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Projekte | 29.08.2019

Aus IZ35/2019, S. 23

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Coca-Cola-Areal wird ein Wohnquartier

Quelle: i+R Wohnbau Lindau
Blick auf das derzeitige Coca-Cola-Areal, auf dem bald 230 Wohnungen stehen sollen.

Quelle: i+R Wohnbau Lindau

Lindau. Nach langwierigen Abstimmungsprozessen steht fest, dass im Stadtteil Reutin in drei Bauabschnitten ein neues Wohngebiet entstehen wird. Großteils wird dies durch eine Kooperation von drei Investoren möglich, die auf einem ehemaligen Gewerbegebiet sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen errichten werden. Ende 2020 sollen die ersten Bauarbeiten für die insgesamt rund 330 Wohneinheiten beginnen.

Auch in der südwestlichsten bayerischen Stadt herrscht ein erheblicher Wohnungsmangel. Im angespannten Anbietermarkt kann die Nachfrage insbesondere im Neubau nicht befriedigt werden. Dies ist bereits seit einer Wohnungsbedarfsanalyse aus dem Jahr 2015 belegt, wonach bis zum Jahr 2030 voraussichtlich etwa 1.800 Wohneinheiten fehlen werden. Doch zwischen 2008 und 2012 wurden jährlich im Schnitt nur 77 Wohnungen fertiggestellt. Viel zu wenig, um bei einem erwarteten Bevölkerungswachstum bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können.

Das Gebiet Oberes Rothenmoos stellt daher einen entscheidenden Baustein zur Behebung des Defizits dar. Diesen Monat wurde verkündet, dass die Bauarbeiten im insgesamt 2,63 ha großen Plangebiet Rothenmoos im nächsten Jahr beginnen können. Das Besondere daran: 1,8 ha werden von drei Investoren gemeinsam in Übereinstimmung mit der Stadt entwickelt. Dazu gehören die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft GWG Lindau-Bodensee, der Bauträger i+R Wohnbau Lindau mit Hauptsitz im österreichischen Lauterach und Lorenz Schlechter, Chef der Inselbrauerei. Die Anfänge der Zusammenarbeit für die Bebauung liegen bereits acht Jahre zurück.

Auf den Grundstücken der ehemaligen Inselbrauerei, dem sogenannten Coca-Cola-Areal, befand sich bis Ende 2016 ein Gewerbebetrieb. Die Fläche kann auf der Grundlage eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs entwickelt werden. Das dafür erforderliche Bebauungsplanverfahren soll zeitnah durchgeführt werden. Denn mittlerweile besteht eine lange erstrittene vertragliche Vereinbarung zwischen den Projektentwicklern und der Stadt, dass keine gewerbliche Baugenehmigung vorzusehen ist. Oder wie es Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker ausdrückt: "Auch wenn es manchmal erhöhten Abstimmungsbedarf gab, jede überwundene Hürde hat dafür gesorgt, dass das gesamte Projekt schlüssiger wurde."

Unter dem Projektnamen Inselbräupark soll in den nächsten Jahren auf einer Grundstücksfläche von 17.600 m² vielfältiger Wohnraum östlich des Hammerwegs entstehen. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro 1zu1 Löffelholz aus Lindau. Geplant sind 17 Mehrfamilienhäuser mit zwei bis vier Stockwerken. Insgesamt entstehen etwa 230 Wohnungen, teilweise sogar mit Blick auf den Bodensee. Geplant sind 67 geförderte Wohnungen, 62 frei finanzierte Mietwohnungen und 96 Eigentumswohnungen. Dazu acht Doppelhaushälften.

Ein bis vier Zimmer umfassen die von i+R Wohnbau Lindau vorgesehenen Eigentumswohnungen, die teils als familienfreundliche Garten- und Maisonettewohnungen entstehen sollen. Die von der Inselbrauerei geplanten Mietwohnungen werden als zertifizierte Passivhäuser errichtet. Für Mieter mit geringerem Einkommen sind 30% der Wohnungen einkommensorientiert gefördert. Damit soll ein Beitrag für bezahlbares Wohnen in Lindau und gleichzeitig eine soziale Mischung im Quartier erreicht werden.

Zum Freiraumkonzept gehören begrünte Anlagen, kleinere Plätze und große Spielflächen. Das Quartier ist autofrei geplant. Eine Tiefgarage unter den Gebäuden bietet 240 Pkw-Stellplätze, genauso viele Fahrradstellplätze entstehen teils oberirdisch, teils in der Tiefgarage.

Das Ziel ist, für das im Randbezirk des Stadtgebiets befindliche Areal diesen September dem Stadtrat einen Bebauungsplan vorzulegen. Die Investoren hoffen auf ein zügiges Verfahren, damit Ende 2020 oder Anfang 2021 mit dem Bau begonnen werden kann. Im Internet wirbt i+R Wohnbau bereits jetzt um Interessenten. Die dürften schnell zu finden sein. Denn der Bodensee ist das beherrschende Lagekriterium, ganz gleich ob das Grundstück am Seeufer liegt oder die Gebäude aus einer gewissen Entfernung einen Blick auf den Bodensee erlauben. Unterbunden hat die Stadt allerdings die Nutzung nur als Zweitwohnsitz.

Bei der Bebauung im Oberen Rothenmoos wird zuerst die GWG zum Zuge kommen. Sie kann im kommenden Jahr in einem ersten Bauabschnitt auf einer Wiese mit dem Bau von 60 Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern, besonders im sozialen Wohnungsbau, beginnen. Außerdem errichtet die GWG 40 Kettenhäuser als Bauträger. Ein dritter großer, südlich gelegener Bauabschnitt kann durch die GWG in der Zukunft entwickelt werden. Dafür gibt es noch keine konkreten Planungen.

Derzeit hat die noch offene Frage des Ausbaus der Haupterschließungsstraße Hammerweg Vorrang. Der müsste an einer Engstelle verbreitert werden, doch dagegen klagt der Grundstückseigentümer.

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