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Unternehmen | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 7

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

TLG will dreimal größere Aroundtown kaufen

Quelle: Immobiliem Zeitung, Urheber: Martina Vetter
TLG hat die Zentrale in Berlin, Aroundtown - zumindest steuerlich und rechtlich - in Luxemburg.

Quelle: Immobiliem Zeitung, Urheber: Martina Vetter

Vergangenen Sonntagabend überraschte die Gewerbe-AG TLG Immobilien die Börse mit ihren Übernahmeplänen für den deutlich größeren Wettbewerber Aroundtown. Sollte der Deal zustande kommen, entstünde eine führende europäische Gewerbeimmobilienplattform mit über 20 Mrd. Euro Immobilienvermögen.

Avisco, die in Zypern ansässige Holding des israelischen Geschäftsmanns Yakir Gabay, hat an jenem Sonntag den Verkauf eines Aktienpakets von 9,99% der Anteile an der Luxemburger Immobilienholding Aroundtown an TLG verkündet. Mit zuvor 27% und jetzt noch 17% ist Avisco der größte Einzelaktionär von Aroundtown. Gabays Gesamtvermögen wird von Forbes auf 3,5 Mrd. USD geschätzt.

TLG wird seit diesem Jahr ebenfalls von einem israelischen Investor dominiert: Amir Dayan; ihm gehören gut 29% der TLG-Anteile. Dayan steht zahlreichen Berichten zufolge außerdem hinter der Intown- bzw. Lianeo-Gruppe, deren Investitionen in deutsche Problemimmobilien (Ihme-Center Hannover, Hannibal-Wohnblock Dortmund) in den Medien wiederholt kritisch beleuchtet wurden. Der frühere Intown-Geschäftsführer Sascha Hettrich ist seit Mai Vorsitzender des TLG-Aufsichtsrats. TLG lässt sich das Aroundtown-Aktienpaket gut 1 Mrd. Euro kosten - und zahlt cash, wie die Analysten von J.P.Morgan schreiben. Der Preis je Aktie (8,30 Euro) entspricht nach Analystenrechnung einer satten Prämie von 9,7% auf den Schlusskurs des vorangegangenen Freitags. Eine Option auf den Erwerb weiterer 4,99% an Aroundtown wurde ebenfalls vereinbart, außerdem wurden Gespräche über den Zusammenschluss beider Firmen angekündigt.

TLG will dabei nach eigenen Angaben als der übernehmende Part auftreten - warum, teilen beide Seiten allerdings nicht mit. TLG ist mit einem Immobilienvermögen von 4,6 Mrd. Euro nämlich deutlich kleiner als die über 16 Mrd. Euro schwere Aroundtown, außerdem ist die Aktie aufgrund des geringeren Free Floats weniger liquide (TLG: 53,4% Free Float, Aroundtown: 73%). Der Zusammenschluss soll via Aktientausch erfolgen. Dabei werde sich das Umtauschverhältnis "an dem dann aktuellen Nettoinventarwert der beiden Gesellschaften" orientieren, heißt es dazu. Welchen strategischen Sinn der Zusammenschluss haben könnte, kommuniziert interessanterweise ebenfalls nicht die als "Übernehmende" auftretende TLG, sondern der Aroundtown-Großaktionär Avisco. Der nannte die 9,99%-Beteiligung "den ersten Schritt für eine größere Präsenz am europäischen Gewerbeimmobilienmarkt. Beide Firmen werden sich weiterhin auf Büro- und Hotelimmobilien in Deutschland und den Niederlanden fokussieren, den attraktivsten Sektoren und Standorten im Bereich Gewerbeimmobilien."

TLG war bis vor kurzem auf ostdeutsche bzw. Berliner Gewerbeimmobilien fokussiert und diversifiziert seit vergangenem Jahr in Richtung Westen. Ca. 24% des aktuellen Immobilienbestands entfallen allerdings nicht auf Hotel und Büro, sondern auf den Einzelhandel. Seit Jahresbeginn verstärkt die AG außerdem die Entwicklungsaktivitäten auf eigenen Grundstücken, um das Portfoliowachstum voranzutreiben. Neben dem Hochhausquartier am Berliner Alexanderplatz (Investitionsvolumen: 1,6 Mrd. Euro) wurden weitere Projekte in Dresden sowie das Stadtquartier Wriezener Karree in Berlin-Friedrichshain mit 37.000 m² Mietfläche angekündigt.

TLG habe mit der Zusage, insgesamt knapp 15% der Aroundtown-Aktien zu kaufen, den aktuell verfügbaren eigenen Finanzrahmen von 1,4 Mrd. Euro komplett ausgeschöpft, schreibt J.P.Morgan. "Sollte der Zusammenschluss nicht stattfinden, stellt sich die Frage, wie TLG die eigene Projektpipeline finanzieren kann." Im Mai hatte eine unbesicherte TLG-Anleihe 600 Mio. Euro eingebracht, im Juni kamen via Kapitalerhöhung 222 Mio. Euro zusätzlich dazu.

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