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Unternehmen | 12.09.2019

Aus IZ37/2019, S. 15

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Sodexo
  • Personen:
    Andreas Kowalski
  • Immobilienart:
    Büro

Das Büro muss alle Interessen bedienen

Quelle: Pixabay, Urheber: StartupStockPhotos
Damit sich Frauen und Männer wohlfühlen, sollten Bürowelten abwechslungsreich gestaltet sein.

Quelle: Pixabay, Urheber: StartupStockPhotos

Büroräume sollten die spezifischen Anforderungen von Frauen und Männern berücksichtigen, betont der Dienstleister Sodexo. Statt die Unterschiede herauszustellen, setzt er aber lieber auf Raum- und Servicekonzepte, die möglichst viele Interessen abdecken.

Darauf angesprochen, wo denn nun die Unterschiede bei den Wünschen von Männern und Frauen an das Arbeitsumfeld genau liegen, will sich Andreas Kowalski, CEO Corporate Services bei Sodexo, nicht festnageln lassen. Am ehesten sieht er sie bei zusätzlichen sogenannten Softservices, die den Alltag erleichtern, wie z.B. Wäschereidiensten oder Angeboten wie einer Kinderbetreuung, die die Vereinbarkeit von Job und Familie fördern. Dort herrsche tendenziell eine höhere Nachfrage bei Frauen. Kowalski betont aber gleichzeitig, dass sich die althergebrachten gesellschaftlichen Rollenbilder gewandelt haben und sich z.B. heutzutage auch Väter der Kinderbetreuung widmen. "Arbeitgeber müssen insgesamt für Familien attraktiv sein, um noch Fachkräfte gewinnen zu können."

Zudem stellt Kowalski fest, dass es positiv spürbar ist, wenn in einem Arbeitsumfeld eine ausgewogene Balance von Frauen und Männern herrscht. "Dann entsteht ein anderer Kommunikationsstil". Dieses Gefühl kann er auch durch eine Studie von Sodexo belegen, nach der Teams, die über ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis verfügen, bessere Leistungskennwerte vorweisen können. Demnach fallen die operativen Margen von Konzerngesellschaften mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis im Management um 8% höher aus als die von Unternehmen, bei denen ein Missverhältnis besteht.

Deshalb hält es Sodexo für sehr wichtig, unter anderem durch die Gebäudeinfrastruktur und die Raumatmosphäre ein offenes Arbeitsumfeld zu schaffen, das beiden Geschlechtern ein produktives Arbeiten ermöglicht. Der Dienstleister fördere mit seinen Ansätzen Diversität, sei es kulturell oder geschlechterspezifisch. Sodexo beteiligt sich in diesem Zusammenhang als "Proutemployer" an einer Initiative der Stiftung Proutatwork, die Menschen von ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Identität - z.B. drittes Geschlecht - unabhängige Arbeitsumfelder ermöglichen will. Prout ist die Abkürzung für Progressive Utilization Theory, ein vom indischen Philosophen Prabhat Ranjan Sarkar entwickeltes Gesellschaftsmodell.

Bei den Bürokonzepten, die Sodexo für seine Kunden entwickelt, will das Unternehmen zudem auf die individuellen Interessen der Mitarbeiter eingehen. Ein selbst entwickeltes Analysewerkzeug unterscheidet zwischen insgesamt acht verschiedenen Mitarbeitertypen. Dabei handelt es sich um Genussmenschen, Netzwerker, Traditionalisten, Verteidiger, Logistiker, Erfolgsmenschen, Realisten und Kreative. Jeder von ihnen soll sich in der späteren Arbeitswelt wiederfinden. Entsprechend heterogen sollte diese gestaltet sein.

Wie genau die Prioritäten in der Belegschaft verteilt sind, erfährt Sodexo im Rahmen von Workshops. Es sei sehr wichtig, die einzelnen Menschen abzuholen, erklärt Kowalski. "Evolution statt Revolution", lautet seine Devise. In den von Sodexo ausgearbeiteten Konzepten finden sich z.B. Stationen für gemeinschaftliches Arbeiten oder für Konferenzen genauso wie solche für konzentrierte Einzelarbeit, für Kaffeepausen oder die Bestellung von Dienstleistungen wie etwa den Paketversand. Unterstützt werden die Konzepte durch digitale Lösungen. So können Sensoren über die Belegung von Räumen oder Arbeitsplätzen Auskunft geben oder Mitarbeiter ihr Mittagessen in der Kantine per App bestellen.

Diese Bürolandschaften entfernen sich gleichzeitig vom alten Modell, das jedem Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz zur Verfügung stellte. Stattdessen gibt es Arbeitsplätze, die von verschiedenen Mitarbeitern je nach Bedarf genutzt werden können. Alternativ können die Mitarbeiter auch von Zuhause aus arbeiten. Dieses Modell verfolgt Sodexo auch im eigenen Unternehmen. "Mit unseren internationalen Kollegen wird ohnehin geskypt", sagt Kowalski. Deshalb spiele es, mit Ausnahme bestimmter Meetings, nur noch eine untergeordnete Rolle, wo sich die Mitarbeiter genau befinden.

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