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Märkte | 22.08.2019

Aus IZ34/2019, S. 19

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

In NRW fehlen überall Logistikflächen

Quelle: iStock.com, Urheber: B&M Noskowski
An Flächennachfrage herrscht kein Mangel, ganz im Gegensatz zur Angebotsseite.

Quelle: iStock.com, Urheber: B&M Noskowski

Nordrhein-Westfalen. Ein spürbares Minus verzeichnete der Markt für Logistikflächen im ersten Halbjahr 2019. Verantwortlich ist jedoch nicht die mangelnde Nachfrage, vielmehr fehlt es Nordrhein-Westfalen an ausreichend Logistikflächen. Denn wo das Angebot ausreichend ist, stimmen auch die Umsätze.

Rund 16% lagen die Umsätze von Logistikflächen in Nordrhein-Westfalen (NRW) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres unter den Werten des ersten Halbjahres 2018. Das haben Berechnungen des Maklerunternehmens CBRE ergeben. Insgesamt fanden demnach 674.000 m² Logistikfläche zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2019 in NRW neue Nutzer.

"Bisher war der Flächenmangel auf dem Logistikmarkt vor allem im südlichen Deutschland sehr stark zu spüren - nun breitet er sich immer stärker auf andere Regionen aus. Zu diesen Regionen gehört ohne Frage auch der Logistikmarkt Nordrhein-Westfalen", sagt Rainer Koepke, Head of Industrial & Logistics bei CBRE in Deutschland.

Die Folgen des Flächenmangels sind den Maklern ebenfalls aus anderen Teilen der Republik bekannt: "Die ungebrochene Flächenknappheit zwingt die Nutzer teilweise dazu, auch veraltete Flächen zu beziehen, sofern diese überhaupt auf den Markt kommen, oder auf periphere Standorte auszuweichen", berichtet Josip Perkovic, Director Industrial & Logistics NRW bei CBRE in Köln.

Gerade der Kölner Markt hat in den ersten sechs Monaten des Jahres schwach performt. Das Maklerunternehmen BNPPRE attestierte dem Teilmarkt rund um die Domstadt das schlechteste Ergebnis, das jemals in einem ersten Halbjahr gemessen wurde. Mit einem Umsatz von gerade einmal 57.000 m² wurden in diesem Teilmarkt 57% weniger umgesetzt als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres, und auch das zehnjährige Mittel wurde um 45% deutlich unterboten. Der Flächenmangel dominiert den Kölner Markt, was auch dadurch belegt wird, dass im ersten Halbjahr nicht ein einziger Großabschluss jenseits von 12.000 m² zustande kam; im ersten Halbjahr 2018 waren es immerhin zwei. "Der Mangel an Grundstücken, bei gleichzeitig steigenden Grundstückspreisen und einer zunehmenden Konkurrenz mit anderen Nutzungen, lassen Projektentwicklungen kaum zu", sagt Christopher Raabe, Managing Director und Head of Industrial Services & Investment bei BNPPRE. Daran wird sich nach Raabes Einschätzung auch in absehbarer Zeit nichts ändern. Lediglich im kleinen und mittleren Segment gebe es dann noch Bewegung.

Etwas weniger schlimm sah es in den ersten sechs Monaten im Raum Düsseldorf aus. Zwar ging auch hier der Umsatz zurück, aber mit 12% deutlich weniger stark als im südlicheren Rheinland. Gleichwohl stellen die 76.000 m², die bislang neue Nutzer fanden, den geringsten Halbjahresumsatz dar, den BNPPRE im Düsseldorfer Teilmarkt in den letzten zehn Jahren gemessen hat; er liegt um 30% unter dem langjährigen Schnitt.

Dabei kamen mit 20 Abschlüssen im ersten Halbjahr 2019 genauso viele Verträge zustande wie im gleichen Zeitraum 2018, was die BNPPRE-Makler als Beleg dafür sehen, dass es kein Abflachen auf der Nachfrageseite gibt. Dabei verschob sich aber die Größe der getätigten Abschlüsse. 85% der Verträge gingen über Flächen, die kleiner als 3.000 m² waren, und immerhin noch 45% waren sogar kleiner als 1.000 m². Lediglich ein Großabschluss fand statt: Der Onlinebuchhändler Reuter unterzeichnete einen Kontrakt über rund 30.000 m² für ein Logistikzentrum in Mönchengladbach, das zum Teilmarkt Düsseldorf gehört.

Einen Ausreißerteilmarkt gab es im ersten halben Jahr 2019 in NRW dennoch - und zwar im positiven Sinne: Im Ruhrgebiet wurde die 250.000-m²-Marke geknackt. Mit 262.000 m² lag das Revier nach der Region Berlin mit 270.000 m² auf dem zweiten Rang der umsatzstärksten Logistikregionen der Republik.

Das Ruhrgebietsergebnis liegt nach Angaben von BNPPRE 31% über dem langjährigen Schnitt und 37% über dem Vorjahreswert. Größter Deal war die Anmietung des Textilgroßhändlers L-Shop-Team mit 53.000 m² in Unna. Besonderes Lob erhält der Teilmarkt dafür, dass seine Top-Performance durch eine Steigerung in allen Branchen und Flächengrößen zustande kam.

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