Betrieb genommen wurde, lag das Grundstück noch am Rande der Stadt. Doch im Laufe der Jahre wuchsen Wohngebiete rund um das Areal. 2002 hatte die Aktiengesellschaft BayWa das Grundstück samt Gebäuden übernommen.

Der Investorenwettbewerb bezog sich nur auf die Hälfte des insgesamt 16.000 m² großen Geländes. Auf dem westlichen Grundstücksteil betreibt BayWa einen Bau- und Gartenmarkt, der aber ebenfalls einer neuen Nutzung weichen soll. Ganz im Osten des Geländes ist zudem ein Neubau für ein noch nicht namentlich bekanntes Herrenberger Unternehmen vorgesehen.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!