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Digitales | 15.08.2019

Aus IZ33/2019, S. 2

Von Heike Gündling

In diesem Artikel:

Für eine Digital-Arge

Kooperationsmodelle wie in der Bauwirtschaft können Proptechs bei ihren Immobilienkunden erfolgreicher machen. Heike Gündling, Managing Director Real Estate von Eucon Digital, fordert Dienstleister und Kunden zur Gründung "digitaler Argen" auf.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler
Heike Gündling.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Gute Nachrichten für den digitalen Fortschritt in der deutschen Immobilienwirtschaft: Der Markt für digitale Dienstleister konsolidiert sich. Aus Start-ups werden etablierte Unternehmen mit Millionenumsatz und die großen Unternehmen der Branche entwickeln Standards für eine bessere Austauschbarkeit ihrer Daten - ganz im Sinne ihrer digitalen Dienstleister, die ihr Produkt nicht immer wieder neu konfigurieren müssen.

Die stetig wachsende Kompetenz und wirtschaftliche Stabilität der Proptechs müssen jetzt genutzt werden. Die Lösung heißt Kooperation. Da der Markt noch stark segmentiert ist, empfehlen sich feste Rechtsformen für die Proptechs untereinander, aber auch zwischen ihnen und den Kunden. Denn als Bestandshalter beispielsweise nur eine Mieter-App einzukaufen, ist nicht sinnvoll, wenn gleichermaßen auch das Vertrags- und Rechnungsmanagement digital gelöst werden soll. Umgekehrt gilt für Proptechs: Die Disruption für einzelne Geschäftsprozesse zu wollen, ohne zusammen mit Wettbewerbern Kombilösungen für die Kunden zu entwickeln, ist äußerst kurzsichtig.

Eine digitale Arge (D-Arge), analog zu den Gemeinschaftsgesellschaften der Bauwirtschaft für komplexe Großprojekte, wäre in der Lage, den vollständigen Prozess der Digitalisierung im Unternehmen abzudecken. Sie wäre unter Wahrung der Eigenständigkeit der Proptechs eine befristete "Gelegenheitsgesellschaft" für die Implementierung einer digitalen Plattform für möglichst viele Geschäftsprozesse. Wie ihr Pendant vom Bau kann sie sich nach "digitalen Losen" aufteilen, also jedem Proptech-Gesellschafter bei gemeinsamer Haftungsverantwortung seine Kernkompetenz zuordnen. Etablierte Immobilienunternehmen können der D-Arge beitreten und sie mit ihrer Branchenexpertise bereichern.

Die D-Arge kann einen einheitlichen Preis vorlegen und schafft dadurch Kostentransparenz - Digitalisierung verlöre damit ihren vermeintlichen Makel als Kostentreiber. Analog zum Generalunternehmer bietet sich ein D-Arge-Gesellschafter als allgemeine Lösungsplattform an, an die wiederum andere Gesellschafter andocken können. Der Kunde nutzt über eine Benutzeroberfläche und mit reduziertem Schulungsaufwand die Leistungen der gesamten D-Arge gleichzeitig. Ein solches Modell wäre für Deutschland und Europa eine echte Chance - um nicht einen weiteren Wirtschaftszweig der Expansion amerikanischer und chinesischer Tech-Konzerne zu überlassen.

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