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Veranstaltungen | 17.10.2019

Aus IZ42/2019, S. 2

Von Brigitte Mallmann-Bansa

In diesem Artikel:

    Die Expo darf auch Spaß machen

    Auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real ging dieses Jahr alles sehr korrekt zu. Dabei würde ein bisschen mehr Glitzer und Spaß der Seriosität gar keinen Abbruch tun, findet IZ-Chefredakteurin Brigitte Mallmann-Bansa.

    Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Mattes
    Brigitte Mallmann-Bansa.

    Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christof Mattes

    Auf den Beinamen Arbeitsmesse legt die Expo Real schon immer wert. Die Termindichte im Oktober in München war und ist stets hoch. Ohne Zweifel haben die Messegäste hier eine andere Taktung als beim März-Treff Mipim in Cannes.

    In diesem Jahr legten Unternehmen und Besucher starkes Augenmerk auf Ernsthaftigkeit und das, was sich politische Korrektheit nennt. Das bringen offenbar die Zeiten mit sich, in denen notwendiger- und richtigerweise über das Image der Branche, über die Frage der sozialen Verantwortung der Immobilienwirtschaft und die Gleichstellung von Frauen (#metoo lässt grüßen) in der männlich dominierten Immobilienwelt diskutiert wird. Damit sind allerdings auch ein bisschen der Spaß, der Humor und das Miteinander verloren gegangen.

    Der sogenannte bunte Messetrubel war 2019 ziemlich farblos. Kleine Spielchen wie Minigolf an den Messeständen? Fehlanzeige. Menschen in bunten Kostümen in den Gängen? Großer Seltenheitswert. Porträtzeichner? Kartentricks? Carrera-Rennbahn? Nicht mehr gesichtet. Natürlich hat das alles keinen Bezug zu dem Geschäft, das die Messegäste betreiben und das sie umtreibt. Es schadet dem Geschäft aber auch nicht.

    Es schadet nicht, wenn bei den schwierigen Aufgaben, vor denen die Immobilienbranche als Teil unserer Gesellschaft zweifellos steht, auch mal gelacht wird. Wenn die Gedanken zwischen den vielen ernsthaften Gesprächen auf der Messe kurz mal abschweifen dürfen. Wenn mit und übereinander gelacht wird, weil die Kollegin besser zocken kann und der Kollege sich über die Männer im Glitzeranzug freut. Wenn bei der Standparty in der Disko zusammen gerockt wird.

    Denn einer der Hauptpunkte, der Messen ihre Bedeutung gibt, ist das Kennenlernen von möglichen Projektpartnern, das Auffrischen von Geschäftskontakten und der persönliche Austausch. Es geht darum, ein erstes Vertrauen aufzubauen und dem anderen in Erinnerung zu bleiben als jemand, mit dem man gerne im Gespräch bleiben und Geschäfte machen möchte. Im Gedächtnis bleiben beispielsweise diejenigen, mit denen es sich gut reden ließ. Aber auch diejenigen, die über die gleichen Witze geschmunzelt haben. Und diejenigen, die sich beim Tischfußball genauso blöd angestellt haben wie man selbst. Es würde der Expo Real gut zu Gesicht stehen, wenn die Immobilienbranche sich bei aller Ernsthaftigkeit darauf besinnt, dass es auch "menscheln" muss, um erfolgreich zu sein.

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