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Märkte | 12.09.2019

Aus IZ37/2019, S. 23

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:

Die Bautätigkeit in Franken steigt

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze
Makler rechnen auch in Bayreuth in Zukunft mit steigenden Preisen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Alexander Heintze

Bamberg. In Bayern gehen die Baugenehmigungen zurück. Allerdings gibt es Ausnahmen. Vor allem in den fränkischen Regierungsbezirken wurden deutlich mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahr. Ein Blick auf ausgewählte Städte zeigt, dass überall die Preise und Mieten steigen.

In ganz Bayern sank die Zahl der Baugenehmigungen in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 5%. Insgesamt wurden 30.560 Wohneinheiten von den Behörden zum Bau freigegeben. Vor allem dort, wo viele Wohnungen benötigt werden, sind die Zahlen drastisch zurückgegangen. In München etwa gab es nach Angaben des Immobilienverbands IVD in der ersten Jahreshälfte einen Rückgang von 20% auf 4.660 Wohneinheiten. Allerdings sind in den vergangenen Jahren in der Stadt auch überdurchschnittlich viele Wohnungen genehmigt worden, sodass davon auszugehen ist, dass die Bauträger teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Auch die Rückgänge in den anderen Teilen Bayerns sind wohl eher auf einen statistischen Effekt zurückzuführen. In den Jahren 2017 und 2018 erreichten die Genehmigungen Rekordniveaus.

Dennoch gingen jetzt vor allem in Oberbayern und in der Oberpfalz die Baugenehmigungen jeweils um fast 9% zurück. Dagegen belegen die Zahlen des Statistischen Landesamts ein gesteigertes Interesse der Bauwilligen an Franken. Alle drei Bezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken wiesen im ersten Halbjahr 2019 steigende Zahlen auf. In Oberfranken sind sogar über 14% mehr Wohnungen genehmigt worden als im Vorjahr. In absoluten Zahlen wurden 1.870 neue Wohneinheiten auf den Weg gebracht. In den anderen beiden Regierungsbezirken lagen die Steigerungen bei 3,9% (Unterfranken) und 7,7% (Mittelfranken).

Passend dazu hat der IVD seine Städtereports zu den wichtigsten oberfränkischen Gemeinden Bamberg, Bayreuth und Coburg aktualisiert. "Nicht zuletzt wegen steigender Studentenzahlen ist das Angebot an bezahlbarem Wohnraum in Bamberg knapp", resümiert etwa Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, die Lage in der oberfränkischen Stadt. Immer öfter müssten Miet- und Kaufinteressenten auf Angebote im Umland ausweichen.

"Auf dem Grundstücksmarkt herrscht nach wie vor ein Mangel an Objekten in den innerstädtischen Lagen", ergänzt Andreas Jakob von Engel & Völkers in Bamberg. Neben einigen kleineren Neubauprojekten steht derzeit vor allem die Bebauung der ehemaligen Largade-Kaserne an. Auf 160 ha entstehen unter anderem rund 340 Wohnungen. Die Mieten liegen laut IVD bei durchschnittlich 8,70 Euro/m² für eine Altbauwohnung. Im Neubau werden bis zu 12 Euro/m² bezahlt. Der Durchschnitt liegt hier bei etwa 10,40 Euro/m². Die Kaufpreise sieht der IVD im Bestand derzeit zwischen 1.520 Euro/m² und 3.410 Euro/m². Im Neubau werden bei Wohnungen mit guter Ausstattung und in guten Lagen etwa 3.510 Euro/m² bezahlt.

Auch in Bayreuth sind nach Beobachtungen des Branchenverbands IVD die Preise für Grundstücke in den ersten Monaten des Jahres stark gestiegen. Grundstücke für Mehrfamilienhäuser verteuerten sich um über 14%. Seit 2014 stiegen die Preise für bestehende Mietwohnungen um 28%. Im Neubau können Bauträger aktuell Preise zwischen 3.500 Euro/m² und 3.950 Euro/m² erzielen, bei Topwohnungen sogar bis zu 4.150 Euro/m².

Die Mieten halten mit der Entwicklung nicht mit. Durchschnittlich zahlen Mieter im Bestand 8,70 Euro/m² und für Neubauwohnungen um die 10,10 Euro/m². Einzig bei den Studentenwohnungen sei durch die Errichtung einiger Wohnheime eine leichte Entspannung auf dem Mietmarkt erreicht worden, meint Makler Florian Naumann.

Coburg konnte in den vergangenen Jahren auf eine vergleichsweise stabile Entwicklung blicken. Doch der generelle Trend hat auch diese Stadt erreicht. "Die Quadratmeterpreise haben sich in der jüngsten Vergangenheit stark nach oben entwickelt", beobachtet der IVD. Derzeit sind einige Wohnanlagen im Bau oder in Planung. Die Kaufpreise liegen bei 3.300 Euro/m². In Spitzenlagen werden im Schnitt 3.500 Euro/m² erzielt. Hier zeigt sich der Unterschied zum teilweise veralteten Bestand. In diesem Segment liegen die Preise pro Quadratmeter im Durchschnitt bei etwa 1.600 Euro/m². Die Mieten betragen im Neubau im Schnitt bei 9 Euro/m². Für Altbauwohnungen werden rund 7,50 Euro/m² bezahlt. "Nach wie vor ist der Coburger Mietmarkt durch ein begrenztes Angebot an bezahlbaren sowie barrierefreien Mietwohnungen aller Größenordnungen in den innerstädtischen Lagen geprägt", erklärt Michael Leib vom IVD-Mitgliedsunternehmen Leib Immobilien. Er rechnet damit, dass immer mehr Menschen deshalb in den Landkreis ausweichen werden.

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