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Märkte | 22.08.2019

Aus IZ34/2019, S. 2

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Die Kritik am SCPR ist unglaubwürdig

Die Centerindustrie wehrt sich gegen die Mieterbefragung Shoppingcenter Performance Report (SCPR). Zum Teil genügen die Kritiker aber ihren eigen Maßstäben nicht, meint IZ-Redakteur Christoph von Schwanenflug.

Quelle: Immobilien Zeitung
Christoph von Schwanenflug.

Quelle: Immobilien Zeitung

Werfen wir einen Blick auf einige Einwände gegen den Shoppingcenter Performance Report (SCPR). An der Umfrage beteiligten sich im vergangenen Jahr 95 Filialisten. Der German Council of Shopping Centers (GCSC) findet, das seien zu wenige, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Der "Erfolg eines Shoppingcenters" könne nicht anhand "einer einzelnen Fragestellung an sehr wenige Mieter festgestellt werden", heißt es (siehe "Lästige Mieterumfrage"). Der Verband hat aber selbst keine Probleme damit, der Presse eine Umfrage zur Veröffentlichung anzubieten, in der die Stimmung in der Centerbranche auf Grundlage einer Umfrage unter 125 GCSC-Teilnehmern ermittelt wird. Was sind 125 GCSC-Mitglieder im Vergleich zu rund einer Millionen Beschäftigten, die der Verband angeblich repräsentiert?

Wolf-Jochen Schulte-Hillen hält dem SCPR eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien entgegen, Titel: Deutschlands beste Shoppingcenter 2018 (siehe "Populistisches Ranking"). 35.219 Kundenurteile zu 582 Einkaufszentren wurden für diese Studie eingeholt. Die Center wurden anschließend in drei Kategorien eingeteilt: "Herausragend", "Top Shopping" und "Top Kundenurteil". Lauter Sieger. Das ist ein Ranking so ganz nach dem Geschmack der Centerindustrie und sicher eine großartige Arbeitshilfe!

Thomas Beyerle von Catella fordert, die Ergebnisse des SCPR müssten "unter Anleitung eines neutralen Dritten" ausgewertet werden. Mit Verlaub, hochgeschätzter Herr Beyerle, würden Sie das Catella-Research einem neutralen Dritten vorab zur Begutachtung vorlegen?

Der frühere ECE-Geschäftsführer Klaus Striebich macht sich darüber lustig, dass beim SCPR das Südring-Center in Paderborn 2018 auf Platz eins stand. Leerstand sucht man dort vergeblich. Derweil stehen selbst in ECE-Flaggschiffen, die in Striebichs Zeit vermietet wurden - Beispiel Limbecker Platz Essen - reihenweise Läden leer. Der Betreiber des Südring-Centers weiß, wie man ein Center füllt, ECE vielerorts nicht mehr.

Schließlich Prof. Tobias Just von der Irebs. Er hält auf einer GCSC-Veranstaltung einen vom GCSC bestellten Vortrag, der sich klar gegen den SCPR richtet. Soll er tun. Er sollte aber so redlich sein, das Research-Produkt, das er da auftragsgemäß zerlegt, wenigstens einmal zu erwähnen. Würde es der Hochschullehrer einem Erstsemester durchgehen lassen, eine Fragestellung zu bearbeiten, ohne zunächst einmal den Forschungsstand zu referieren? Ich hoffe nicht.

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