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Transaktionen | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 15

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Tante Emma ohne Klatsch und Tratsch

Quelle: real GmbH, Urheber: Carlos Albuquerque
Frisches Obst und Terminals: Emmas Enkel in Stuttgart.

Quelle: real GmbH, Urheber: Carlos Albuquerque

Das SB-Warenhaus real wird seinem Ruf gerecht, das technikfreudigste LEH-Unternehmen Deutschlands zu sein. In Stuttgart eröffnete die Firma ein vollautomatisiertes Lebensmittelgeschäft im Westentaschenformat, das rund um die Uhr geöffnet hat. Die Preise sind allerdings hoch.

Die Metro-Tochter real hat am 28. August in Stuttgart (Rosenbergplatz 1) einen Kleinladen mit Namen Emmas Enkel eröffnet. In dem 45 m2 großen Geschäft können Kunden dank umfangreicher Automatisierung an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Lebensmittel und Drogerieartikel einkaufen. Zur Auswahl stehen zunächst 500 Artikel. Kunden von Emmas Enkel bestellen die Ware entweder per Smartphone vor oder geben ihre Bestellung an einem der Terminals im Laden ein. Die Ware lagert in einem 35 m2 großen Raum mit Kühlsystem und kommt über eine automatische Warenausgabe zum Kunden.

real zufolge benötigt die Kommissionierung eines Warenkorbs mit acht Artikeln weniger als eine Minute. Bezahlt wird mit PayPal, EC- oder Kreditkarte, Google Pay oder Apple Pay. Das Kommissionierungssystem hat die Firma Smark von Philipp Hoening und Max Ittermann entwickelt.

Bis auf die Mitarbeiter, die die Ware aus einem real-Markt in Böblingen heranschaffen, kommt bei Emmas Enkel kein Personal zum Einsatz. Dennoch ist es auf der Fläche zumindest unter der Woche tagsüber nicht menschenleer. Der Verkaufsraum geht nahtlos in das Café Herbertz über. "Sollten die Kunden im Rahmen einer mehrmonatigen Testphase unseren Concept-Store annehmen, werden wir rasch weitere Geschäfte in Deutschland eröffnen", sagte real-CEO Patrick Müller-Sarmiento. Mit Blick darauf, dass real mitten im Verkaufsprozess einen solchen Ehrgeiz entwickelt, scherzte der Manager: "Kurz vor Schluss geben wir noch einmal richtig Gas." Müller-Sarmiento sieht die Eröffnung als Ausweis des ungebrochenen Elans von real. Mit dem 2016 eröffneten SB-Warenhaus Markthalle in Krefeld habe man eine "Innovation geschaffen, die weltweit kopiert wird", zudem sei binnen weniger Monate "eine der größten deutschen Online-Handelsplattformen" aufgebaut worden.

Mit dem unbemannten Kleinladen wird real seinem Ruf gerecht, der Technikfreak des deutschen Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu sein. real betrieb von 2008 bis 2013 in Tönisvorst einen Future Store, in dem Ingenieure neue Techniken des Einkaufens erprobten, darunter Weinverkostungsautomaten, Kühlregale mit Touchscreens und Videowand, intelligente Einkaufswagen oder Auskunftsroboter.

Mit Emmas Enkel findet der Name eines Kleinflächenkonzepts Wiederverwendung, das es einige Jahre in Düsseldorf gab und das die real-Mutter Metro 2014 kaufte und kurze Zeit später vom Markt nahm.

Die Fachpresse berichtet mit einem skeptischen Unterton. "Lebensmittel rund um die Uhr, das bieten dem Verbraucher derzeit schon die Tankstellen. Welchen Vorteil hat Emmas Enkel ihnen gegenüber?" schreibt die Lebensmittel Zeitung (LZ). Auch die hohen Preise könnten der LZ zufolge zum Problem werden. "Ein Mandelcroissant für 2,70 Euro - dafür braucht es Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft."

Transaktion: Stuttgart, Rosenbergstraße 1
Transaktion: Krefeld, Hafelsstraße 200
Transaktion: Tönisvorst, Höhenhöfe 19

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