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Märkte | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 18

Von Friedhelm Feldhaus

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Hamburg
  • Unternehmen:
    Investitionsbank Schleswig-Holstein
  • Organisationen:
    Land Schleswig-Holstein, CDU, ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen
  • Personen:
    Andreas Breitner, Hans-Joachim Grote, Daniel Günther
  • Immobilienart:
    Wohnen

Befreiter Wohnungsbau in 900 Kommunen

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus
Ein größeres Quartier mit Geschosswohnungsbau entsteht seit Jahrzehnten erstmals wieder in Geesthacht südöstlich von Hamburg. Hier der erste Bauabschnitt der Elbterrassen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Friedhelm Feldhaus

Schleswig-Holstein. Der Wohnungsbau im hohen Norden lahmt im ersten Halbjahr etwas, insbesondere der Geschosswohnungsbau. Im neuen Landesentwicklungsplan für Schleswig-Holstein sollen für 900 Kommunen die 2010 bis 2017 entstandenen Wohnungen aus der Statistik fallen und Raum für weitere 10% bis 15% Wohnungen ermöglichen.

Wir brauchen bis 2030 mindestens 100.000 neue Wohnungen", hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther beim immobilienwirtschaftlichen Frühstück des ZIA-Nord im März betont. Das könnte gut funktionieren, denn seit 2014 liegen die Fertigstellungszahlen durchweg im fünfstelligen Bereich. 2018 wurden 12.025 Wohneinheiten fertiggestellt - davon mit 52% seit vielen Jahren wieder mehr Geschosswohnungen als Ein- und Zweifamilienhäuser. Nach der Wohnungsmarktprognose von 2017 sollten allerdings 15.600 Wohneinheiten fertiggestellt werden.

Um dahin zu kommen, hat Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) in der vergangenen Woche in Aussicht gestellt, beim Entwurf für den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) zu tricksen, um für 900 der 1.106 Kommunen im Lande mehr Spielräume bei der Ausweisung von Bauland zu schaffen. So sollen die 2010 bis 2017 errichteten Bauten nicht auf das im LEP definierte Limit der einzelnen Kommunen angerechnet werden. Je nach Region können Kommunen so 10% bis 15% ihres Bestands dazubauen.

"Bei der Überarbeitung des Planentwurfs werden wir ein besonderes Augenmerk auf den Miet- beziehungsweise Geschosswohnungsbau legen und hier zusätzliche Anreize schaffen." Zusätzlich 36.000 Wohnungen landesweit erwartet das Innenministerium durch diesen statistischen Eingriff. Dass das Augenmerk auf den Geschosswohnungsbau nötig ist, illustrieren die Genehmigungszahlen des ersten Halbjahrs 2019. Mit 6.976 Baugenehmigungen gab es ein Minus von 8,1% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Während es allerdings bei Ein- und Zweifamilienhäusern ein Plus von 7,1% auf 3.019 Wohneinheiten gab, gingen die Genehmigungen für Wohnungen um 18% auf 3.381 zurück.

Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., begrüßt die Absicht des Landes, den Kommunen den Bau von Miet- und Geschosswohnungen zu erleichtern. "Da bezahlbarer Wohnraum vor allem in besonders nachgefragten Regionen mit höheren Grundstückspreisen fehlt, helfen Wohngebäude mit mehreren Einheiten, die Wohnungen bezahlbar zu machen." Der frühere SPD-Innenminister des Landes warnt vor Zersiedlung durch Neubaugebiete am Ortsrand bei gleichzeitig drohendem Leerstand im Ortskern. "Allerdings führt kein Weg am Neubau vorbei. Schleswig-Holstein muss in die Höhe und nicht mehr in die Breite wachsen. Das ist für Menschen wie für das Land einfach gesünder."

Anders als Hamburg hat es Schleswig-Holstein noch nicht geschafft, den Abwärtstrend bei der Zahl geförderter Wohnungen zu stoppen. 2018 lief die Bindung für rund 2.600 Wohnungen aus. Gut 47.100 waren es am Jahresende. 2019 fallen weitere über 1.600 Wohnungen aus der Bindung.

Etwa 1.600 geförderte Wohnungen sollen nach der Wohnungsmarktprognose jährlich errichtet werden. Das hat 2017 mit gut 1.700 Wohnungen geklappt, 2018 mit 1.095 Sozialwohnungen aber nicht. 2019 sind es zum Halbjahr 513. Doch hier stellte die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) Ende Juli fest, dass aufgrund des 788 Mio. Euro umfassenden Programms der sozialen Wohnraumförderung 2019-2022 das Antragsvolumen in den ersten sechs Monaten bereits über dem des gesamten Jahres 2018 liegt.

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