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Märkte | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 2

Von Heike Zauner

In diesem Artikel:

Die Spekulanten zähmen!

Der Mix aus Gut- und Normalverdienern macht den Charme unserer Städte aus, meint Heike Zauner, geschäftsführende Gesellschafterin von DC Developments. Dafür muss man die Grundstücksspekulanten bremsen.

Heike Zauner.

Die Metropolen brauchen Wohnungen. Von Jahr zu Jahr wird die Situation extremer, Menschen fühlen sich gezwungen, auf die Straße zu gehen, um für ihr Recht auf Wohnraum zu kämpfen. Wir, die Projektentwickler, Bauunternehmen und auch Politiker sind gefragt, dem wachsenden Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Mit Mietenstopp und Mietpreisbremse werden keine neuen Wohnungen entstehen, selbst Instandhaltungen werden dadurch fast unmöglich. Aber zu Beginn der Wertschöpfungskette einer Immobilie kann etwas getan werden.

Aktuell werden die Projektentwickler, die bauen und damit einen Beitrag zur Stadtentwicklung beitragen, immer mehr behindert, ein durchmischtes Wohnungsangebot zu schaffen. Es ist mittlerweile fast unmöglich, gerade für die normal arbeitende Bevölkerung ein Angebot zu entwickeln, das auch finanzierbar ist. Die Ursache liegt in den enorm steigenden Grundstückspreisen, die durch vielfache Spekulation im Grundstückshandel angefeuert werden.

Eine der wichtigsten und für mich schnell umsetzbaren Maßnahmen ist daher, die Spekulationen auf Grundstücke zu beenden. Wir haben aktuell hunderttausende Baugenehmigungen für Grundstücke, auf denen trotzdem nicht gebaut wird. Warum? Weil Grundstückshandel leicht gemacht ist. Deshalb müssen sinnlose Anentwicklungen von Grundstücken, die lediglich dem Zweck folgen, es mit Wertsteigerung wieder weiterzuverkaufen, im Wesentlichen unterbunden werden. Warum ist zum Beispiel die Erteilung einer Baugenehmigung nicht an eine damit verbundene unabdingbare Bauverpflichtung des Antragsstellers gekoppelt?

Wir brauchen Lösungen, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern. Es muss für alle Marktbeteiligten zum Selbstverständnis gehören, hier ihren Beitrag zu leisten. Doch das darf nicht ausschließlich auf den Schultern Einzelner lasten und in die völlige Umkehrung der Solidargemeinschaft münden. Schließlich führt eine Umverteilung der Verluste in einem Projekt zu einer enormen Mehrbelastung in den nicht preisgebundenen Wohnsegmenten. Die Unterstützung des sozialen Wohnungsbaus sollte über weitere Zuschüsse seitens der öffentlichen Hand sowie über die Zurverfügungstellung von preiswerten Grundstücken erfolgen.

Ich möchte, dass auch Studenten, Normalverdiener, Rentner etc. es sich weiter leisten können, in Metropolen zu leben. Ich möchte die Vielfalt, die Heterogenität unserer Gesellschaft in den Städten erleben und erkennen. Nicht nur heute, sondern auch noch in 20 Jahren.

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