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Märkte | 08.08.2019

Aus IZ32/2019, S. 11

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Schwaiger Group
  • Organisationen:
    Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), German Facility Management Association (Gefma), Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI), Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM), Leadership in Energy and Environmental Design (LEED)
  • Personen:
    Michael Schwaiger
  • Immobilienart:
    Gewerbe allgemein

25% Mietplus für grüne Immobilien

Quelle: OFB/Groß & Partner
Der Nachhaltigkeitsstandard LEED, den in Gold z.B. das Bürohaus Ophizz in Frankfurt erhalten soll, ist bei den Maklern besonders gut bekannt.

Quelle: OFB/Groß & Partner

Nachhaltigkeitszertifikate zählen gerade bei internationalen Mietinteressenten inzwischen zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Gewerbeimmobilien. Bis zu einem Viertel mehr Miete sei damit zu erzielen. Das stellt die Schwaiger Group nach einer Umfrage unter Immobilienberatern fest.

Ein Nachhaltigkeitszertifikat wird bei Gewerbeimmobilien künftig zum Standard gehören. Deshalb lassen sich zertifizierte Gebäude schon heute besser vermarkten. Diese beiden Aussagen unterschreibt mit 85,7% die große Mehrheit der von der Münchner Schwaiger Group im Rahmen ihres Gewerbeimmobilienbarometers befragten Makler. 71,5% haben bereits die Erfahrung gemacht, dass gerade große Unternehmen Zertifikate als Voraussetzung für eine Flächenanmietung sehen.

Die Herkunft der Mieter spiele beim "Zertifizierungsdruck" ebenfalls eine Rolle. Ausländische Konzerne verlangten teils stärker nach grünen Labels als deutsche. "Angelsächsische Länder sind uns wie bei vielen Zukunftsthemen auch hier einen Schritt voraus", meint Michael Schwaiger, CEO der Schwaiger Group. Für eine Dependance in einem zertifizierten Gebäude seien diese Unternehmen auch bereit, mehr Miete zu bezahlen. 43% der befragten Makler gehen bei der Miete von einem Plus von bis zu 5% gegenüber einer unzertifizierten Immobilie aus, etwa 29% sehen die Differenz bei bis zu 10% und ebenso viele sogar bei bis zu 25%. Als Motive der Mieter nennen sie niedrigeren Betriebs- und Nebenkosten, die soziale Verantwortung und den Imagegewinn, der ihnen Vorteile bei der Rekrutierung von Arbeitskräften verschaffe. Im Detail sind z.B. Kriterien wie emissionsfreie Materialien im Innenraum oder Mindestabstände von Raucherzonen zur jeweiligen Immobilie relevant, die im Rahmen einer Zertifizierung abgeprüft werden und auch für das betriebliche Gesundheitsmanagement eine Rolle spielen. "Am Ende sind diese Zertifikate eine Art unabhängige Qualitätssicherung", erklärt Schwaiger. Die Unternehmen wüssten dadurch unter anderem darüber Bescheid, was sie mit Blick auf den Energieverbrauch, die Wassereffizienz, die Raumluftqualität oder die Mobilitätsangebote des Gebäudes erwartet.

Unter den befragten Maklern genießt das US-amerikanische LEED-Zertifikat mit 100% die größte Bekanntheit. Dahinter folgen das deutsche DGNB und das britische BREEAM mit jeweils 86%. Das österreichische ÖGNI-Zertifikat und das deutsche Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) kommen auf einen Bekanntheitsgrad von 43%. Vom auf Nachhaltigkeit im Immobilienbetrieb spezialisierten Zertifikat Gefma 160 wissen 29%. "Es ist naheliegend, dass nach der Auffassung der Makler die Relevanz in etwa der Bekanntheit der Labels folgt", sagt Schwaiger. Er hält einen länderübergreifenden Katalog von Nachhaltigkeitskriterien für erforderlich. Dieser müsse einen Qualitätsanspruch für Immobilien wiedergeben, in denen Menschen noch in 50 Jahren arbeiten und leben möchten. "Es reicht nicht, sich auf nationaler Ebene einen möglichst hohen Standard zu erarbeiten."

Die Befragung durch die Schwaiger Group hat weiterhin ergeben, dass es vielen Immobilienfachleuten offenbar noch an Fachwissen über Zertifizierungen fehlt. Ein knappes Drittel der Teilnehmer des Gewerbeimmobilienbarometers weiß nach eigener Einschätzung nicht, wofür die verschiedenen Zertifikate im Detail stehen, weitere 14% gehen in dieser Hinsicht sogar von einem "gefährlichen Halbwissen" aus.

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