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Unternehmen | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 9

Von Daniel Rohrig

In diesem Artikel:

Aareal und pbb setzen stärker auf US-Geschäft

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Nicolas Katzung
Mipim-Stand der Aareal-Bank. Das Geschäft mit Frankreich läuft gut.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Nicolas Katzung

Obwohl die Ergebnisse der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) und der Aareal Bank leicht zurückgegangen sind, blicken beide Immobilienfinanzierer optimistisch in die Zukunft. Die Banken sehen großes Potenzial im US-Geschäft. Die Aareal Bank dementiert derweil einen möglichen Teilverkauf der Dienstleistungstochter Aareon nicht.

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) hat im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr Neugeschäft gemacht. Das Volumen stieg von 3,8 Mrd. auf 4,6 Mrd. Euro. Die Jahresprognose des Vorsteuerergebnisses liege nun "am oberen Rand oder leicht über 190 Mio. Euro", sagte der pbb-Vorstandsvorsitzende Andreas Arndt bei einer Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen.

"Wir können zufrieden sein", freute sich der Bankchef. Und das, obwohl das Vorsteuerergebnis von Januar bis Juni 2019 von 122 Mio. auf 117 Mio. Euro gesunken ist. "Denn das Neugeschäft läuft dank der steigenden Zahl gewerblicher Immobilienfinanzierungen gut." Das Engagement mit öffentlichen Kreditnehmern habe die vor einigen Tagen von Unterschleißheim nach Garching umgezogene Bank allerdings zurückgefahren. Das Volumen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung stieg dagegen von 3,6 Mrd. auf jetzt 4,4 Mrd. Euro.

Das Konzernbetriebsergebnis der Aareal Bank ist im ersten Halbjahr des laufenden Jahres im Vorjahresvergleich von 129 Mio. auf 122 Mio. Euro gesunken. Im Vorquartalsvergleich sank der Zinsüberschuss von 135 Mio. auf 134 Mio. Euro im zweiten Quartal. Dennoch hält Finanzvorstand Marc Heß beim Betriebsergebnis an der Gesamtprognose von 240 Mio. bis 280 Mio. Euro fest. Die Umsatzerlöse kletterten im zweiten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum ersten Quartal von 53 Mio. auf 57 Mio. Euro.

Positiv für die pbb habe sich laut Arndt das brummende US-Geschäft ausgewirkt, das im ersten Halbjahr rund 15% des Neugeschäfts ausmachte. "Dort sind wir mittlerweile in allen sieben Gateway-Cities präsent." Das sind die Metropolen San Francisco, Los Angeles, Houston, Chicago, Boston, Washington D.C. und New York. Darüber hinaus habe das Institut "vorsichtige Wertkorrekturen" bei Gewerbeimmobilien in Großbritannien vorgenommen. Ansonsten habe man auf der Insel aber nur einen "sehr überschaubaren Retailanteil".

"Konsequent" baut nach den Worten von Heß auch die Aareal Bank das Finanzierungsportfolio in den USA aus. So beträgt der Anteil des dortigen Geschäfts am Gesamtkreditbestand mittlerweile 31%. Ende des vergangenen Jahres waren es noch 28%. Der Deutschlandanteil sank im gleichen Zeitraum von 12% auf 10%. Der West- und Südeuropa-Anteil blieb mit 32% bzw. 15% konstant. Auch die Objektarten im Gesamtportfolio blieben nahezu unverändert: Es dominieren Hotels mit einem Anteil von 31%. Büros folgen mit einem Anteil von 29%, gefolgt vom Handel mit 24%, Logistik mit 7% und Wohen mit 6%.

Die Digitalisierung schreitet bei der pbb weiter voran. "Das gibt es nicht kostenlos", sagte der pbb-Chef. Derzeit werde in das Kundenportal investiert und die Plattform Capveriant für die Kommunalfinanzierung weiter ausgebaut.

Notleidende Kredite (NPL) hatte die pbb zum Ende des ersten Halbjahres im Umfang von 205 Mio. Euro in den Büchern. Sechs Monate zuvor waren es noch 347 Mio. Euro gewesen. Deutlich angestiegen ist dagegen bei der Aareal Bank der Anteil ausgefallener Forderungen in Großbritannien von null auf 229 Mio. Euro. "Schuld daran sind drei Shoppingcenter, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind", sagte Heß. Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen in Italien habe die Wiesbadener Immobilienbank die Summe der NPLs dort von 1,11 Mrd. um 48 Mio. Euro senken können. "Bis zum Ende des Jahres wollen wir aber insgesamt die Zahl der Forderungsausfälle weiter reduzieren." "Glücklicherweise" sei die pbb im krisengeschüttelten Italien nach Aussage des Vorstandschefs "nicht allzu stark engagiert".

Ansonsten blickt Arndt für die pbb optimistisch in die Zukunft, obwohl die Bank die Risikokosten nicht auf Null halten könne, da die konjunkturellen Volatilitäten zunähmen. "Wir können noch nicht genau absehen, wie sich die EZB-Zinspolitik auf unser gewerbliches Geschäft auswirken wird." In Großbritannien werde die pbb jedenfalls ihren Retailanteil "dort, wo wir ihn reduzieren können, weiter reduzieren". "Großbritannien bleibt weiterhin einer unserer Kernmärkte", sagt dagegen Aareal-Finanzchef Heß. Die Auswirkungen eines harten Brexits könne man derzeit kaum beurteilen. "Es stellt sich auch die Frage, wie schnell dort neue Handelsverträge geschlossen werden."

Deutlicher Treiber der Aareal-Geschäfte bleibt die IT-Tochter Aareon. Sie erzielte im zweiten Quartal ein zweistelliges Umsatzplus und hat den Provisionsüberschuss von 51 Mio. Euro im ersten Quartal 2018 auf 57 Mio. Euro im zweiten Quartal 2019 gesteigert. Die Aareon sei "integraler Bestandteil der Gruppe", stellte der Finanzchef klar, ohne jedoch die aktuellen Gerüchte um einen Verkauf eines Minderheitsanteils des Unternehmens zu dementieren. "Wir nehmen zu derartigen Marktspekulationen keine Stellung." In den vergangenen Jahren war es jedoch so, dass sich nicht wenige dieser Spekulationen, wie beispielsweise um die Übernahme der Düsseldorfer Hypothekenbank oder der Corealcredit Bank, bewahrheiteten.

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