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Unternehmen | 14.11.2019

Aus IZ46/2019, S. 7

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:

Insolvenzen treffen Schwarmfinanzierer Exporo und GLS

Quelle: Exporo
Zum Portfolio Marburg, das über Exporo finanziert wurde, gehören Immobilien in Innenstadtlage.

Quelle: Exporo

Zwei weitere Insolvenzen machen dem Markt für Immobiliencrowdinvesting zu schaffen. Erstmals betroffen ist ein über den Marktführer Exporo vermitteltes Investment. Bei dem bereits laufenden Insolvenzverfahren eines Bergfürst-Projekts sieht die Insolvenzverwalterin wenig Chancen, dass die Schwarmanleger auch nur einen Cent zurückerhalten.

Nun hat es auch den Marktführer im Immobiliencrowdinvesting erwischt. Eine über Exporo finanzierte Projektgesellschaft namens Deutsche Mikroapartment (Dema) AG hat letzte Woche Insolvenz beantragt. Damit bekommt die weiße Weste nach 111 zurückgezahlten Immobilienprojekten einen Fleck.

Den Kleinanlegern, die über Exporo insgesamt 1,68 Mio. Euro für die Finanzierung eines Immobilienportfolios aus sechs Bestandsgebäuden im Großraum Marburg (Portfolio Marburg) zur Verfügung stellten, droht ein empfindlicher Verlust. Immerhin ist der Schwarm mit einer nachrangigen Gesamtgrundschuld in Höhe der Forderung besichert - ob ein Veräußerungserlös des Portfolios ausreicht, um Vorrang- und Nachranggläubiger zu befriedigen, darüber wollten weder Exporo noch Dema-Vorstand Hubert Bonn auf Nachfrage mutmaßen. "Exporo befindet sich zurzeit in intensivem Austausch mit der Elbtreuhand Service GmbH als Sicherheitentreuhänder, um die bestmögliche Vertretung der Interessen der Anleger zu ermöglichen", teilt die Plattform lediglich mit.

Gründe für Insolvenzen sind undurchsichtig

Zu den Gründen der Insolvenz gab sich Bonn zurückhaltend. Er habe nach seinem Amtsantritt als alleiniger Vorstand im Mai dieses Jahres festgestellt, dass sich die Gesellschaft in finanzieller Schieflage befindet. Die Sanierung sei gescheitert, nachdem der Versuch, über die Ausgabe neuer Aktien frisches Eigenkapital einzuwerben, erfolglos geblieben war. Bonn kündigte an, bis Ende dieser Woche auch für alle anderen Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge zu stellen. Davon wäre ein weiteres Exporo-Projekt betroffen: Für das Portfolio Marburg II, bestehend aus drei Bestandsimmobilien, warb eine Schwestergesellschaft von Dema 2,18 Mio. Euro bei Kleinanlegern ein.

Um die Rückzahlung ihres Kapitals müssen auch Privatinvestoren bangen, die über GLS Crowd, eine Tochter der GLS Bank, Geld für das Immobilienprojekt Kardinal-Wendel-Gärten im saarländischen Homburg bereitgestellt haben. Die Projektgesellschaft, die Energiebau Ramstein GmbH mit Sitz in Ramstein-Miesenbach (Rheinland-Pfalz), hat beim Amtsgericht Zweibrücken Insolvenz angemeldet.

In den Bau von zwei Wohnblöcken mit 32 Eigentumswohnungen und 3.630 m² Wohnfläche sollte das Schwarmkapital in Höhe von 600.000 Euro fließen. Doch bis auf die Niederlegung der Bestandsbauten und den Aushub der Baugrube ist nach Aussage von Hans Kennel, Geschäftsführer der Energie Ramstein GmbH, nicht viel mehr passiert. Als Hauptgrund gibt er die Hinhaltetaktik eines am Gesamtprojekt interessierten Einzelinvestors an, weswegen sich die Bauvorbereitungen um ein Jahr verzögert hätten. Interessenten für die Wohnungen, die im Schnitt für 2.600 Euro/m² angeboten werden, seien vorhanden, weswegen er zuversichtlich sei, dass die Insolvenz seiner Gesellschaft abgewendet und das Bauvorhaben doch noch weiter vorangetrieben werden könne.

Die Anleger warten seit dem 30. Juni 2019 auf die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals inklusive der auf zwei Jahre festgesetzten 6% Zinsen p.a. Nachdem auch der dreimonatige zeitliche Puffer, den sich der Projektentwickler für die Rückzahlung vertraglich zugesichert hatte, verstrichen war, hatte die Gesellschaft Ende Oktober Insolvenz angemeldet. Laut GLS Crowd hat der Entwickler 700.000 Euro Eigenkapital in das Projekt eingebracht, eine Bankfinanzierung gibt es nicht, dafür aber noch weitere Nachrangmittel über rund 550.000 Euro.

Schlechte Nachrichten gibt es auch für Anleger, die über die Plattform von Bergfürst in das Immobilienprojekt Z19 Stadthaus Plus investiert haben. Die Projektgesellschaft GPV Development hatte bereits im Mai dieses Jahres Insolvenz angemeldet. Nun machte die Insolvenzverwalterin Anke Keller von der Kanzlei Füchsl Berg-Grünenwald den etwa 500 Kleinanlegern, die zusammen 440.000 Euro per Nachrangdarlehen in das Bauprojekt investierten, wenig Hoffnung. Zwar habe eine Gläubigerversammlung im September der freihändigen Veräußerung des Baugrundstücks zugestimmt und es gebe bereits einen Interessenten. Für den Bergfürst-Schwarm werde nach der Veräußerung und der Befriedigung der Grundpfandgläubiger nach Einschätzung der Insolvenzverwalterin aber "sehr wahrscheinlich" nichts übrig bleiben.

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