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Projekte | 19.09.2019

Aus IZ38/2019, S. 25

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:

Peng! Stream-Tower startet mit einem lauten Knall

Quelle: Michael Richmann
Spaß muss sein. Mit vier Konfettikanonen wurde der Grundstein für den Büroturm Stream gelegt.

Quelle: Michael Richmann

Berlin. Ein lauter Knall. Erschrocken fahren die Gäste zusammen. Doch dann ein Aufatmen. Lachen, erleichtertes in die Hände Klatschen. Kein Unfall löst das Getöse aus, sondern vier Konfettikanonen aus Pappe - gezündet in genau dem Moment, in dem der Polier des 90 m hohen Büroturms Stream die Zeitkapsel in die Erde versenkte. Zeitgleich hat ein geplantes 140 m hohes Haus in direkter Nachbarschaft der Mercedes-Benz Arena einen Käufer gefunden.

Der Nachwelt erhalten bleiben sollen beim Bau des Streams zeitgenössische Münzen, die Bauzeichnungen, ein Architekturmagazin und die Firmenpostille des Bauherrn Signa. Errichten lässt die österreichische Gruppe ihr Bürohaus im Stadtteil Friedrichshain. 50.000 m² Bruttogrundfläche umfasst das Gebäude und 50.000 m² hat sich der Onlinehändler Zalando als Mieter gesichert. Der Vertrag an der Tamara-Danz-Straße, Ecke Wanda-Kallenbach-Straße läuft zehn Jahre. 2.500 Menschen will der Schuh- und Kleiderhändler, der nach der Gründung vor elf Jahren Frauen kreischen ließ, wenn die Post die Kartons brachte, hier einen Arbeitsplatz bieten. Auf 42.000 m² entstehen Büros, auf den übrigen 8.000 m² will der Mieter in eigener Regie Gastronomie und Einzelhandel ansiedeln.

Der dem Vernehmen nach 260 Mio. Euro teure Büroturm wird mit 220 Mio. Euro von der Berlin Hyp finanziert. "Damit sind wir alleiniger Finanzierer", freute sich Gero Bergmann, Mitglied des Vorstands der Berlin Hyp, anlässlich des Spatenstichs im Frühjahr.

Signa, die 1999 gegründete Industrieholding von Karstadt-Eigner René Benko, hatte das Stream-Grundstück 2017 als eines der letzten noch unbebauten Areale rund um die Veranstaltungsstätte Mercedes-Benz Arena erworben. Seinerzeit war das nicht ohne Risiko, hat die Initiative mediaspree versenken doch jahrelang verbissen gegen eine zu dichte Bebauung gekämpft. Eher vergebens. Heute gilt Mediaspree am Ufer der Spree als einer der gefragtesten Bürostandorte Berlins mit rasant steigenden Mieten. Hier tummelt sich die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche mit prominenten Mietern wie Mercedes-Benz, Coca-Cola und Platzhirsch Zalando.

"Das Stream wird eines der Highlights an der Mediaspree mit einer modernen und markanten Architektur", sagt Benkos junger deutscher Immobilienchef, Timo Herzberg. Der 90 m hohe Hingucker stammt aus der Feder der Architekten Henry Pudewill und Georg Gewers. Vorgesehen sind im Hochhaus zwei Untergeschosse und 24 Etagen in die Höhe. Der Hauptzugang erfolgt über ein Foyer Richtung Mercedes-Benz-Platz. Im Erdgeschoss wird sich der Empfangsbereich befinden sowie öffentlich zugängliche Gastronomieflächen. Jeweils zwei Obergeschosse sind über innenliegende, offene Treppen miteinander verbunden.

Quelle: Edge Technologies
140 m soll der geplante Edge-Turm messen. Die Baugenehmigung liegt vor.

Quelle: Edge Technologies

Das ermögliche ein "fließendes Raumkontinuum", heißt es in herrlichstem Architektensprech. Im ersten Obergeschoss haben die Baumeister einen Konferenzbereich für bis zu 600 Besucher, Nebenräume und Versorgungsflächen vorgesehen. Ab der siebten Etage wird der Turm schmaler, "zurückstaffeln", sagen die Baumeister. Unter dem Dach gibt es Schulungs- und kleine Konferenzräume, unter der Erde wird die Technik versteckt und entstehen 120 Parkplätze für Autos und 250 für Fahrräder. Geplant ist, den Stream-Tower Ende 2021 fertigzustellen. Bis dahin suchen Benko und Herzberg nach einem Erwerber für den Turm.

Den hat Nachbar Edge Technologies, ein Unternehmen von OVG Real Estate, für den geplanten Büroturm Edge East Side Berlin gerade gefunden. Zugegriffen hat im Rahmen eines Forward-Deals ein Joint Venture aus Allianz Versicherung und Universal-Investment für die Bayerische Versorgungskammer. Das 140 m hohe Hochhaus mit 36 Stockwerken und 65.000 m² entsteht ganz in der Nähe des Streams, an der Warschauer Straße. Die Baugenehmigung für den Solitär liegt vor. 2023 soll der Turm fertig sein. Gebaut wird nach Plänen des Architekturbüros Bjarke Ingels Group (BIG), das einen Architekturwettbewerb gewonnen hatte.

Transaktion: Berlin, Warschauer Brücke

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