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Märkte | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 8

Von Robin Göckes

In diesem Artikel:

Flächenmangel verhagelt Coworkern das Wachstum

Quelle: pixabay, Urheber: scholty1970
Besonders in Innenstadtlagen haben es Coworkinganbieter inzwischen schwer, neue Flächen zu finden.

Quelle: pixabay, Urheber: scholty1970

An den Top-Standorten wird der Mangel an passenden Büroflächen für die eigentlich wachsende Coworkingbranche zum Problem. Eine Analyse von BNP Paribas Real Estate zeigt, dass weder der Flächenumsatz noch die Zahl der Abschlüsse im ersten Halbjahr zu der Wachstumsdynamik der beiden Vorjahre passen wollen. Erschwerend hinzu komme die Zurückhaltung vieler Projektentwickler.

Die Jahre 2017 und 2018 hatten den Anbietern flexibler Bürolösungen Flächenumsätze in bis dahin ungeahnten Höhen für deutsche Verhältnisse beschert. Zur Hälfte des Jahres 2019 deutet nun vieles darauf hin, dass diese Entwicklung sich zumindest kurzfristig nicht einfach weiter fortsetzt. Das geht aus einer Analyse des Markts von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hervor. 2017 wurden insgesamt noch mehr als 200.000 m² Fläche in den von BNPPRE analysierten Standorten Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, und Düsseldorf umgesetzt. 2018 stieg diese Zahl noch einmal auf mehr als 250.000 m². Im ersten Halbjahr 2019 wurden hingegen lediglich neue Verträge über knapp 100.000 m² unterzeichnet.

"Für die Anbieter ist es in der einen oder anderen Stadt schwierig geworden, größere Flächen zu finden. Besonders in zentralen Lagen, auf die besonders die Anbieter von Coworkingkonzepten angewiesen sind", erklärt Wolfgang Schneider, Leiter der Researchabteilung bei BNPPRE. In die Statistik fließen auch Anmietungen etwa für neue Businesscenter ein, maßgeblich für die aktuellen Zahlen seien jedoch die Mietabschlüsse durch Coworkinganbieter.

Für Frankfurt ergibt die Marktauswertung von BNPPRE in diesem Jahr lediglich zwei Abschlüsse, im gesamten Jahr 2018 schlugen noch zwölf zu Buche. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick nach München. 2018 verzeichnete das Unternehmen dort 14 Abschlüsse, bislang sind es in diesem Jahr fünf.

Neben dem Mangel an verfügbaren Flächen sei auch das starke Wachstum der Branche im Vorjahr ein Grund dafür, dass die Entwicklung 2019 vergleichsweise schleppend verläuft. Nach den zahlreichen Abschlüssen der Vorjahre bräuchten manche Marktteilnehmer nun eine gewisse Vorbereitungszeit, um weitere Standorte auszumachen.

In Berlin etwa zeige sich, dass Coworkinganbieter versuchen, verstärkt frühzeitig mit Projektentwicklern zu kooperieren, erklärt Ben Barthel, Director National Office Advisory von BNPPRE am Standort Berlin. "Viele Entwickler sind aber sehr zögerlich, wenn es darum geht, Coworkinganbieter in einer frühen Phase in ihre Planungen einzubeziehen." Die Gründe dafür sieht er in einem fehlenden Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells sowie der Vielzahl konventioneller Büroflächengesuche am Markt. "Da überlegen sich viele, warum sie nun Flächen für ein Coworkingcenter reservieren sollen. Wir spüren deshalb deutlich, dass die Anbieter solcher Konzepte ihre Kraft auf dem Markt nicht so einfach entfalten können, wie sie es gerne würden", sagt Barthel. Trotzdem hat sich die Zahl der Abschlüsse im Vergleich zu anderen Standorten im ersten Halbjahr 2019 in Berlin stabil entwickelt. 2018 wurden in der Hauptstadt 20 Abschlüsse gezählt, in diesem Jahr bislang elf. "Einige Anbieter sind inzwischen auch bereit, sich eher periphere Standorte zu suchen", erklärt Barthel.

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