Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 12.09.2019

Aus IZ37/2019, S. 6

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Den DWS-Einkäufern wird Deutschland zu teuer

Quelle: Pixabay, Urheberin: Licya Puleio
Brüssel ist für die DWS-Einkäufer attraktiv.

Quelle: Pixabay, Urheberin: Licya Puleio

Der Investmentmanager DWS hat zunehmend Schwierigkeiten, in Deutschland Bürogebäude in etablierten Spitzenlagen zu kaufen. Auch bei Hotels sieht er sich inzwischen lieber anderswo um.

Günstiger als hierzulande werden die Perspektiven auf den Gewerbeimmobilienmärkten Helsinki und Brüssel eingeschätzt. Vor allem Büro und Logistik böten in beiden Märkten Chancen auf etwas bessere Gesamtrenditen als der europäische Durchschnitt. Auch in einzelnen französischen Teilmärkten sowie in Warschau würde die mehrheitlich in Besitz der Deutschen Bank befindliche DWS gerne mehr investieren, sagt Matthias Naumann, Chief Investment Officer and Head of Strategy for Alternatives Europe.

Viele der DWS-Immobilienfonds hätten ihre Renditegrenzen nicht abgesenkt und hielten immer noch an der Zielvorstellung 4% bis 5% fest, so Naumann. Das sei mit dem Preisnveau für Topbüroobjekte in Deutschland nicht zu machen. Hier müsse man in interessante Nebenlagen ausweichen, in Berlin sei das der Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain, in London die South Bank und in Paris die Randbezirke im Nordosten. Für Berlin hoffen die DWS-Researcher auf ein Wachstum der Bürospitzenmieten um über 20% im Zeitraum 2019 bis 2023.

Im Hotelsegment möchte DWS für eigene Mandate künftig mehr im Ausland (London, Spanien) einkaufen. Neben der hohen Hotelallokation in Deutschland (ca. 800 Mio. Euro) seien auch die günstigeren Einkaufspreise anderswo entscheidend. "Für sehr langfristig vermietete deutsche Hotels liegt die Spitzenrendite nur noch bei 3,5%", sagt Naumann.

Seine Investoren für Einzelhandelsinvestments zu begeistern, fällt ihm schwer: Die Stimmung gegenüber dem Sektor sei grottenschlecht, Anlegern den Erwerb eines Einkaufszentrums zu präsentieren, sei derzeit ein "regelrechter Kampf", seufzt Naumann. Seine Researcher rechnen für Shoppingcenter in Deutschland und Großbritannien mit Mietrückgängen: Um rund 3% werden demnach die Höchstmieten in deutschen Centern bis zum Jahr 2023 fallen, in britischen Einkaufstempeln sogar um über 7%. Europaweit liegen die DWS-Mietwachstumserwartungen für Center inflationsbereinigt bei nahe Null. Die einzige Ausnahme ist Spanien, mit potenziell ca. 9% Mietplus binnen vier Jahren.

Einen Blick wert ist der DWS der Sektor bezahlbares Wohnen einschließlich Studentenapartments. Auch wenn z.B. in Deutschland mit Mietwohnungen maximal 2,5% Ausschüttungsrendite machbar seien, erhalte man durch solche Anlagen einen stabilisierenden Effekt auf Performance und Volatilität eines Portfolios. Insgesamt gibt sich DWS optimistisch bezüglich der Entwicklung des europäischen Immobilienmarkts: Die gute Nutzernachfrage und die vergleichsweise guten Renditen im Vergleich zu Staatsanleihen sicherten die Performance des Sektors für die kommenden drei Jahre.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!