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Märkte | 12.09.2019

Aus IZ37/2019, S. 19

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Kommunen müssen kooperieren

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Über eine bessere Verzahnung zwischen Frankfurt und seinem Umland machen sich auch Investoren Gedanken.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Rhein-Main. Die Region ist ein hochattraktives Investmentumfeld. Darin waren sich die Redner beim Immobilien-Dialog Rhein-Main von Heuer Dialog einig. Allerdings müsse die Politik eine Menge bei Verkehrsinfrastruktur und Baulandvergabe tun, damit das so bleibt.

Schließt das Rhein-Main-Gebiet zu den großen europäischen Ballungsräumen wie London und Paris auf? Von der Bevölkerungszahl her sicher noch lange nicht, aber Investoren nehmen Rhein-Main immer stärker als Einheit wahr. Davon zeigte sich Maik Rissel, Leiter des Immobilien-Portfoliomanagements im Family-Office Marcard, Stein & Co., beim Immobilien-Dialog Rhein-Main überzeugt. "Neben Frankfurt, Wiesbaden und Mainz sehen wir und andere Investoren auch die übrigen Städte, beispielsweise Offenbach, Bad Homburg oder Darmstadt, als interessant an. Das war vor wenigen Jahren noch anders", sagte er.

Das bestätigte Anton Holler, Head of Investment bei GEG Real Estate Management. Allerdings warnte er: "Die Kommunen der Metropolregion arbeiten nicht ausreichend zusammen. Wenn wir das nicht in den Griff bekommen, werden wir stark zurückfallen." Ein weiteres Problem ist die Angebotsknappheit sowohl beim Bauland als auch bei den Arbeitskräften. "Rohbautrupps werden zum Teil direkt auf der Baustelle abgeworben", berichtete Andreas Hülsken, Bereichsleiter Rhein-Main bei Strabag. Die Kommunen forderte er auf, Flächen stärker für gute Konzepte statt höchstbietend zu vergeben, um so nicht zuletzt auf dem Wohnungsmarkt die Preise im Lot zu halten. Für Gewerbe bestätigte Rissel die Angebotsknappheit. Zahlreiche große Akteure hätten in den vergangenen Jahren ihre Investitionsbudgets für die Region nicht ausgeschöpft. Sein Unternehmen reagiere inzwischen mit dem Einstieg in die Baulandentwicklung.

Thomas Horn, Direktor des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, will den Vergleich mit den großen Ballungsräumen nur bedingt gelten lassen. "Wir wollen nicht genauso werden wie Grand Paris oder Greater London. Das sind hochverdichtete Räume. Für uns sind jedoch unsere Grünzüge eine große Stärke", sagte er. Auf anderen Feldern lässt er hingegen große Vorbilder gelten. So müsse die Infrastruktur im großen Zusammenhang gedacht werden und vor allem schneller ausgebaut werden: "Es kann nicht sein, dass wir 30, 40 Jahre planen, um eine neue Schienenstrecke zu realisieren." Insbesondere der bislang nur vorgeschlagene Bahntunnel zum Hauptbahnhof und ein Frankfurter S-Bahn-Ring, vergleichbar mit dem in Berlin, seien von zentraler Bedeutung.

Strabag-Vertreter Hülsken regte einen besseren Ausgleich der Steuereinnahmen zwischen den Kommunen an. Dadurch ließen sich beispielsweise Kinderbetreuung und Infrastruktur besser finanzieren, auch wenn Wohn- und Arbeitsort in zwei verschiedenen Städten und der Verkehrsweg dazwischen in keiner von beiden liegt. Trotz dieser Unzulänglichkeiten sehen die Investoren eine positive Zukunft für Rhein-Main, auch angesichts derzeit eingetrübter Konjunkturaussichten. "Früher war der Markt in Frankfurt ausgesprochen zyklisch. Heute hat sich das durch die Niedrigzinsen geglättet", sagte Portfoliomanager Rissel. Die hohe Nachfrage zeige sich unter anderem darin, dass es bereits strukturierte Bieterverfahren für die Bürovermietung gebe. Hülsken erwartet noch für mindestens fünf Jahre eine hohe Nachfrage nach Büros. Ganz so positiv wollte Holler den regionalen Markt nicht bewerten. Sein Unternehmen sei sehr verhalten, was den Einstieg in neue Projekte betreffe. Insbesondere von Wohnentwicklungen außerhalb von Toplagen solle man derzeit besser die Finger lassen. Büroentwicklungen sind aktuell seiner Meinung nach nur dann vertretbar, wenn sie sich schnell verwirklichen lassen.

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