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Märkte | 14.11.2019

Aus IZ46/2019, S. 2

Von Susanne Trösser

In diesem Artikel:

Macht flexiblere Handelsmietverträge!

Mieter für Einzelhandelsflächen lassen sich weiterhin finden, wenn die Mietverträge flexibler und fairer werden. Außerdem unterstützt diese Entwicklung die Vielfalt, meint Susanne Trösser, Chefin des Rheinischen Immobilienservice.

Quelle: Rheinischer Immobilienservice GmbH
Susanne Trösser.

Quelle: Rheinischer Immobilienservice GmbH

Drei Jahrzehnte lang kannten Einzelhandelsmieten in Top-lagen nur eine Richtung: nach oben. Das hat sich geändert. In vielen wichtigen Einzelhandelslagen haben sich die Mieten stabilisiert, teils sind sie gesunken. Entwicklungen, welche die Nebenlagen seit längerem kennen. Die Laufzeiten ihrer Mietverträge werden kürzer: Anstatt über zehn Jahre werden sie über drei oder fünf Jahre geschlossen. Mittlerweile wird ein Viertel der Kleidung und Schuhe online gekauft. Vor allem Textilfirmen, lange Jahre die größte Mietergruppe, überdenken ihre Shop-konzepte, schließen Läden und reduzieren Bestandsflächen. Entsprechend entfielen 2018 nur noch 3% der Retailabschlüsse auf Flächen mit mehr als 2.000 m2. Ähnlich wird es in Einkaufszentren laufen: Viele eröffneten in den 2000er Jahren, ihre langjährigen Mietverträge laufen bald aus. Vor allem Modegeschäfte, die immer zu den Ankermietern zählten, werden neue Vertragsmodalitäten einfordern.

Die Entwicklung bietet aber auch Chancen. Mieter und Vermieter sollten auf Augenhöhe reden und Verträge mit Anpassungsmöglichkeiten ausarbeiten. Neben Flächen- und Umsatzmieten können Frequenzmieten ins Spiel gebracht werden sowie die Frage, wie online bestellte Ware, die im Geschäft abgeholt wird, in der Miete Berücksichtigung findet. Wenn Mietverträge über drei Jahre abgeschlossen werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass keine Verlängerungsoption gewählt wird. Die Mieter sind nur vorsichtiger geworden. Wer kann bei den Veränderungen im Handel prognostizieren, ob sein Konzept in zehn Jahren noch funktioniert?

Sobald Vermieter in Einzelhandelslagen Kompromisse eingehen, werden Flächen für Händler attraktiv, die sich lange mit Nebenlagen abfinden mussten. Dazu zählen Drogeriemärkte und Gastronomen. Zudem haben viele Supermärkte neue Kleinflächenkonzepte für Innenstädte. Auch sollten Vermieter ihre Handelsimmobilien so umbauen, dass sie für alternative Nutzungsarten verwendbar sind. Denn immer seltener gibt es Interesse an den Obergeschossen, immer häufiger werden ihre Waren kurzfristig geliefert, Lagerflächen werden kaum noch benötigt. Und weil die alten Zeiten vermutlich nicht mehr zurückkommen, warum nicht obere Etagen in Wohnungen oder Büros umbauen? Kurz: Eine größere Vielfalt an Waren anstatt dem Einerlei bekannter Filialisten, ein Mix aus Wohnen und Arbeiten in Fußgängerzonen trägt zu mehr Frequenz und Aufenthaltsqualität bei. Das könnte obendrein dem Einzelhandel neuen Schwung geben.

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