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Märkte | 22.08.2019

Aus IZ34/2019, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesverband Wärmepumpe (BWP)
  • Personen:
    Nicolai Kuß, Annegret Kramp-Karrenbauer, Martin Sabel

Abwracken reicht nicht

Der Vorschlag der CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, eine Abwrackprämie für Ölheizungen einzuführen, erfordert zusätzliche Maßnahmen, finden Verbände und Dienstleister.

Für Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), kommt es bei einer Abwrackprämie für alte Ölheizungen darauf an, wie diese im Detail ausgestaltet wird: "Eine Abwrackprämie hat aus unserer Sicht nur dann einen wirkungsvollen Effekt für die langfristige Minderung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor, wenn statt des Ölkessels erneuerbare Heizungssysteme eingesetzt werden." Derzeit werden hierzulande nach Informationen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 5,8 Mio. Gebäude durch eine Ölheizung versorgt. "Ein Großteil dieser Gebäude ließe sich unkompliziert auf ein regeneratives Heizungssystem wie eine Wärmepumpe oder eine Pelletheizung umrüsten", sagt Sabel. Vor der Neuanschaffung eines Ölkessels solle deshalb geprüft werden, ob es notwendig ist, weiterhin auf fossile Energien zu setzen.

Erneuerbare Energien müssten auch am Wärmemarkt unterstützt werden - "sowohl durch Förderung als auch durch eine faire CO2-Bepreisung und eine deutliche Senkung der Strompreise". Heizöl und Erdgas seien trotz ihrer Klimaschädlichkeit mit deutlich geringeren Abgaben belastet als der Strom für Wärmepumpen, der hohe CO2-Einsparungen ermögliche.

"Wir gehen davon aus, dass im Rahmen der Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung der Preis für erneuerbaren Strom im Verhältnis zu Öl und Gas deutlich sinken wird - das ist auch dringend erforderlich, damit Investitionen in Wärmepumpen auch im Gebäudebestand attraktiver werden und die allgemein geforderte Sektorenkopplung im Wärmemarkt endlich vorankommt", betont Sabel.

Nicolai Kuß, Geschäftsführer des Mess- und Energiedienstleisters Techem, sieht neben dem Heizungsaustausch alter Heizkessel, den er begrüßt, Bedarf für weitere Maßnahmen: "Wir dürfen nicht allein bei Ölkesseln bleiben, müssen neben modernerer Technologie auch den dauerhaften Betrieb von Wärmeerzeugern sichern und Heizungssysteme grundsätzlich ganzheitlich optimieren." Gerade in Mehrfamilienhäusern bestünden komplexe Zusammenhänge zwischen der Wärmeerzeugung im Keller, der Wärmeverteilung durch das Leitungssystem und der Wärmenutzung in den Wohnungen, die häufig unbeachtet blieben. Selbst moderne Heizungsanlagen würden aus diesem Grund oft nicht langfristig effizient betrieben.

Ein mögliches Gegenmittel sei eine permanente, digital gestützte Überwachung der Heizungsanlagen, kombiniert mit einer aktiven Steuerungsfunktion. "Solche Systeme können rund 10% Brennstoff einsparen und Emissionen vermeiden", erklärt Kuß. In der Zukunft sollen sie auch den tatsächlichen Wärmebedarf in den Wohnungen berücksichtigen. " Die Abwrackprämie für alte Heizkessel könnte bei Anlagen ab einer gewissen Größe daran gekoppelt werden, dass der effiziente Betrieb der Neuanlagen auf diese Weise dauerhaft gesichert wird", schlägt der Techem-Geschäftsführer vor.

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