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Unternehmen | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 32

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

GWW braucht Land

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Das 450 ha große Ostfeld könnte zum entscheidenden Areal für die Stadtentwicklung werden.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Wiesbaden. Die Wohnungsgesellschaft GWW hat im vergangenen Jahr Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Allerdings bekommt das Unternehmen wachsende Schwierigkeiten mit dem Baulandnachschub. Die politischen Querelen um die Geschäftsführung liegen immerhin vorerst auf Eis.

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (GWW) ist im Geschäftsjahr 2018 deutlich gewachsen. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um 35 Mio. auf 548 Mio. Euro, der Jahresüberschuss um 3,9 Mio. auf 17,1 Mio. Euro. "Der Überschuss beruht allerdings zu einem guten Teil auf Einmaleffekten", betont Geschäftsführer Thomas Keller. So sei eine Rückstellung für einen Rechtsstreit nicht benötigt und aufgelöst worden. Zudem wurden zwei große Bauträgerprojekte abgeschlossen und ein Grundstück an der Rosselstraße verkauft. "Dort waren Eigentumswohnungen im Bauträgergeschäft geplant, aber die Marktlage hat uns einen Verkauf der unbebauten Fläche mit einem ähnlichen Ergebnis ermöglicht, wie wir es im Einzelvertrieb erwartet hatten."

Derzeit sind 254 Mietwohnungen im Bau, die im Laufe des Jahres 2020 bezugsfertig werden sollen. Knapp 40% davon sind als öffentlich geförderte Wohneinheiten geplant. Rund 57 Mio. Euro investiert die GWW in dieses Bauvolumen. Darüber hinaus läuft die Energiesanierung von 210 Wohnungen für 22,7 Mio. Euro. Insgesamt verfügen die GWW und die von ihr mitverwaltete, aber rechtlich eigenständige GeWeGe über rund 13.000 Wohneinheiten.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Stadtrat Christoph Manjura (SPD), geht davon aus, dass die politische Vorgabe erfüllt wird, nach der die GWW bis zum Jahr 2021 rund 1.200 Wohnungen auf eigenen Grundstücken errichten soll. Dazu wird voraussichtlich 2021 der Baubeginn für rund 300 Wohneinheiten im Quartier Auf den Eichen im Stadtteil Biebrich der letzte große Beitrag sein. "Danach werden wir auf den Erwerb von Grundstücken angewiesen sein, und da wird es wegen der hohen Baulandpreise schwierig", sagte Manjura. Als nächster Schritt sind bis zum Jahr 2030 rund 4.000 neue Wohnungen geplant, von denen 3.000 im eigenen Bestand bleiben sollen. Laut Manjura diskutiert der Aufsichtsrat, wegen der hohen Landpreise mehr als die 3.000 Einheiten zu halten. Unter dem Strich brauche Wiesbaden dringend ein großes Entwicklungsgebiet. Derzeit ist das 450 ha große Areal Ostfeld in einem frühen Vorplanungsstadium. Allerdings zeichnen sich Probleme unter anderem wegen des angrenzenden Militärflugplatzes ab. Sowohl die Bundeswehr als auch die US-Streitkräfte haben Bedenken geäußert.

Keller weist darauf hin, dass es auch in Gebieten Verzögerungen gibt, die kurz vor dem Baubeginn stehen. So liege für das Linde-Quartier im Stadtteil Mainz-Kostheim zwar der Bauantrag schon in der Schublade, aber immer noch kein rechtsgültiger Bebauungsplan vor. Deshalb könnten auch die Erschließungsarbeiten nicht beginnen. Vor dem Jahresende 2020 sei dort nicht mit dem Beginn des Wohnungsbaus zu rechnen. Im Gebiet Auf den Eichen verzögere eine komplizierte Grundstücksumlegung den Fortgang. Für den ersten Abschnitt des Konversionsgebiets Kastel Housing gebe es im September einen Notartermin zum Flächenerwerb von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Manjura will sich nicht festlegen, wie viele Wohneinheiten auf der Gesamtfläche von Kastel Housing möglich sind. "Dort muss aber Masse entstehen", sagt er.

Ein weiteres großes Thema im Aufsichtsgremium ist eine Deckelung der Mietpreise für Wohnungen der städtischen Gesellschaften. Dazu hat sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen im Stadtparlament bekannt. Welche der verschiedenen möglichen Varianten den politischen Gremien zur Abstimmung vorgelegt wird, will der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 18. September beschließen. Manjura warnt allerdings vor einer Überforderung der GWW: "Mietendeckel, Neubau, Sanierung des Bestands und auch noch Ausschüttungen an die Gesellschafter: Das können wir nicht alles zugleich im vollen Umfang durchhalten." Er plädiert dafür, den Betrag von knapp 3,8 Mio. Euro abzusenken, den die GWW zuletzt an die Stadt bzw. zum Ausgleich der Verluste anderer kommunaler Unternehmen ausgeschüttet habe.

Neben den Finanzen ist das Personal derzeit ein bestimmendes Thema. Das Verfahren zur Besetzung des zweiten Geschäftsführerpostens neben Keller ist wegen politischer Uneinigkeit gestoppt. Laut Manjura wird das vorerst so bleiben: "Ich kann nicht guten Gewissens eine weitere Ausschreibung machen, weil ich keinem Bewerber auf der Welt garantieren kann, dass der Aufsichtsrat ihn oder sie auch bestellt." Deshalb bleibe Keller vorerst alleiniger Geschäftsführer.

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