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Märkte | 22.08.2019

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Aus IZ34/2019, S. 9

Von Naomi Bader

In diesem Artikel:

"Kirchen haben eine Seele"

Quelle: CoRE Campus of Real Estate e.V. an der Nuertingen-Geislingen University
St. Aegidien in Hannoversch Münden ist zu einem gemütlichen Café umgestaltet worden.

Quelle: CoRE Campus of Real Estate e.V. an der Nuertingen-Geislingen University

In Deutschland gibt es etwa 45.000 Kirchen. Aufgrund gesunkener Mitgliederzahlen stehen viele davon heute leer. Deshalb verkaufen Gemeinden seit einigen Jahren ungenutzte Gotteshäuser. Berat [...]

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BEISPIELE

Wohnraum Im Freiburger Stadtteil Zähringen hat die Bauträgergesellschaft Giesinger eine Industriekirche im 1960er-Jahre-Stil umgebaut und erweitert. So sind 42 zwischen 45 m² und 110 m² große Wohnungen entstanden. In enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden erweiterte die Giesinger-Gruppe das Kirchengebäude um zwei Geschosse und eine Tiefgarage unter dem Vorplatz der Kirche. Viele alte Elemente konnte die Gruppe erhalten, wie Fenster und ein gusseisernes Portal als Eingang. Die Kirche sollte bereits 2002 profaniert werden, weil der Sanierungsaufwand 1,5 Mio. Euro betrug. Nachdem sie schließlich 2006 profaniert wurde, scheiterten einige Konzepte an zu hohen Sanierungskosten, bis schließlich die Giesinger-Gruppe auf die Kirche aufmerksam wurde. Bürofläche Aus der ehemaligen Aachener Klosteranlage St. Alfons hat die Firma Schleiff Denkmalentwicklung eine moderne Bürofläche gemacht. Die Firma schaffte in der 1865 erbauten Kirche eine Bürofläche mit 100 Arbeitsplätzen auf 3.700 m². Das Kirchenschiff dient den Mitarbeitern als Aufenthaltsort und Druckerpoint. Seit 2008 arbeiten dort die Mitarbeiter von BET, eines Büros für Energiewirtschaft und technische Planung. Schleiff Denkmalentwicklung wurde für das Projekt mit dem Immobilienmanager-Award 2009 ausgezeichnet. Doch nicht abgerissen Obwohl die St. Martin-Kirche im badischen Offenburg bereits vor vier Jahren verkauft werden sollte, steht sie noch heute. Die Kirche hatte Winfried Schwatlo als Sprecher eingesetzt, um den Gemeindemitgliedern und Nachbarn die Entscheidung - Verkauf und Abriss - mitzuteilen. "Davon hatte ich abgeraten. Ich hätte lieber die Bürger in die vielleicht ebenso am Ende gescheiterte Lösungssuche eingebunden. Es ist wichtig, die Gemeinde vor einer solchen Entscheidung anzuhören und sie einzubinden", sagt Schwatlo. Die Anwohner waren gegen den Plan, die Kirche abzureißen und auf dem Grundstück ein Studentenwohnheim mit integriertem Versammlungsraum, auch für Gebete, zu bauen. Wegen des großen Widerstands der Bürger und trotz potenzieller Käufer entschied der Pfarrgemeinderat im Oktober 2014, doch nicht zu verkaufen. Seitdem vermietet die Gemeinde einige Räume. Die Einnahmen daraus decken die hohen jährlichen Unterhaltskosten aber nicht.

Ein Beitrag aus dem RECHERCHE-NETZWERK DER IZ

Im Rahmen eines Kooperationsprojekts arbeiten die Immobilien Zeitung und die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft zusammen. Autorin dieses Beitrags ist Naomi Bader. Betreut wurde sie von Martin Dowideit (Handelsblatt) sowie Thomas Porten und Brigitte Mallmann-Bansa (beide Immobilien Zeitung).