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Projekte | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 30

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:

Wohnlofts in der Flockenfabrik

Quelle: Delugan Meissl Associated Architects
Maßgeblich zur Identität des Quartiers sollen die umgenutzten Bestandsgebäude der früheren Kellogg-Produktion beitragen.

Quelle: Delugan Meissl Associated Architects

Bremen. Ab 2021 soll im Quartier Überseeinsel gebaut werden. Im ersten Bauabschnitt wird das Kellogg-Areal von WPD-Gründer Klaus Meier angepackt. Hier bleiben mehr Industriebauten stehen als geplant - etwa für Loftwohnungen im Produktionsgebäude. Das Logistikareal nebenan hat jüngst Kurt Zech erworben.

Am vergangenen Freitag wurde der Rahmenplan für die Überseeinsel öffentlich vorgestellt. Sechs Arbeitsgemeinschaften aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten hatten binnen sechs Wochen einen Entwurf für das 41,5 ha große Gesamtareal des Quartiers Überseeinsel zwischen Europahafen und Weser entwickelt. In einer zweiten Stufe wurden drei dieser Büros ausgewählt, im Rahmen eines Gutachterverfahrens das 15 ha große Kellogg-Areal vertieft zu bearbeiten, das Klaus Meier, Gründer des benachbart angesiedelten Windparkentwicklers WPD, 2017 erworben hatte. Die Jury unter den Vorsitz des früheren Hamburger Oberbaudirektors Jörn Walter entschied sich, das Büro Smaq mit der Rahmenplanung zu beauftragen. Die Außenraumgestaltung erfolgt durch Man Made Land, Berlin.

Die Bestandsgebäude des hier bis November 2017 produzierenden Frühstücksflockenherstellers sollen die urbane Mitte des Quartiers bilden. Ursprünglich sollte die großvolumige Produktionshalle, das Gebäude 25, Neubauten weichen. Doch nun werden im Erdgeschoss des Betonbaus mit vorgehängter Klinkerfassade die Energiezentrale des Quartiers, eine kleine Brauerei mit Pizzeria und eine Bäckerei eingerichtet. Darüber sind bis zu 100 Loftwohnungen zwischen 40 m2 und 160 m2 vorgesehen. Diese Eigentumswohnungen - mit Deckenhöhen von 4,5 m - sollen ab 2021 aus 40 m2 großen, dem Raster der Betonkonstruktion (5 m x 8 m) entsprechenden Modulen entstehen.

Zum weiterhin prägenden Bestandsensemble zählt auch das Silo, in dem ein Hotel mit 120 Zimmern sowie 2.000 m2 Bürofläche eingebaut werden. Im Reislager werden über Handels- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss drei Büroebenen eingezogen. Der Baubeginn für Silo und Reislager erfolgt ab Anfang 2020. Co-Investor und späterer Nutzer auf etwa 8.000 m2 wird die Brüning-Gruppe aus Fischerhude, die ihren Hauptsitz nach Bremen verlagert.

Das frühere Kellogg-Verwaltungsgebäude an der Stephanikirchenweide soll als zweizügige Grund- und Oberschule ihren Betrieb wohl zum Schuljahr 2021/2022 aufnehmen. Eine sichtbare Umnutzung hat bereits der vormalige Parkplatz erfahren. Hier hat die Gemüsewerft der Gesellschaft für integrative Beschäftigung (GIB) 450 Hochbeete aufgestellt. Im kommenden Jahr soll hier für die Brauerei zudem ein Hopfengarten angelegt werden.

Ob die Schuppen 4 und 6 an der südlichen Kaikante des Europahafens, die dem Logistikdienstleister Vollers gehören, erhalten bleiben, ist noch in Abstimmung. Die Erbbaurechtsverträge für die Grundstücke laufen bald aus. Eine Nutzung - etwa als Handwerkerhof - ist von den bauphysikalischen, konstruktiven und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.

In den Rahmenplan sind Aspekte der Entwürfe der Büros Smaq und Cobe sowie der Gruppe OMP mit nsp Christoph Schonhoff für das Kellogg-Areal integriert. Cobe hatte das gemischt genutzte Areal mit schmalen Straßenzügen und vier- bis zwölfgeschossiger Bebauung mit Hochhäusern in zweiter und dritter Reihe als Stück Innenstadt konzipiert. Von der Gruppe OMP mit nsp Christoph Schonhoff würdigte die Jury besonders die "Arbeit im Bereich der Verbindung der Horneckestraße mit der Bebauung an der Südseite des Europahafens". Aus dem Entwurf des Büros Smaq mit Man Made Land hatte die Jury empfohlen, die "Idee eines großzügigen Parks direkt an der Weser (heutige Exxon-Fläche)" sowie die breitere Weserpromenade aufzunehmen.

Die brachliegende Exxon-Fläche ist durch Altlasten kontaminiert, die vor allem auf die Zerstörung von Öl- und Treibstoffbehältern durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg zurückgehen. Das gut 2 ha große Areal liegt zwischen dem vormaligen Kellogg-Gelände und dem bisherigen Standort von Reimer Logistics. Reimer ist seit zwei Jahren dabei, seine Unternehmenszentrale samt großer Lager in den Gewerbepark Hansalinie an der A 1 zu verlagern. Vor zwei Wochen wurde öffentlich, dass Kurt Zech die 2,6 ha große Fläche im Quartier Überseeinsel gekauft hat.

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