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Unternehmen | 08.08.2019

Aus IZ32/2019, S. 2

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    CG-Gruppe
  • Personen:
    Christoph Gröner

Gröner, das Spiegelbild

Kaum ein Immobilienprofi provoziert die Immobilienbranche so sehr wie Christoph Gröner, Chef des Projektentwicklers CG Gruppe. Verübelt man ihm, dass er genau das öffentlich betreibt, was ansonsten diskret verborgen bleibt?, fragt IZ-Redakteurin Monika Leykam.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph Mattes
Monika Leykam.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph Mattes

Topmanager Christoph Gröner ist vielen seiner Topmanagerkollegen in der Immobilienbranche peinlich. Das ist zwar recht deutlich spürbar, aber trotzdem schwer zu erklären. Denn Gröner macht die Dinge eigentlich gar nicht so viel anders als die anderen: Er zackert mit den Politikern und Behörden, um die maximale Geschossfläche für seine Projekte und damit die maximale Rendite für sich herauszuschlagen. Er fährt gern schöne, teure Autos. Er glaubt an die segenspendende Wirkung des freien Marktes und daran, dass Sozialismus ein gefährlicher Irrweg ist. Er sponsert Charity-Projekte für Kinder. Seine Neubauten sind zweckmäßige Würfel ohne überragende ästhetische Ambitionen. Dafür investiert er selbst gerne mal Geld in moderne Kunst.

Genau so oder so ähnlich machen es die übrigen Immobilienprofis im Grunde auch. Der Unterschied: Die anderen machen es wesentlich leiser und etwas höflicher. Sie vertreten ihre Interessen in Sachen maximaler Wertschöpfung auf teuren Grundstücken lieber unauffällig im Hinterzimmer, ihre politische Gesinnung leben sie alle Jahre via Zweitstimme für die FDP aus und auf dem Podium loben sie die Bedeutung der guten ÖPNV-Anbindung ihrer Projekte, während die hochmotorisierte Dienstwagenlimousine in der Tiefgarage wartet.

Gröner dagegen lässt sich von Reportern dabei filmen, wie er bei Bürgermeistern anruft, um einem Projekt, bei den sich die Baugenehmigung hinzieht, Dampf zu machen. Er lässt sich überhaupt gerne dabei filmen, wenn er seine Meinung sagt. Das Fernsehen lädt ihn ein, weil es ihm nicht peinlich ist, öffentlich zuzugeben, dass er mit Immobilien Geld verdienen will. Er nimmt die Rolle des leidenschaftlichen Kapitalisten, die ihm die Castingredakteure der Talkshows zuweisen, gerne an. Seine Wettbewerber tun das nicht - selbst wenn die Ansichten, die Gröner dort äußert, den ihren gar nicht so sehr widersprechen. Stattdessen empören sie sich über die "schlechte Imagewirkung" solcher Auftritte.

Dass sich Gröner in den Medien heute als reicher Erfolgsmensch feiern lassen kann, verdankt er natürlich nur zum Teil der eigenen Leistung. Mindestens ebenso entscheidend war die exorbitant gestiegene Nachfrage von kapitalstarken Institutionellen aufgrund der Niedrigzinspolitik. Deren Anlagenotstand zwingt sie zu immer riskanteren Investitionen bei sinkenden Risikoprämien. Ohne die vielen Vorverkäufe an Institutionelle gäbe es die milliardenschwere Pipeline, die Gröner heute vorweisen kann, nicht. Ähnliches gilt mehr oder weniger auch für den Rest der Branche. Gröner hält ihr auch da den Spiegel vor.

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