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Politik | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 8

Von Daniel Rohrig

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Personen:
    Konstantin Kholodilin, Claus Michelsen

DIW fordert Maßnahmen gegen Blase

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert angesichts der Blasengefahr auf hiesigen Immobilienmärkten von der Politik stärkere Eingriffe in die Immobilienkreditvergabe.

Es ist zwar nur die Warnstufe Gelb, die das DIW für Deutschland ausgerufen hat. In Skandinavien, der Schweiz, Belgien, Japan und den USA steht die Blasenampel dagegen schon auf Rot. Aber auch hierzulande gebe es eine "explosive Preisentwicklung, die sich von den Immobilienerträgen entkoppelt hat", stellt der Autor der Studie, Konstantin Kholodilin, fest - auch wenn das Risiko zum Ende des Jahres wieder sinke. Ursächlich hierfür sei das aktuell zurückgehende Preisniveau in den Großstädten und die "relativ solide Finanzierung von Immobilieninvestitionen". Auch unauffällige Kreditvolumina und die lange Zinsbindung sprächen gegen eine übermäßig hohe Blasengefahr.

Dennoch fordert Co-Autor Claus Michelsen eine aktivere Politik von der Bundesregierung. So gebe es zu wenige prophylaktische Möglichkeiten. Als Beispiele führt er fehlende Eingriffsmechanismen zur Durchsetzung von Verschuldungsobergrenzen von Haushalten an. Darüber hinaus sei es unklar, mit welchen Mitteln die Finanzaufsicht BaFin die Kreditvergabe mit Restriktionen einschränken kann, da es an Schwellenwerten fehle. "Die Politik muss nun auch die Grundlage schaffen, in den Markt eingreifen zu können."

Die Wahrscheinlichkeit einer Blase liegt nach den DIW-Berechnungen hierzulande bis Ende des Jahres bei 84%. Im OECD-Schnitt haben die Fachleute 90% errechnet. Damit sei nicht gemeint, dass diese Preisblase auch mit einer entsprechenden Wahrscheinlichkeit platzt. Die Ökonomen beschreiben lediglich die rechnerischen Größen von Preisübertreibungen, die sich nicht mehr vollständig durch für Immobilien wertbestimmende Faktoren erklären lassen.

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