Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Digitales | 19.09.2019

Aus IZ38/2019, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Ernst & Young
  • Organisationen:
    ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Christian Schulz-Wulkow, Martin Rodeck

Immobilienunternehmen fehlt die Datenstrategie

Die Mehrzahl der Immobilienakteure hat die Wucht der Digitalisierung begriffen, schreiben der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und das Beratungsunternehmen EY in ihrer vierten Studie zum Thema. Mit der Umsetzung tun sich viele Unternehmen aber immer noch schwer.

Die gute Nachricht vorweg: Viele Immobilienunternehmen haben die Notwendigkeit erkannt, in die digitale Transformation zu investieren. Fast ein Viertel (24%) steckt bereits mehr als 5% des Jahresumsatzes in entsprechende Projekte. Vor einem Jahr waren das gerade mal bei 15% der befragten Unternehmen der Fall. "Digitalisierung hat in den Unternehmensstrategien inzwischen einen festen Platz und die hierfür notwendigen Budgets werden gebildet", resümiert Martin Rodeck, Vorsitzender des Innovation-Think-Tanks des ZIA und Deutschlandchef des Entwicklers Edge Technologies.

Dennoch sieht sich fast die Hälfte der befragten Unternehmen (47%) nach wie vor am Anfang der digitalen Transformation, also in der Entwicklungsphase. Dieser Wert blieb gegenüber dem Vorjahr (45%) nahezu unverändert. Überraschend ist der Anteil derjenigen, die sich als digital etabliert sehen, von 32% auf 29% gesunken. Ebenso ging der Anteil derer zurück, die sich als digital herausragend einstufen, und zwar von 8% auf 5%. Um vier Prozentpunkte zugenommen hat dagegen die Zahl der Unternehmen in der Orientierungsphase.

Eine mögliche Erklärung dafür gibt Christian Schulz-Wulkow, Leiter des EY-Immobiliensektors in der Dach-Region: "Mit den mittlerweile beachtlichen und stetig wachsenden Budgets setzt auch ein stärkerer Realitätssinn ein." Mit anderen Worten: Wer Geld in die Hand nimmt und tatsächlich für die Digitalisierung ausgibt, kann ermessen, welch langer Weg noch zurückzulegen ist, um die Transformation zu bewältigen. Das schlägt sich dann auch in der Selbsteinschätzung nieder.

Als Hemmnisse für den digitalen Wandel betrachtet die Immobilienbranche vor allem fehlendes Personal (78%), mangelnde Datenqualität und intransparente Datenstrukturen (73%) sowie die Herausforderungen des Datenschutzes (57%). Zwar sehen 70% der Befragten Potenzial für die Erschließung neuer Geschäftsmodelle auf Basis von Daten, die bereits im Unternehmen vorhanden sind. Doch: "Obwohl unsere Branche seit jeher über einen großen Datenschatz verfügt, hapert es an der Nutzbarmachung", erklärt Schulz-Wulkow.

Erst die digitale Aufbereitung und Vernetzung der Daten ermöglicht es laut Schulz-Wulkow, Techniken wie Data Analytics oder künstliche Intelligenz anzuwenden. "Eine ganz wichtige Rolle spielen dabei unternehmensübergreifende Datenstandards und -strukturen - daran müssen wir gemeinsam arbeiten", betont der EY-Immobilienspezialist. Das Interesse an einer Zusammenarbeit ist grundsätzlich da: Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer wäre bereit, Daten mit anderen zu teilen, wenn sich dadurch eine breitere Datenbasis für alle erreichen ließe. Neben Datenbanken ruhen große Hoffnungen auf der Gebäudesensorik, die schon 40% der teilnehmenden Unternehmen einsetzen.

Für die Studie wurden mehr als 300 Mitarbeiter aus der Immobilienbranche befragt. 46% der Teilnehmer arbeiten in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Mio. Euro, 32% sogar in Großunternehmen mit mehr als 250 Mio. Umsatz im Jahr.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!