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Märkte | 22.08.2019

Aus IZ34/2019, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Dachverband Deutscher Immobilienverwalter DDIV
  • Personen:
    Martin Kaßler
  • Immobilienart:
    Wohnen

"Die Verwalterbranche rechnet sich kaputt"

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Für die Verwaltung von Mietwohnungen werden Verwalter derzeit mit gut 24 Euro pro Einheit und Monat honoriert.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Die Vergütungssätze für Immobilienverwalter sind weiter gestiegen. Dem Verwalterverband DDIV geht die Entwicklung aber nicht schnell genug vonstatten. Damit sei es für die Branche nicht möglich, die Qualität ihrer Dienstleistungen zu verbessern.

Die Regelsätze der deutschen Immobilienverwaltungen sind im vergangenen Jahr inflationsbereinigt um 2,3% auf monatlich 21,02 Euro pro verwaltete Einheit gestiegen. Das berichtet der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) nach Auswertung seines Branchenbarometers. DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler hält die Vergütungssätze dennoch weiterhin für zu niedrig. Die Sätze müssten steigen, damit die Verwalter die für sie erforderlichen Prozesse zur Qualitätssicherung und -steigerung umsetzen können. "Dem Eigentümer muss klargemacht werden, dass er nur bei leistungsgerechter Vergütung eine adäquate Leistung erwarten kann", fordert der DDIV-Geschäftsführer. Er hat den Eindruck, dass sich die Branche "kaputtrechnet".

Gesetzgeber und Wohnungseigentümer stellten immer höhere Anforderungen an Immobilienverwaltungen. Diese müssten unter anderem den Klimawandel berücksichtigen und sich auf den Fachkräftemangel und digitale Veränderungen einstellen.

Der DDIV bezeichnet es als "richtige, aber nicht ausreichende" Entwicklung, dass die Vergütungssätze in der Mietverwaltung im Vergleich zum Vorjahr um 8,6% und seit 2010 um 25,3% auf 24,05 Euro pro Einheit und Monat angestiegen sind. Inflationsbereinigt betrage die Steigerung aber dennoch jährlich nur 1,7%.

Die meisten der für das Branchenbarometer im Frühjahr 2019 befragten 738 Verwaltungsunternehmen zählen mit 95,9% die Wohneigentumsverwaltung zu ihren Tätigkeitsfeldern. Mietverwaltung bieten 80,5% an. Mit einem deutlichen Abstand folgt die Sondereigentumsverwaltung. Diese hat gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozentpunkte an Bedeutung verloren und liegt nun bei 63,5%. Steigenden Zuspruch erhält bei den Verwaltern das Maklergeschäft, das nun von 42,4% der Befragten ausgeübt wird. Den kleinsten Anteil beansprucht konstant das Facility-Management mit 11,1%.

Mit Blick auf die Umsätze kommt die WEG-Verwaltung auf einen durchschnittlichen Anteil von 57,1% (2018: 56,3%) und die Mietverwaltung auf 18,6% (17,3%). Der Anteil des Vermittlergeschäfts sank von 6,9% auf 4,6%. Noch rasanter ging es beim Facility-Management von 7,5% auf 1,1% abwärts. Die Umsatzerwartungen der Verwalter für das laufende Jahr bleiben weiterhin positiv. Sie rechnen im Schnitt mit einer Steigerung von 8,6%. Allerdings sind die Erwartungen an das Maklergeschäft und das FM zurückgefahren worden.

Bei ihrer Mitarbeiterzahl hat die gute Hälfte der Betriebe aufgestockt. Dennoch ist die Zahl der Beschäftigten pro Verwaltung laut der Untersuchung von zwölf auf zehn Mitarbeiter gesunken, was der Verband damit begründet, dass in diesem Jahr mehr kleinere Betriebe an der Befragung teilgenommen haben als zuvor. Für 2019 erwartet die Mehrheit der Unternehmen eine konstante Personalentwicklung.

Diese wurden zudem nach dem Stellenwert gefragt, den die Digitalisierung bei ihnen einnimmt. Demnach sehen 69,5% ein Potenzial in digitalen Lösungen zur Vereinfachung der Dokumentenverwaltung und Archivierung, beim Schriftverkehr oder der Kundenkommunikation. Zwei Drittel gehen davon aus, dass ihre Tätigkeit durch den Einsatz professioneller Verwaltungssoftware effizienter wird.

Weiterhin ein großes Hemmnis der Digitalisierung sehen viele Verwalter dagegen in fehlenden Softwareschnittstellen, z.B. bei Programmen zur Ressourcenplanung. "Mit der Lösung der Schnittstellenproblematik steht und fällt die Digitalisierung der Branche", glaubt Kaßler. Deshalb habe der Verband eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Potenziale und Voraussetzungen eines einheitlichen Branchenstandards klären soll. "Unser Ziel sind nicht nur Empfehlungen, sondern gemeinsame Lösungen mit Immobiliendienstleistern", betont Kaßler.

Ebenfalls ausgebremst sieht der Verband die Verwalter bei Projekten, bei denen es um energetische Sanierungen oder den Einbau von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge geht. Eine mögliche Lösung findet der DDIV in Förderprogrammen, die stärker auf die Bedürfnisse von Wohnungseigentümergemeinschaften zugeschnitten sind. Weitere Impulse erwartet er von der Reform des Wohneigentumsgesetzes, die unter anderem die Eigentümergemeinschaften bei derartigen Vorhaben durch veränderte Abstimmungsregeln handlungsfähiger machen soll.

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