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Projekte | 29.08.2019

Aus IZ35/2019, S. 24

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

Schiffskabinen als Hotelzimmer

Quelle: MV Werften
Mit einer Größe von 19 m2 fallen die Kabinenmodule für die Global-Klasse großzügiger aus als üblich.

Quelle: MV Werften

Wismar. Am Alten Holzhafen ist seit der Grundsteinlegung im März 2018 ein Hotelneubau entstanden, dessen Zimmer größtenteils aus Modulen von Schiffskabinen bestehen. Bauherr der ungewöhnlichen Herberge mit 98 Zimmern ist der Schiffsbauer MV Werften, Betreiber die Radisson Hotel Group.

Wenn im Sommer Touristen in Heerscharen die schmucke Hansestadt erobern, kann es schon mal schwierig sein, ein Hotelzimmer für Monteure oder Ingenieure der MV Werften zu bekommen. Die sind nämlich an allen drei Standorten des Unternehmens im Einsatz und pendeln mal nach Warnemünde, mal nach Stralsund oder eben nach Wismar. Da liegt der Gedanke, selbst ein Hotel zu bauen und bei Bedarf die eigenen Leute dort unterzubringen, eigentlich ziemlich nahe. Mit Radisson fand die Werft einen Betreiber, der in Papenburg bereits eine ähnliche Kooperation mit der Meyer-Werft vereinbart hat. Aber nicht nur Werftmitarbeiter, sondern auch Touristen oder Geschäftsreisende können sich in das Park Inn mit Kreuzfahrtflair einmieten.

Die Übernachtung in der Mittelklasseherberge am Alten Holzhafen 28 ist nämlich vor allem Ingenieuren, Schiffsoffizieren oder Geschäftspartnern von MV Werften vorbehalten. Während diese das Kreuzfahrtflair mit festem Boden unter den Füßen erleben, bettet ein Gutteil der pendelnden Werftmitarbeiter das Haupt auf einem echten Kreuzfahrtschiff. Die ausgemusterte SuperStar Libra dient mit ihren 709 Passagierkabinen seit 2018 als Unterkunft für die Schiffsbauer, die sich seit der Übernahme durch die Genting-Gruppe aus Hongkong (früher Star Cruises Limited) vor drei Jahren um Aufträge keine Sorgen machen müssen. Genting gehört zu den weltweit führenden Kreuzfahrt- und Freizeitunternehmen und bestellt neue Schiffe natürlich in den hauseigenen Werften.

Quelle: MV Werften
Auf einem 23.000 großen Grundstück am Alten Holzmarkt entstand der Hotelneubau mit Schiffskabinen.

Quelle: MV Werften

In Wismar wird gerade das größte Kreuzfahrtschiff zusammengeschweißt, das bisher in Deutschland gebaut worden ist. Das Schiff der neuen Globalklasse von Genting ist speziell für den asiatischen Markt konzipiert und wird mit 2.500 Kabinen Platz für 5.000 Passagiere bieten. "Eine Werft zu besitzen, bedeutet mehr Flexibilität bei der Integration der neuesten technischen Fortschritte", erklärt Tan Sri Lim Kok Thay, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Genting. Für die technikaffinen Asiaten werden in Wismar Kabinenmodule gebaut, in denen das Licht oder die Klimaanlage mittels Touchpanels gesteuert werden können. Über diese lässt sich etwa nicht nur das Licht an- und ausschalten, sondern auch die passende Lichtstimmung wählen und die Kabine mal in rotes, mal in gelbes oder blaues Licht tauchen oder die Beleuchtung mit der Romantiktaste dimmen.

Quasi als Testlauf für die Serienproduktion der Kabinen ließ MV Werften die Module in das in eigener Regie entwickelte Hotel am Alten Holzhafen 28 einbauen. So kann die Funktionalität der Kabinen durch die Gäste getestet werden, bevor der erste neue Ozeanriese vom Stapel läuft. Aber vielleicht könnte das Kombimodell aus konventionellem Rohbau und vorgefertigten Kabinenmodulen künftig auch bei anderen Bauwerken zum Einsatz kommen. Bei MV Werften und Radisson denkt man derweil schon darüber nach, das Hotel auf dem 23.000 m2 großen Grundstück zu erweitern. Platz dafür wäre reichlich vorhanden.

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