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Projekte | 19.09.2019

Aus IZ38/2019, S. 24

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Leipzig
  • Projekte:
    Kohlrabizirkus Leipzig
  • Unternehmen:
    Vicus Group
  • Organisationen:
    Universität Leipzig, Stadt Leipzig
  • Personen:
    Magnus Kaminiarz, Gabriel Schütze
  • Immobilienart:
    Büro, Infrastruktur, Gewerbe allgemein

Kohlrabizirkus wird zum Hivepark

Urheber: Vestico GmbH
So könnte das neue Quartier rund um den Kohlrabizirkus aussehen.

Urheber: Vestico GmbH

Leipzig. Zur Expo Real im vergangenen Jahr stellte Vicus erstmals die Pläne für das 62.000 m2 große Areal des einstigen Großmarkts vor. Rund um das wegen seiner beiden markanten Kuppeln als Kohlrabizirkus bekannte Bauwerk soll ein Technologie-, Medien- und Forschungsstandort entstehen. Der städtebauliche Vertrag für das Hivepark getaufte Projekt soll laut dem Leipziger Entwickler demnächst mit der Stadt geschlossen werden.

Im Zentrum Südost tut sich was. Auf den ehemaligen Flächen des Bayerischen Bahnhofs werden die Vonovia-Tochter Buwog und die Leipziger Gesellschaft Stadtbau 2020 mit der Entwicklung eines Quartiers mit 1.600 Wohnungen, 140.000 m2 Gewerbe- und Büroflächen, Grundschule, Kita und einem großzügigen Park beginnen. Und an der Zwickauer Straße, Ecke Richard-Lehmann-Straße will zudem die Stadt Leipzig für voraussichtlich 70 Mio. Euro eine Sportarena bauen. Die beiden Großprojekte flankieren das Areal vom Kohlrabizirkus, dessen Entwicklung von Vicus ebenfalls angeschoben worden ist und das zum Planungsgebiet Stadtraum Bayerischer Bahnhof gehört.

Während der frühere Großmarkt seit dem Erwerb durch Vicus im Jahr 2017 bereits zu einem Freizeit- und Sportzentrum mit Eisarena, Trampolinpark und Veranstaltungsflächen entwickelt worden ist, sollen auf den angrenzenden Grundstücksteilen im Westen und Osten der 165 m langen und 85 m breiten Halle vor allem Bürogebäude entstehen. Als potenzielle Nutzer hat Vicus unter anderem die Universität Leipzig im Blick, die gleich nebenan, an der Straße An den Tierkliniken, diverse Kliniken für Klein- oder Klauentiere betreibt. Die Universität habe ebenso wie die westlich vom Kohlrabizirkus gelegene Media City oder die Bio City östlich der Tierkliniken Bedarf für Erweiterungsflächen, sagt Gabriel Schütze, Mitglied des Vorstands der Vicus Group und Projektleiter für das Vorhaben. Angedacht sind deshalb kombinierte Büro- und Laborgebäude im Osten des Kohlrabizirkus und Bauten für Verwaltung und Lehre westlich der imposanten Halle.

Von dort erstreckt sich das Areal auf einem schmaleren Streifen in Richtung Süden bis zur Richard-Lehmann-Straße, wo die neue Arena gebaut werden soll. Auf diesem Teil des Grundstücks sieht die derzeitige Planung gleich südlich vom Kohlrabizirkus ein Hochhaus mit Coworking- und Colivingflächen vor. Je nachdem, welche Höhe für den Bau des Hochhauses genehmigt wird, könnten etwa 90.000 m2 BGF rund um den 30.000 m2 großen Hallenbau realisiert werden.

Quelle: Vicus Group AG
Mit einem Durchmesser von 70 m waren die in Schalenbauweise errichteten Kuppeln bei der Eröffnung des Großmarkts im Jahr 1929 eine Attraktion.

Quelle: Vicus Group AG

In der Vergangenheit habe es angesichts großer gewerblicher Leerstände und des niedrigen Mietniveaus in Leipzig kaum Anreize gegeben, dem absehbaren Bedarf für Büros in der schnell wachsenden Stadt gerecht zu werden, sagt Schütze: "Aufgrund der stark zunehmenden Flächenverknappung in Leipzig ist es nun allerhöchste Zeit, hier auch stadtplanerisch tätig zu werden." Deshalb habe Vicus die Entwicklung des Areals voranbringen wollen.

Mit dem ersten städtebaulichen Entwurf für den Kohlrabizirkus beauftragte Vicus den Frankfurter Architekten Magnus Kaminiarz. Der setzte dem mächtigen Kohlrabizirkus das bereits erwähnte Hochhaus entgegen und rahmte den Großmarkt an seinen Längsseiten mit Baukörpern für Büros ein. Dieser Entwurf ist die Basis für die laufenden Verhandlungen mit den zuständigen Planungsämtern. Vonseiten der Verwaltung heißt es auf Anfrage der Immobilien Zeitung: "Die Stadt begrüßt die Ideenskizzen der Vicus Group zur Entwicklung der ehemaligen Leipziger Großmarkthalle und deren Umfeld. Sie sind Zwischenergebnis eines seit etwa zwei Jahren andauernden fachlichen Austauschs zur planerischen Vorbereitung eines Gewerbecampus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Messe. Dabei bilden die beiden denkmalgeschützten markanten Spannbetonhallen, die Sport- und Kulturnutzungen aufnehmen, den Mittelpunkt einer städtebaulichen Neuordnung." Wohnen und Einzelhandel will die Stadt demnach generell ausschließen, das angedachte Hochhaus befinde sich "im Diskurs", ein Bebauungsplanverfahren solle im Zuge der städtebaulichen Neuordnung seitens der Stadt vorbereitet werden.

Bis am Kohlrabizirkus die Bagger anrollen, wird also noch ein Weilchen vergehen. Unterdessen hält Vicus schon mal Ausschau nach potenziellen Investoren zur Realisierung des Vorhabens und sondiert die "zahlreichen Anfragen und Angebote zu einer Beteiligung an dem Projekt von namhaften deutschen und europäischen Investoren". Festgelegt habe man sich aber noch nicht. Auch stehe Vicus nicht unter Verwertungsdruck: "Wir haben aufgrund des nachhaltigen Ertrags des Bestandsobjekts mit seinen etwa 30.000 m2 Mietfläche keinen wirtschaftlichen Druck, das Projekt übers Knie zu brechen", sagt Schütze. Für eine Realisierung der Pläne werden auf jeden Fall kapitalstarke Partner gebraucht. Schütze rechnet mit einem Investitionsvolumen von mindestens 250 Mio. Euro.

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