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Märkte | 29.08.2019

Aus IZ35/2019, S. 2

Von Christian Neumann

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Berlin
  • Personen:
    Christian Neumann
  • Immobilienart:
    Wohnen

Eigennutzer werden benachteiligt

Verimag-Geschäftsführer Christian Neumann sieht die Erwerber von Wohneigentum durch die deutsche Politik zu wenig unterstützt und stattdessen eher diffamiert. Das muss sich ändern, sagt er.

Quelle: Verimag, Urheber: Dirk Lässig
Christian Neumann. Quelle: Verimag, Urheber: Dirk Lässig

Quelle: Verimag, Urheber: Dirk Lässig

Das Land fördert die Schaffung und Erhaltung von angemessenem Wohnraum, insbesondere für die Menschen mit geringem Einkommen, sowie die Bildung von Wohnungseigentum." So steht es ausgerechnet in der Landesverfassung Berlins - der Stadt, die Eigentümer im großen Stil enteignen will. Doch auch wenn alle Studien unisono feststellen, dass Wohneigentum der beste Schutz vor Altersarmut ist, wächst der Anteil der Immobilieneigentümer in Deutschland kaum. In Anbetracht einer Eigentumsquote von 15% in Großstädten wie Berlin versagt nicht nur die Politik eklatant, sondern auch der Markt. Denn schließlich sorgen Minizinsen und steigende Realeinkommen (eigentlich) für die perfekten Rahmenbedingungen.

Dass es dennoch zu keiner nennenswerten Eigentumsbildung bei der breiten Bevölkerungsmasse kommt, hat viele Gründe. So werden in den Ballungszentren und Schwarmstädten weniger Wohnungen gebaut, als angesichts des Zuzugs notwendig wäre. Darüber hinaus sorgt die hohe Nachfrage in Kombination mit einer zu geringen Ausweisung von Bauland für stark steigende Grundstückspreise, denen Entwickler durch Produkte wie Coworking und Mikroapartments begegnen. Hierdurch fehlen zunehmend "klassische" Wohnungen, die für Eigennutzer geeignet wären. Das von vielen Kommunen verordnete kooperative Baulandmodell führt zudem zu einer Quersubventionierung zwischen den frei verkäuflichen Einheiten und den auf 6 oder 7 Euro/m2 Miete heruntersubventionierten Wohnungen. Die "normalen" Erwerber übernehmen hier also eigentlich eine staatliche Aufgabe - was ihren eigenen Kaufpreis um zehntausende Euro in die Höhe treibt. So ist Eigentum für viele Schichten nicht mehr leistbar, es bleibt die Miete oder der Wegzug. Übrig bleiben aber auch frustrierte Bürger, die nach Maßnahmen gegen die Immobilienwirtschaft schreien.

Bereits absehbar ist, dass die jüngsten politischen Maßnahmen zu einem weiteren Angebotsrückgang führen werden. Denn Mietendeckel, Mietpreisbremse und Enteignungsphantasien sorgen für große Verunsicherung bei den Kapitalanlegern. Damit rückt der Selbstnutzer, der von diesen politischen Risiken ja nicht betroffen ist, wieder in den Fokus der Entwickler. Nun sind Bund, Länder und Gemeinden gefordert, ihre Verpflichtung zu erfüllen und einen positiven Rahmen für die Schaffung von Eigentum zu setzen und die Diffamierung von Eigentümern zu unterlassen. Dann klappt es auch in breiteren Schichten mit der besten Absicherung gegen Altersarmut.

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