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Digitales | 07.11.2019

Aus IZ45/2019, S. 9

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    ecoworks
  • Personen:
    Emanuel Heisenberg
  • Immobilienart:
    Wohnen

Die Energiewende im Bestand ist wirtschaftlich umsetzbar

Das Start-up ecoworks hat eine Methode entwickelt, um Mehrfamilienhäuser klimaneutral zu bekommen. Durch eine modulare Lösung soll das in nur sechs Wochen möglich sein.

Die Bundesregierung hat bei der GEG-Novelle auf verschärfte energetische Anforderungen verzichtet, diese seien nicht wirtschaftlich darstellbar (siehe "Kabinett will keine EnEV-Verschärfung", IZ 44/19). Das sieht das Berliner Start-up ecoworks etwas anders. Zumindest für einen Teil des Bestands verspricht das Proptech die Möglichkeit, durch eine Verbindung von digitaler Vermessung, Building Information Modeling (BIM) und modularer Fertigung ein Mehrfamilienhaus klimaneutral und energiepositiv zu bekommen.

Das Konzept beinhaltet neue Fassaden mit Energiesparfenstern, die einfach vor die bisherigen Wände montiert werden. Aufs Dach kommen Solarzellen, Heizenergie liefert eine Wärmepumpe, die sich in einem standardisierten Container befindet. Das Gebäude ist damit im Schnitt energieautark, bei leerer Batterie müsste bei Bedarf allerdings Ökostrom dazugekauft werden. Zusammen mit einer Dämmung der Kellerdecke und einem Lüftungssystem zur Wärmerückgewinnung liegen die CO2-Emissionen am Ende bei null. Dabei versteht sich das 2018 gegründete ecoworks als eine Mischung aus Bauunternehmen und Versorger, tritt als Generalunternehmer auf und bleibt für 15 Jahre Betreiber der Energieanlage.

"Da wir mit unserem Konzept die höchste Förderquote erreichen, sind wir im Schnitt 20% bis 30% günstiger als eine konventionelle energetische Sanierungslösung, die derzeit rund 900 Euro bis 1.400 Euro/m² kostet", rechnete ecoworks-Mitgründer Emanuel Heisenberg beim Start-up-Wettbewerb der Nassausischen Heimstätte vor (siehe "Bei Hubitation gibt es nur noch Sieger", IZ 40/19). Gleichzeitig dürfte der Gebäudewert mit der Sanierung deutlich steigen, Heisenberg geht von 25% bis 40% Zuwachs aus.

Erreichbar ist das allerdings nur durch ein standardisiertes Verfahren, das nicht für jede Wohnimmobilie geeignet ist. So haben etwa die Container mit der Wärmepumpe alle die gleiche Größe und müssen aufs Grundstück passen. Die Gebäude selbst müssen eine bestimmte Topologie aufweisen und dürfen maximal fünf Stockwerke haben. Damit sind laut Heisenberg immerhin etwa 5 Mio. der über 40 Mio. Wohneinheiten in Deutschland adressierbar. Das Volumen der Projekte, die sich bereits in Umsetzung befinden, beträgt rund 100 Mio. Euro.

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