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Märkte | 19.09.2019

Aus IZ38/2019, S. 2

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Angela Merkel
  • Immobilienart:
    Büro, Gewerbe allgemein

Die Megatrends verstärken den Zyklus

Seit gut fünf Jahren reden die Auguren von denselben gesellschaftlichen Umwälzungen. Bisher haben sie der Immobilienwirtschaft genutzt. Das wird nicht so bleiben, befürchtet IZ-Redakteur Ulrich Schüppler.

Quelle: Immobilien Zeitung
Ulrich Schüppler.

Quelle: Immobilien Zeitung

Die gewerbliche Immobilienwirtschaft handelt weiterhin expansiv, es wird entwickelt auf Teufel komm raus. Angesichts des nahenden Zyklusendes wirkt das gelinde gesagt kurzsichtig. Gewiss: Momentan haben wir nach den gängigen Kriterien noch gar keine Rezession, die wird frühestens am Ende des dritten Quartals vermeldet werden. Und bis sich eine Schrumpfung der Gesamtwirtschaft auf das langfristig planende Immobiliengeschäft durchschlägt, können erfahrungsgemäß rund anderthalb Jahre vergehen. Manch einer mag sich einreden, dass neben dem Niedrigzinsumfeld laufende Megatrends wie Urbanisierung und Migration dafür sorgen werden, dass ein Nachfragerückgang nicht ganz so hart ausfällt. Das ist ein Irrtum.

Denn inzwischen stehen drei andere Megatrends auf der Türschwelle, die ebenso wie Verstädterung und Wanderungsbewegungen seit mindestens fünf Jahren in jedem Zukunftsreport gebetsmühlenartig wiederholt werden: Demografie, digitale Transformation und Klimawandel. Jeder einzelne davon hat das Potenzial, den gewerblichen Flächenbedarf zu schwächen. Zusammen ergeben sie eine explosive Mischung.

Der demografische Wandel führt dazu, dass bis 2025 in Deutschland über die Hälfte der geburtenstarken Jahrgänge im Rentenalter angekommen sein wird. Die nachrückenden Alterskohorten sind jeweils nur noch halb so stark besetzt. Die Beschäftigtenzahl wird folglich schrumpfen und damit der Bedarf an Büroflächen. Die Digitaltechnik wiederum ist mittlerweile gut genug, um für viele Tätigkeiten Telearbeit zu ermöglichen. Gleichzeitig kann die Auslastung von Büros über Sensoren heute viel kostengünstiger ermittelt werden als noch vor wenigen Jahren. Beides dürfte dazu führen, dass die Unternehmen bei der Flächenbelegung den Rotstift ansetzen. Ein Abschwung würde diesen Effekt verstärken.

Den Klimawandel hat die Politik bisher weitgehend verpennt, doch seit gut einem Jahr wächst der Druck der Straße. Selbst konservative Politiker neigen dazu, angesichts tektonischer Verschiebungen im Wählerwillen energiepolitisch fahrig zu handeln, wie Angela Merkels Rolle rückwärts beim Atomausstieg im Nachgang der Fukushima-Katastrophe bewies. Da die Gebäudewirtschaft neben dem Verkehr einer der größten Klimakiller ist, droht ihr bald ein regulatorisches Korsett. Das könnte Neuentwicklungen in einem Abschwung wirtschaftlich alt aussehen lassen. Statt mehr Büros zu bauen, wäre es daher an der Zeit, bestehende Flächen flexibel, digital vernetzt und klimafreundlich für die Zukunft aufzustellen.

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