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Märkte | 04.10.2019

Aus IZ40/2019, S. 23

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

Makro-Probleme für Mikro-Senioren

Entwickler von Mikrowohnkonzepten entdecken immer öfter Senioren für ihre Angebote. Doch ganz problemlos passen die neue Zielgruppe und die Mikroprojekte wohl nicht zusammen.

Neben Mikrowohnangeboten für Studenten und Geschäftsleute forcieren Projektentwickler von Kleinstwohnungen immer öfter auch ihr Geschäft mit einer weiteren Zielgruppe: den Senioren. Die Projektentwickler pantera und i Live etwa wollen ihre Konzepte von Serviced Apartments entsprechend den Bedürfnissen einer älteren Bewohnerschaft anpassen (lesen Sie dazu auch "Die Mikro-Karawane zieht weiter: zu den Senioren", Seite 22). Für Sascia Hauke, Geschäftsführerin von Avia Fund Solution Services, dem Asset- und Property-Manager von AviaRent, ist die Verbindung von Senioren und Mikro mit Blick auf die Marktentwicklung nachvollziehbar. "Viele wollen derzeit in das Seniorensegment einsteigen, weil es inzwischen als dauerhaft attraktives Produkt wahrgenommen wird", erklärt sie. Das hänge in erster Linie mit dem demografischen Wandel zusammen, der über Jahrzehnte eine hohe Nachfrage nach neuen Wohnprodukten für eine älter werdende Bevölkerung in Deutschland verheißt. "Mikrowohnen ist dabei eine Nische, für die nicht die gleiche Expertise wie etwa für den Bau eines Pflegeheims notwendig ist", sagt sie und verweist auf unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen.

Allerdings sieht sie für Mikrokonzepte für Senioren nur eine sehr begrenzte Zielgruppe. Die gemischte Nutzung eines Hauses von Senioren und anderen Zielgruppen sei schwierig, da sich die Ansprüche an den Wohnraum stark unterscheiden. "Die ältere Generation wird mehr Wert auf Serviceangebote am Tag legen, etwa Gemeinschaftsangebote oder Reinigungsdienste."

Ziele ein Projekt ausschließlich auf Senioren, sei auch dies mit einigen Schwierigkeiten verbunden. "Wenn die ältere Generation umzieht, wollen die Menschen die Sicherheit, auch langfristig am neuen Wohnort bleiben zu können. Also auch dann, wenn sie nach und nach im Laufe der Zeit immer mehr Pflege benötigen", erklärt Hauke. Da stoße Mikrowohnen nach ihrer Ansicht an seine Grenzen. "Ein Mikrowohnkonzept, das nicht vollumfänglich barrierefrei ist, wird nicht für eine große Zielgruppe relevant sein", gibt sie zu bedenken.

So argumentiert auch Ian Biglands, Chief Real Estate Officer beim Pflegeheimbetreiber Orpea, der durchaus mit neueren Wohnformaten für Senioren arbeiten will und dabei verstärkt den Service in den Mittelpunkt rückt. "Es stimmt natürlich, dass sich viele Menschen im Alter räumlich verkleinern wollen, weil sie einfach weniger Quadratmeter brauchen", sagt er. Allerdings müssten die Wohnungen dann eben altersgerecht, barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet werden. "Mit Mikroliving lässt sich das nur schwer vereinen. Hinzu kommt auch noch, dass Menschen im Alter eine andere Erwartungshaltung an den Wohnraum haben, als das bei den klassischen Nutzern von Mikrowohnen vielfach der Fall ist", sagt er. So verbrächten Senioren sehr viel mehr Stunden am Tag in der eigenen Wohnung als etwa Pendler und Studenten, gibt Biglands zu bedenken.

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