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Unternehmen | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 14

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Vorkassen-Bäckern geht die Luft aus

Die Vorkassenzonen von Supermärkten sind für Bäckereien ein hartes Pflaster. Das bekommt jetzt der Filialbäcker Hofmeister aus Landau zu spüren.

Hofmeister Brot hat einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Der Bäckereifilialist, ein Familienunternehmen in dritter Generation, produziert in Landau und hat 123 Geschäfte in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland. Rund 60% der Verkaufsstellen befinden sich in der Vorkassenzone von Lebensmitteldiscountern. 2018 eröffnete Hofmeister unter dem Namen Crusteo zwei Filialen in Obi-Märkten in Hockenheim und Worms.

Als Grund für die finanzielle Schieflage nennt Hofmeister u.a. deutliche Umsatzrückgänge von rund 15% infolge der heißen Sommer 2018 und 2019 und den "direkten Preisdruck der konkurrierenden Backstationen in den Märkten". Belastend hätten auch gestiegene Rohstoffpreise und der hohe Margen- und Wettbewerbsdruck gewirkt. In Summe führte das zu einer "Liquiditätskrise". Da in den kommenden drei Monaten die Löhne und Gehälter der 676 Beschäftigten von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt werden, ist das Unternehmen von den Personalkosten entlastet. In dieser Zeit werde ein Sanierungsplan erarbeitet, heißt es. Wie schwierig das Geschäft in den Vorkassenzonen ist, zeigt sich daran, dass sich Rewe und tegut mit ihren Bäckereifirmen daraus zurückgezogen haben.

Die Hofmeister-Schieflage ist ein Beispiel für den harten Wettbewerb in der Backbranche. Im Juli hatte es Kronenbrot aus Würselen, einen der fünf größten Brötchenbäcker Deutschlands, erwischt. Die Firma meldete zum zweiten Mal Insolvenz an und stellt den Betrieb nun ein. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Biner Bähr, in der Immobilienbranche aus seiner Zeit als Hertie-Abwickler bekannt. Bähr zufolge herrscht in der Backbranche "großer Verdrängungswettbewerb", ausgelöst durch die "flächendeckende" Ausbreitung von Aufbackstationen. Kronenbrot mit Fabriken in Würselen, Köln und Witten war nach der ersten Insolvenz an einen Investmentfonds aus London verkauft worden. Die Firma belieferte u.a. Aldi Süd.

Den Gang zum Amtsgericht hat im Juli auch die Bäckerei Oebel aus Aachen mit rund 150 Geschäften angetreten. Die Oebel-Läden gehörten früher zu Kronenbrot, wurden während der ersten Insolvenz aber abgespalten. Nach vorübergender Schließung sind die Geschäfte nun wieder geöffnet.

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