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Unternehmen | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 9

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:

"Die Rekordjahre sind vorbei"

Der Immobilienfinanzierer Berlin Hyp macht weniger Gewinn und Neugeschäft, ist dennoch zufrieden und will weiter wachsen.

Sascha Klaus holt etwas aus, um die wenig erfreuliche Nachricht zu übermitteln. In der Vergangenheit sei er, der Chef der Berlin Hyp, ja des Öfteren für seinen angeblichen Pessimismus kritisiert worden. Rekordzahlen habe er als "gute Ergebnisse" verkauft. Jetzt, sagte Klaus im Gespräch mit der Immobilien Zeitung, sei das eingetroffen, auf das er bereits bei der Präsentation der Vorjahreszahlen hingewiesen habe: Seine Bank macht deutlich weniger Gewinn. Im ersten Halbjahr wurden an die Eigentümer, die Sparkassen, 25,9 Mio. Euro überwiesen, nach 62,2 Mio. Euro im Vorjahr. "Wir haben einen Paradigmenwechsel. Die Rekordjahre sind vorbei", machte Klaus deutlich.

Noch spürbarer wird das schwächere Abschneiden beim Betriebsergebnis, das von 141,7 Mio. auf 80,7 Mio. Euro zurückging. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen schmolz der Zins- und Provisionsüberschuss von 172,2 Mio. auf 163,8 Mio. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Verwaltungsaufwand, hauptsächlich wegen gestiegener Pensionsrückstellungen infolge des anhaltend niedrigen Zinsniveaus. Den dicksten Brocken aber gab es bei der Risikovorsorge, bei der es nicht erneut zu hohen Nettoauflösungen wie im Vorjahr (47,3 Mio. Euro) kam, sondern nur zu einem moderaten Ergebnisbeitrag von 5,4 Mio. Euro. Rückläufig entwickelte sich auch das Neugeschäft, das nach einem Volumen von 3,5 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2018 auf 2,2 Mrd. Euro, jeweils inklusive Prolongationen, zurückging. Das reine Neugeschäft sank von 2,7 Mrd. auf 1,9 Mrd. Euro.

Der Berlin-Hyp-Chef sieht sein Institut dennoch auf Kurs. Nicht zuletzt deshalb, weil die Bank erneut mit 50 Mio. Euro einen nennenswerten Betrag in die Kapitalrücklage einstellte. Außerdem stimmt Klaus die nach seinen Angaben äußerst gut gefüllte Pipeline im Neugeschäft sowie der Zuwachs beim Kreditbestand um 0,9 Mrd. auf 21,1 Mrd. Euro positiv. Für die kommenden fünf Jahre kündigt Klaus weitere Bestandszuwächse an. "Wir wollen gesund und kontinuierlich wachsen und unser Eigenkapital aus eigener Kraft stärken." Zuversichtlich stimmt ihn ebenfalls, dass es bei den Margen eine kleine Erholung zu verzeichnen gab. Allerdings sei das bislang zu wenig, um die erhöhten regulatorischen Anforderungen durch die bevorstehende Umsetzung von Basel III aufzufangen. Die Einführung des sogenannten Output-Floors - eine Mindestvorgabe an die Eigenkapitalunterlegung von Kreditengagements - würde für die deutschen Banken "eine gewaltige Kapitalbelastung" bedeuten. Zweistellig müsste sein Haus beim Eigenkapital zulegen - genauer wollte Klaus nicht werden.

Spürbar erweitert hat die Berlin Hyp das Verbundgeschäft mit den Sparkassen, das auf ein Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 825 Mio. Euro) geklettert ist. Hier und ebenfalls im klassischen Konsortialgeschäft gebe es noch weiteren Spielraum. "Die Bank ist gut aufgestellt und ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, beim Neugeschäft an das Vorjahr anzuknüpfen", verbreitet Klaus in diesem Fall ganz eindeutig Optimismus.

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