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Märkte | 17.10.2019

Aus IZ42/2019, S. 6

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Hotelbranche besetzt die Nischen

Quelle: R & S Immobilienmanagement
Am Münchner Ostbahnhof betreibt SV Hotel zwei neue Häuser.

Quelle: R & S Immobilienmanagement

Die Konkurrenz ist hart, in den Toplagen finden sich kaum noch Grundstücke. In der Folge weicht die Hotelbranche aus - sie stößt in Nischen wie Apartmentbetriebe und weicht zunehmend in B- sowie C-Städte aus. Die neue Vielfalt hat aber auch ihre Tücken: Für den Verbraucher wird die bunte Hotelwelt immer verwirrender.

Wir sind die Nische in der Nische", sagt Matthias Niemeyer. Der Manager ist Entwicklungschef bei der australischen Kette Adina Hotels. Und als solcher soll er die Expansion in Europa vorantreiben. Die Häuser von Adina sind keine klassischen Hotels. Die Australier bieten Studios und Suiten, in denen die Gäste wie zu Hause selbst kochen, aber auch wie im Hotel Restaurant und Roomservice nutzen können. Die Zimmer sind sogar mit Waschmaschinen und Trocknern ausgerüstet. 36 Hotels dieser Art gibt es weltweit und es sollen mehr werden. In Deutschland hat die Gruppe neun Häuser im Betrieb und sechs Objekte im Bau. Anfang 2021 soll ein Hotel mit mehr als 230 Apartments am Münchner Ostbahnhof eröffnen. "Das wird das Flaggschiff für unsere Expansion in Europa", sagt Niemeyer.

Bis zum Jahr 2024 will die Gruppe etwa 50 Häuser europaweit betreiben, 30 davon sollen in Deutschland stehen. "Das ist unser Kerngebiet", betont Niemeyer. Vor allem in A-Städte wie Hamburg, Frankfurt, Berlin und München zieht es Adina Hotels. "Wir brauchen internationale Gäste, die das Konzept kennen", erklärt Niemeyer. Aber auch B-Städte wie Wiesbaden und Freiburg sind für die Australier interessant; an beiden Standorten lässt Adina derzeit bauen. Im Plan hat das Unternehmen zudem eine zweite Linie, die Adina Suites heißen soll und Häuser mit weniger als 100 Apartments bieten wird. Niemeyer glaubt, dass das Segment zwischen Wohnen und Hotel eine Nische bleiben wird. Er schätzt den Anteil der Sparte am gesamten nationalen Hotelmarkt aktuell auf rund 3%. Doch Niemeyer erkennt Potenzial: Er glaubt, dass die Quote mittel- und langfristig auf etwa ein Zehntel steigen wird.

Auch der Schweizer Betreiber SV Hotel ist auf Expansionskurs und will bis zum Jahr 2021 mindestens acht neue Häuser auf den Markt bringen. Rechtzeitig zur Expo Real hat SV Hotel zwei Häuser in München eröffnet: Das Residence Inn hat 75 Studios, das Moxy bietet 146 Zimmer. Beide Hotels liegen in einem Gebäude im Werksviertel am Ostbahnhof. Dort hat früher unter anderem Zündapp Motorräder hergestellt. Die Schweizer Betreibergesellschaft SV Hotel fungiert an dem historischen Standort als Franchisenehmer für die Marriott-Gruppe. Mit den beiden neuen Häusern betreibt das Unternehmen nun zwölf Hotels mit mehr als 1.900 Zimmern. Doch dabei soll es nicht bleiben. Laut SV-Hotel-Sprecherin Miriam Hinterleitner stehen schon weitere acht Hotels im Expansionsplan. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen bis 2021 rund 1.200 Zimmer bzw. Studios hinzukommen. Auch die Schweizer betreiben Nischenpolitik: Um den wachsenden Bedarf an temporärem Wohnraum zu decken, hat SV Hotel die Eigenmarke Stay KooooK entwickelt. Die beiden ersten Häuser sollen in Bern (2020) und Nürnberg (2021) eröffnet werden. Mit dem Konzept schließe man die Lücke zwischen Airbnb und Mikroliving, sagt Hinterleitner. Zielgruppe für die Häuser mit mehr als 60 Studios sind junge Leute, die ein paar Wochen bis mehrere Monate in einer Stadt bleiben wollen.

SV Hotel und Adina stehen für den Trend, mit neuen Marken in Nischen an neuen Standorten zu stoßen. Deutschland sei für Betreiber und Investoren nach wie vor interessant, sagt Andreas Ewald, Managing Partner von Engel & Völkers Hotel Consulting. Vor allem Nischenprodukte würden derzeit die Vielfalt vergrößern. Doch das hat auch seine Schattenseiten. "Im Markenuniversum gibt es fast für jede Nische eine eigene Marke", meint Ewald. Für den Kunden werde es da immer schwieriger zu verstehen, welcher Name für welches Konzept steht. Der Experte glaubt, dass es bei vielen Hotelgruppen bald zu einer Portfoliobereinigung kommen wird. "Es gibt einfach zu viele Marken, da wird das Pendel zurückschlagen." Das Ausweichen in B- und C-Städte werde sich fortsetzen, meint Ewald. Grund sei der Produktmangel in den Metropolen. Dabei seien die Betreiber aber offenbar mutiger bei der Erschließung neuer Märkte als die Anleger. Die Investoren würden - noch - an Luxushäusern in Metropolen festhalten.

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