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Projekte | 29.08.2019

Aus IZ35/2019, S. 20

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Ein Campus für die Südstadt

Quelle: Kaspar Kraemer Architekten
Wohnen, Verwaltung, aber vor allem Lernen wird der Campus Kartause beherbergen, der in der Kölner Südstadt entsteht.

Quelle: Kaspar Kraemer Architekten

Köln. Für den Campus Kartause der Evangelischen Kirche wurde nun der Architekturwettbewerb entschieden. Sieger ist das Kölner Büro Kaspar Kraemer.

Wenn der Kölner wissen will, ob jemand katholisch ist, dann fragt er, ob derjenige "vom rechten Glauben" ist. Der Katholizismus ist mit dem Rheinland so fest verbunden wie Himmel unn Ääd, die Höhner oder eben der Karneval. Da darf man es durchaus als Statement verstehen, wenn ausgerechnet die Evangelische Kirche in der Domstadt eine große Immobilieninvestition tätigt.

"Kirche hat die Aufgabe, mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln ihren Auftrag zu erfüllen und einen Dienst an den Menschen und der Gesellschaft zu leisten. Unser Projekt dient diesem Auftrag in vielfacher Weise. Bildung zu betreiben, war das Erfolgsmodell der Reformation", erklärt Bernhard Seiger, Stadtsuperintendent Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Rund 6.000 m² misst das Grundstück am Kartäuser Wall 24 B, auf dem sich aktuell die Evangelische Familienbildungsstätte und die Melanchton-Akademie befinden. Das dort stehende Bürohaus soll der Abrissbirne weichen und zusammen mit einer bislang als Parkplatz genutzten Fläche mit vier neuen Gebäuden sowie einer Tiefgarage bebaut werden.

Dabei sehen die Pläne für den Campus Kartause unterschiedliche Nutzungen vor. So ist unter anderem bezahlbarer städtischer Wohnraum geplant. Insgesamt 18 öffentlich und frei finanzierte Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern, auch für inklusives Wohnen, sollen in einem der geplanten Baukörper entstehen. Darüber hinaus sind ein Studierendenwohnhaus, Gastronomie sowie Büroflächen für die Kirche und kirchliche Einrichtungen vorgesehen.

Quelle: Kaspar Kraemer Architekten
Die einzelnen Gebäude werden durch einen Arkadengang miteinander verbunden.

Quelle: Kaspar Kraemer Architekten

Der Fokus der nach derzeitigem Planungsstand rund 44 Mio. Euro teuren Entwicklung liegt allerdings auf dem Thema Bildung. Im Haus der Bildung werden gleich fünf Bildungseinrichtungen für Familien, Jugendliche und Erwachsene zusammengelegt, die bislang auf mehrere Standorte verteilt sind: die Familienbildungsstätte, das Jugendpfarramt, Schulreferat, das Pfarramt für die Berufskollegs und die Melanchthon-Akademie. Dabei sollen Synergieeffekte entstehen, wenn die verschiedenen Nutzer sich Räumlichkeiten künftig teilen.

Um die beste städtebauliche Lösung zu bekommen, hat der Evangelische Kirchenverband Köln und Region die Durchführung einer Mehrfachbeauftragung beschlossen. Mitte August entschied er sich für den Vorschlag des Kölner Büros Kaspar Kraemer. Er habe "unsere Idee inhaltlich überzeugend aufgenommen und bildet eine stadtplanerisch sensible Lösung mit Strahlkraft", findet Stadtsuperintendent Steiger.

Dem folgte die Verbandsvertretung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, das höchste Entscheidungsgremium der 57 Gemeinden und vier Kölner Kirchenkreise, und hat das Projekt und seine Finanzierung beschlossen. Nun soll die weitere Planung zügig fortgesetzt werden und Gespräche mit der Stadt Köln folgen.

Was den Entscheidungsträgern an dem Entwurf des Büros Kaspar Kraemer besonders gefallen hatte, war seine offene Struktur mit einem U-förmigen Hof. Um ihn herum gruppieren sich die verschiedenen geforderten Nutzungsarten, die mit einem Arkadengang verbunden sind. Bei den Architekten heißt es hierzu: "Würde und Anspruch religiös geprägten Lebens und des protestantischen Glaubens manifestieren sich in dieser architektonischen Grundform des Miteinanders".

Der Campus Kartause wird in zwei Bauabschnitten realisiert. Zunächst entsteht der östliche Baukörper (auf der Visualisierung rechts), der die Melanchton-Akademie, die Familienbildungsstelle sowie das Schulreferat und das Pfarramt für das Berufskolleg beherbergen wird. Anschließend starten die Arbeiten am zweiten Abschnitt, in dem die Verwaltungsräume, das inklusive Wohnen sowie die 41 Studentenapartments untergebracht werden. Letztere liegen in den Obergeschossen des nördlichen und des westlichen Baukörpers und werden durch den Campanile erschlossen, der als Treppenhaus dient.

Legende:

  • Haus
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