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Unternehmen | 01.08.2019

Aus IZ31/2019, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Metro zeigt Kretinsky die kalte Schulter

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Metros Finanzchef Christian Baier (links) und CEO Olaf Koch bleiben bei ihrem Verkaufsfahrplan für real.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Im Rahmen der Vorstellung der Metro-Quartalszahlen bewertete CEO Olaf Koch das Übernahmeangebot des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky als zu niedrig. Der Verkauf von real an redos soll unabhängig von der Offerte für den Gesamtkonzern bis Mitte September über die Bühne gehen. Koch verneinte, dass real-Interessent x + bricks sein Angebot substanziell nachgebessert habe.

Die Offerte des tschechischen Geschäftsmanns Daniel Kretinsky, mindestens 67,5% vom Handelskonzern Metro zu übernehmen, stößt bei Konzernchef Olaf Koch nicht auf Gegenliebe. "Grundsätzlich stehen wir freiwilligen Übernahmeangeboten aufgeschlossen gegenüber", betonte Koch in einer Telefonkonferenz am Mittwoch vergangener Woche. Es könne unter Umständen sogar sinnvoll sein, ein Unternehmen wie Metro von der Börse zu nehmen und in Privatbesitz zu überführen. "Wo wir aber anderer Meinung sind als Herr Kretinsky, ist die Bewertung." Die 16 Euro pro Metro-Aktie, die der tschechische Unternehmer bietet, würden den Wert, den Metro durch seinen Konzernumbau in den vergangenen Jahren erlangt habe, nicht adäquat abbilden. Unterstützt wird diese Einschätzung der Metro-Führungsgremien durch Gutachten der drei Investmentbanken Bank of America Merrill Lynch, Goldman Sachs und Rothschild & Co. Die Aktionäre haben noch bis zum 7. August Zeit, Kretinskys Übernahmevehikel EP Global Commerce VI ihre Aktien anzudienen.

Den Verkauf der Einzelhandelstochter real führt Koch indessen unbeirrt fort. "Wir haben uns für das wirtschaftlich substanziell bessere Angebot entschieden, und das ist von redos", sagte der Metro-Chef. "Es wird ein Kontinuum eines gesunden Kerns von real geben", fügte er hinzu. Das beinhalte sowohl eine Reihe von Standorten als auch das Onlinegeschäft. Für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren wird Metro an diesem operativen Geschäft mit einem Minderheitsanteil von 24,9% beteiligt bleiben. Eine nicht genannte Zahl von Standorten, die nicht in die Neuausrichtung von real passen, sollen abgegeben werden.

"Die Verhandlungen mit Händlern, die einzelne real-Standorte übernehmen wollen, sind in vollem Gange, die Abstimmungen mit den Behörden laufen seit Monaten", betonte Koch, der sich zuversichtlich zeigte, den Verkauf an redos bis Mitte September abgeschlossen zu haben. "Das ist unsere Zeitplanung, und an die halten wir uns auch. Wir arbeiten an dieser Transakation mit redos und sonst mit niemandem", stellte Koch klar. Vom ebenfalls an real interessierten Unternehmen x + bricks habe Metro zwar einen Brief erhalten, der die kartellrechtlichen Risiken einer Übernahme durch diesen Bieter zerstreuen sollte, aber kein wesentlich neues Angebot. "Wir können die kartellrechtliche Einschätzung eines möglichen Käufers zur Kenntnis nehmen, aber letztlich tragen wir als Verkäufer das Risiko", gab Koch zu bedenken.

Auf vergleichbarer Basis erreichte der Metro-Konzern im abgelaufenen dritten Quartal seines Geschäftsjahrs ein Umsatzplus von 3,4%, was Koch als Erfolg seiner Strategie wertet, den Handelsriesen zum reinen Großhändler umzubauen. Künftig will Metro seinen Handels- und Gastronomiekunden mehr Dienstleistungen anbieten und dadurch den Umsatz erhöhen. "Früher war unsere Expansion auf Standorte und Länder gerichtet, künftig erschließen wir neue Geschäftsfelder", sagte Koch. Zur Finanzierung dieser Pläne sollen auch die angepeilten rund 500 Mio. Euro Mittelzufluss aus dem real-Verkauf dienen. Zudem prüft Metro derzeit einen Verkauf des Großhandelsgeschäfts in China. Das könnte nochmal mindestens die gleiche Summe in die Kasse spülen wie der real-Deal.

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