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Märkte | 24.10.2019

Aus IZ43/2019, S. 17

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:
  • Städte:
    München
  • Unternehmen:
    Bayerische Hausbau
  • Organisationen:
    Freie Wähler, ÖDP
  • Personen:
    Tobias Ruff, Michael Piazolo
  • Immobilienart:
    Wohnen

Münchner wehren sich gegen Nachverdichtung

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Eine Initiative will weniger Wachstum für München, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Kaum ist der Volksentscheid für den Mietenstopp in Bayern auf den Weg gebracht, schon bringt sich in München die nächste Initiative gegen die Immobilienbranche in Stellung.

Es ist ein Bündnis aus Freien Wählern, der Ökopartei ÖDP und anderen Gruppierungen, die mit dem Bürgerbegehren "gegen maßlose Nachverdichtung" weniger Neubau, mehr Grünflächen und keine neuen Gewerbegebiete für die Stadt fordern. "München wird durch teure Neubauten immer weiter verändert, Grün- und Naherholungsflächen zubetoniert. Diese maßlose Nachverdichtung wollen wir so aber nicht weiter hinnehmen", sagt Michael Piazolo, einer der Sprecher des Bürgerbegehrens sowie Stadtvorsitzender der Freien Wähler in München und darüber hinaus bayerischer Kultusminister.

Darum will das Bündnis vor allem den Gewerbeneubau zurückfahren. Die Grundthese ist, dass das wachsende Angebot an Arbeitsplätzen mehr Menschen nach München lockt. Jeder Quadratmeter Gewerbefläche bringe vier Quadratmeter für Wohnungen mit sich, lautet die Rechnung. "Weniger neue Gewerbegebiete bedeuten auch eine geringere Nachfrage nach Wohnraum und niedrigere Mieten", begründet Tobias Ruff, Stadtrat der ÖDP, den Vorstoß.

Dazu sollen in "durchgrünten Stadtvierteln" wie Trudering, Harlaching, Obermenzing oder Aubing die maximale Geschossflächenzahl auf 0,5 sowie Erhaltung- und Gestaltungssatzungen festgesetzt werden. Bestehende Grünflächen dürfen demnach künftig gar nicht mehr bebaut werden. Auch in Neubaugebieten wird es weniger Wohnungen geben. Dafür müssen künftig bei Bauvorhaben pro Einwohner mindestens 32 m² Grün- und Freifläche eingeplant werden.

Neue Gewerbeflächen sollen nur noch in Ausnahmeflächen ausgewiesen werden, um den Zuzug von Arbeitskräften zu bremsen. In neuen Baugebieten sollen lediglich Wohnungen, die dazugehörige Infrastruktur sowie Gewerbe für die Nahversorgung möglich sein. Außerdem ist die Initiative für einen Stopp der Entwicklungsmaßnahmen im Münchner Norden und Nordosten. In beiden Gebieten könnten einmal Wohnungen für rund 50.000 Menschen sowie mehr als 10.000 Arbeitsplätze entstehen. Dennoch wolle man "nicht jede Nachverdichtung und jedes Gewerbe verhindern", beschwichtigt Piazolo.

Es ist nicht das erste Bürgerbegehren, das sich gegen die Immobilienwirtschaft in München richtet. Seit 2004 gilt in München die Hochhausgrenze von 100 m. Zwar ist ein Bürgerentscheid nur ein Jahr lang bindend, in der Praxis traut sich das Stadtparlament aber nicht an einmal getroffene Entscheidungen heran. Erst jetzt beginnen etwa die Diskussionen um eine Aufhebung der Hochhausgrenze. Entsprechend ablehnend reagieren die Münchner Immobilienunternehmen. Das Begehren würde den Neubau dringend benötigten Wohnraums drosseln und dadurch den vorhandenen weiter verteuern, erklärt die Bayerische Hausbau auf Nachfrage. Zusätzlich würde die Umsetzung "die Wirtschaft, deren Erfolg für den finanziellen Spielraum bei der Gestaltung unserer Stadt essenziell ist, massiv lähmen". Schon jetzt warnt die Münchner FDP vor sinkenden Gewerbesteuereinnahmen.

Um das Begehren umzusetzen, müssen die Initiatoren zunächst etwa 27.000 Unterschriften sammeln.

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