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Digitales | 05.09.2019

Aus IZ36/2019, S. 2

Von Martin Czaja

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Martin Czaja
  • Immobilienart:
    Hotel & Gastronomie, Büro, Gewerbe allgemein

In einbetonierten Computern überteuert mieten

Neubau-Gewerbeimmobilien bis unter den Rand mit dem Maximum an Technik ausstatten und danach jahrzehntelang teuer vermieten? Dieser Plan wird nicht aufgehen, sagt Beos-Chef Martin Czaja.

Quelle: Beos AG
Martin Czaja.

Quelle: Beos AG

Smarte Gewerbeimmobilien haben das Zeug dazu, uns in Staunen zu versetzen: Die Farbe des Deckenlichts passt sich je nach Tageszeit an, die Heizung meldet automatisch, sobald ein Teil ausgetauscht werden muss - und das Gebäude lernt von allein, wie seine Flächen besser genutzt werden können. Investoren und Entwickler fühlen sich von solchen Beispielen immer stärker angespornt. Sie wollen zu den Vorreitern gehören und - ungeachtet der Kosten - mehr Sensoren, mehr Steuerungselemente, mehr Gadgets verbauen. Schneller, höher, weiter ist jedoch beim Thema technische Gebäudeausstattung oftmals ein riskanter Weg.

Eine Immobilie, die eher einem eingemauerten Großcomputer ähnelt, hält für ihren Eigentümer spätestens bei der anstehenden Neuvermietung böse Überraschungen bereit - zumindest abseits der schillernden Bürotürme in den Innenstädten. Denn während einige Unternehmen allein schon aus repräsentativen Zwecken gezielt High-Tech-Komponenten nachfragen, ist der Spaß vor allem vielen mittelständischen Mietern schlichtweg zu teuer. Bei Anschlussvermietungen sind bestimmte Technologien zudem womöglich nicht gefragt oder bereits so weit überholt, dass aufwändige und teure Erneuerungsmaßnahmen erforderlich werden.

Angesichts dessen sollte der Siegeszug der Budget-Hotellerie als Vorbild dienen: Die Zimmer sind zwar hochwertig und ästhetisch, aber nicht vollgestopft mit unnötigen Spielereien, die der Gast auch dann mitbezahlen muss, wenn er sich gar nicht dafür interessiert. Er kann entscheiden, ob er den Reinigungs- oder Fahrradservice hinzubucht und ins hauseigene Fitnessstudio geht. Diese Selbstbestimmung wünschen sich auch Nutzer von Gewerbeimmobilien. Es geht nicht darum, die Mieteinheiten mit Technik vollzustopfen, die am Ende gar nicht genutzt wird und allen Beteiligten Kosten verursacht. Im Gegenteil: Wir müssen so einfach, robust und flexibel wie möglich bauen.

Das heißt aber auch, dass Zusatzangebote wichtiger werden. Für Büros können das unter anderem Meeting- oder Medienräume sein, die der Mieter für einen anstehenden Kundentermin mieten kann. Für größere Gewerbeparks bietet es sich hingegen perspektivisch an, einen 3D-Drucker aufzustellen, der allen Mietern gegen Gebühr zugänglich ist und der genutzt werden kann, um schnell ein Ersatzteil herzustellen - das Prinzip ist das gleiche wie im Hotel. Natürlich muss der Vermieter dann auch wie ein Hotelier auf individuelle Wünsche reagieren, Erwartungen managen und manchmal Alternativlösungen finden.

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